Nachdem die erste Hälfte des Lokkastens soweit steht, konnte ich mich an die - soweit mir bisher bekannt - größte Herausforderung machen. Die Vorbauabdeckung. Hier sollte eigentlich nur die Rundung aus Messing, die eigentliche Abdeckung aber aus Holz entstehen, hier habe ich aber beim Rahmenbau einen Fehler gemacht und erst nach dem Beplanken der ersten Seite gemerkt... Da war alles schon zugeschnitten, weshalb ein Plan B entstand. Wer Zeichnung und Ausführung vergleicht sieht es vll. Da sowohl die große Bahn als auch Wetter heute mitspielen wollten, habe ich mich auf in die Werkstatt gemacht und mal versucht, das Beste aus dem Fusch zu machen:
Die Scharniere für die "Motorhaube" sind auf die Metallabdeckung geschraubt, die erstmal nur von einem Paar nieten gehalten wird (sodass nichts verrutscht). Ich habe sowas zum ersten Mal aus Metall gebaut und musste mir das erstmal anschauen... Das Biegen des Bleches hat sich als ziemliche Herausforderung herausgestellt. Die Konstruktion bringt aber auch mehr Gewicht ins Spiel. Dafür, dass ich Metallbearbeitung in dem Umfang, seit der Grundschule nicht mehr betrieben haben, bin ich garnicht so unzufrieden:
Alles funktioniert wie gedacht und ist rückbaubar, was aber eher zum Bohren weiterer Löcher für die fehlenden Nieten und abringen von Kleinteilen nötig ist. Ich denke, dass kann man so lassen. Zum Tagesende habe ich dann noch 5m 12x8mm Kiefernholzleisten in 55 Schwellen verwandelt und die anderen beiden Lokkastenrahmen (...) vorbereitet (die sehen aber genauso doof aus wie die schon bekannten, deswegen gibt es nur die Schwellen zum abschied).
Heute ging es nicht ganz reibungslos mit der B-Seite weiter. Die "Tischlerarbeiten" wurden im Groben abgeschlossen und meine Lok stand heute zum ersten Mal in voller Gänze vor mir. Das Dach stammt vom Versuchsbau, sieht aber ganz gut aus und wäre ein nettes... Rudiment?!
Und was soll ich sagen/schreiben. Das gefällt mir doch schon viel besser um nicht zusagen verdammt gut. Abgesehen vom etwas ruppigen Anfahren/Stoppen läuft die Lok auch schön langsam, wobei noch Gewicht fehlt.
Da mein aller erster Gebauter Lokkasten zumindest noch teilweise existiert, konnte ich mir ein Vergleichsbild zwischen 1:48 auf 12mm Gleisen und 1:13,x auf 45mm Gleisen nicht nehmen lassen. Nach einem MPSB Wagenkasten in 1:45 auf 12mm Gleisen war das mein zweiter Selbstbauversuch überhaupt und dürfte um das Jahr 2009/2010 entstanden sein. Eigentlich hätte ich noch eins der angedachten Hallingfahrwerk drunter hauen können, soweit habe ich aber vorhin nicht gedacht.
Als nächstes folgen dann die Blechverkleidungen und Fensterfronten, bevor es erstmal mit Gleisbauwerkzeugbau und Gleisbau weiter geht. Sofern sich die marodierende Schafshorde, die seit letzten Wochenende immer näher rückt nicht weiter ausbreitet.
Letzten Samstag mähten sie noch in sicherer Entfernung:
Am Mittwoch sah die Sache dann schon wesentlich bedrohlicher aus und die fresswütige Wollmeute rückte langsam, aber unfaufhaltsam an:
Heute trennten mich nur noch 2 einfache Barrieren von den widerkäuenden Paarhufern im Wollpulli. Sie sehen harmlos aus, bezirzen mit Milch, Wolle und hypnotisch-monotonen Geräuschen aber ihre Gier nach Land und Gras scheint grenzenlos (ok offensichtlich nicht, weil 2 Zäune auf dem Bild sind)
Kommt gut durchs Wochenende und bastelt ein bisschen ;)
Ich bin gerade etwas fasziniert wie geplant das ganze hier von statten geht.
Zitat von rofra im Beitrag #107Als nächstes folgen dann die Blechverkleidungen und Fensterfronten[...]
Erstere spar ich auf Grund von Dopplung mal eiskalt aus, Letztere entstanden "zum Gucken". Generell bin ich hier noch unschlüssig und habe mich erstmal an einen Aufbau, analog zum Versuchsaufbau gemacht.
Der Testaufbau hat erstmal nur die inneren Fensterrahmen verbaut, generell ist nicht angedacht Dach, Fenster und Verkleidung als ein Bauteil zu haben, es ist aber erstmal praktisch. Ich kann mir vor ab das neue Gesamtbild angucken und der Lokführer kann rausgucken, gleichzeitig Verbaue ich mir erstmal nichts.
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich etwas die Elektronik aufgeräumt. Der An/Aus Schalter ist jetzt ans andere Lokende gewandert. Dadurch führen jetzt nur noch der Kabelstrang für Strom und Licht durchs Führerhaus, was einen fast freien Durchblick ermöglicht (und wesentlich ansehnlicher ist).
Sodass sich die kleine Lok jetzt so zeigt:
Auf der Basis konnte ich mir einen ersten Ausblick auf den zukünftigen Kleinbahnbetrieb nicht verkneifen
Das ganze hat gestern Abend, im Dunklen, mit Licht an Lok und Wagen + provisorischer Kupplung schon verdammt viel Spaß gemacht. Erst recht weil es vorher wie angedacht
Zitat von rofra im Beitrag #107[...] erstmal mit Gleisbauwerkzeugbau und Gleisbau weiter geht.
bzw. inzwischen ist richtiger "ging". Der ging nämlich fluffiger voran als erwartet, sodass ich jetzt keine Unterlegplatten mehr hab. Ich hatte mich ja bei dem Thema eher rangetastet und bin dann bei Unterlegplatten und Nägeln nach US-Vorbild (Maßstab 1:20,3?!) von Wenz Modellbau gelandet. Mithilfe von Spurlehren habe ich dann versucht auf jeder Schwelle einzeln, Löcher entspr. den Kleineisen zu bohren und alles zu nageln. Ausrichten und Messen fressen so entsprechend viel Zeit, mit Anzahl der Schwellen steigend, was sich in einem Tagwerk von ca. 1m Gleis widerspiegelt. Die Idee einer passenden Bohrlehre hatte ich schon letztes Jahr, sie kam aber nicht mehr zur Ausführung.
Ein einfachstes Beispiel kann man mit etwas Mühe auf der untersten Schwelle aufliegen sehen. Eine einfach Messingplatte in Schwellenlänge, mit Bohrungen für die inneren Löcher der Unterlegplatten. Die Schwellen oben sind schon für den Gleisbau vorbereitet. Das geht nicht nur schnell, sondern gibt auch die Spurweite vor. Man hängt die Gleisprofile dann einfach ein und fixiert mit den Äußeren Nägeln dann das Gleis. Links schon geschehen, rechts muss noch vorgebohrt werden. Das sieht etwas eng aus, mein 0,8mm Bohrer passt aber wunderbar und die Nägel formen das ganze dann. Am Anfang muss man die langen Gleisjoche etwas Zwingen aber nach ca. 2/3 der Schwellen hält alles dann in sich und man hat ein stabiles Gleisjoch.
Für ein 90cm Gleis mit 15 Schwellen braucht man so nur noch ca. 2h. Viel wichtiger ist aber, dass man einzelne Arbeitsschritte am Rand mal machen kann und jeder Zeit mal eine Schwelle vorbeireiten kann. Und es so ein Haufen schwellen sieht schön aus.
/edit: die 45mm auf der im Bild zu sehenden Lehre sind nicht die Spurweite, sondern der ca. Abstand zwischen den Schwellen, der beim Vorbidlgleis auch 600mm also 45mm ist. Das hier ist aber eher ein Art Abstandhalter der eher das Minimum zwischen 2 Schwellen vorgibt. Hier kommen einfach 2 gerundete Werte (600/13,3 sind eben nicht 45mm und 12000/13,3 nicht 900mm) und Ungenauigkeiten beim Bau zusammen, was aber am Ende zu vernachlässigen ist. Das Gesamte Schienensystem lebt m. E. eh.
Insgesamt habe ich 3x90cm Gleis und (m)eine (erste) Kurve gebaut, sodass schon etwas Teppichbahnfeeling aufkam. Die Kurve ist dabei etwas sehr eng geraten, war aber auch ein Test wie sich das mit den Schwellen bauen lässt. Flexgleise wie in kleineren Maßstäben sind hier leider nicht drin :/
Da guckt dann auch die Katze schon etwas... begeisterter.
Das ist leider nicht meiner. Das ist eine lange Geschichte, aber es ist mehr eine Teilzeitkatze :D Aber es ist wirklich ein außergewöhnliches Wesen. Katzen sind ja nicht für jeden was, aber ich schätze sie generell schon und er hier ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse.
Eigentlich dachte ich ja, ich habe gestern noch ein paar Bauzustands- und Betriebsbilder gemacht aber irgendwie. Nein. Ursächlich war... ja was eigentlich? An der Lok selber passierte relativ wenig und es wurde nur die zweite Lampe vorbereitet und eingebaut. Ich bin mir zwar noch unsicher ob 2 oder 4 aber da ich erstmal nur 2 Lampen hab war der Arbeitsaufwand und das Risikopotenzial überschaubar. Mit dem Bauzustand bin ich soweit erstmal happy und muss mir erstmal Gedanken über Führerhaus, Inneneinrichtung und Kupplung machen. Letzteres und der Bedarf an offenen Wagen, führten zum Weiterbau meines O-Wagens.
Soweit Schrauben vorhanden wurden die Stirnwände vervollständigt und befestigt. Außerdem entstand ein "Kupplungsadapter". Die Kupplung (samt Aufnahme) und Stirnwände sind nur geschraubt. Hier lief zum ersten mal mein neuer (zweiter...) Dremel auf "Anschlag". Normalerweise Bohre ich viel per Hand, aber durch die dicken Messingprofile dauert das in dem Umfang einfach zu lange und macht zu viele Blasen.
Nach dem letzten Bild ist dann erstmal Ende auf der Speicherkarte. Eigentlich sollten Bilder mit dem Bullen folgen. Während der Grill am Samstagabend langsam begann vor sich hin zu glühen wollte ich ein paar "Runden" drehen und nach dem Essen und ein zwei Bierchen die fehlenden Bretter für den Wagenboden zuschneiden.
Leider gab der Bulle nach kurzer fahrt zum Wagen keinen Ton mehr von sich... gut, im Regelfall ist er generell flüsterleise und klappert nur etwas aber Fahren wollte er nicht mehr. Der Lichtwechsel zeigte ein ähnliches Bild wie der später zur Diagnose herangezogene Soundtest: Die Lok startete im Sekundentakt neu, sie lief aber nicht lange genug in eine Richtung um fahrt aufzunehmen. Für mich ein Zeichen für einen Wackelkontakt. Der Verdacht fiel natürlich als erstes auf meine fuschereien an Stromversorgung und Licht, das scheint es am Ende aber nicht gewesen zu sein.
In einer nächtlichen Not-OP habe ich Stück für Stück das komplette Innenleben der Lok auseinander genommen, einmal neu Verkabelt und sukzessive die Digitalplatine sowie den alten Batteriekontakt ausgebaut. Die Tests gestern Nacht waren noch erfolglos. Mit der Befürchtung, dass ich bei meinen Bastelein die Empfängerplatine gegrillt hab, bin ich dann erstmal schlafen gegangen. Heute morgen habe ich mir das ganze nochmal ausgeschlafen angeschaut, einen frischen Akku eingesetzt und siehe da der Bulle läuft wieder, voll analog aber dafür im inneren Aufgeräumter :) Ein weiterer Soundtest wird so natürlich nicht funktionierten und ich brauch auch ein neues Konzept für die Innenbeleuchtung.
Ich vermute die unsachegemäße Lagerung in den Vorbauten hat auf dauer, auf der Digitalplatine direkt oder auf dem Weg zu Ihr irgendwo einen Wackelkontakt verursacht (Lötstelle, Kabelbruch.. was auch immer).
Seis drum, in Anbetracht der Umstände sind jeden Falls weit weniger Bilder entstanden als ich dachte... allein weil ich den Anblick aus Grün, Holz und soviel Messing inkl. Schrauben und Niete(n) schon verdammt heiß finde :D Der Wagen ist etwas rau, aber eher wie mein erster Lokkasten als Testträger für Materialien, Aufbau und Methoden zu verstehen.
Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, gibt es etwas nachzuholen. Nachdem letztes Wochenende erstmal Wiederbelebungsmaßnahmen für den Bullen im Vordergrund standen, musste ich jetzt erstmal etwas Messing und Holz ins Lichtbild rücken bzw. fahren (was die Fahreigenschaften der Piko Steuerung ziemlich gut beschreibt :D ).
Die Lampen sind nur durch die Motorhaube gehangen, weswegen die immer einen Spalt offen ist...
Kommen wir aber zum Thema: Wagenbau bzw. Innenausbau und der Schutz von diesem vor Wind und Wetter. Neben dem EMG Wagen wartete auch mein Decauville Wagen darauf aus dem Winterschlaf geholt zu werden. Hier hatte ich schon über den Winter etwas am Innenleben gewerkelt und nun folgten Licht und Dach. Hier zeigte sich schnell folgendes Problem: Wie und Wo beleuchtet man so einen Wagen halbwegs vorbildgerecht?! Um die Jahrhundertwende in der die Vorbilder zu verorten sind, kommen ja noch unterschiedlichste Leuchtmittel zur Anwendung. Wobei sich elektrische Beleuchtung natürlich Anbot. Am Ende habe ich hier wie immer so oft wild Improvisiert bevor ich mir hier zu lange den Kopf zerbreche.
Für beide Abteile entstanden Deckenbeleuchtungen. Dabei gab es eine Premiere: Mein erstes gelötetes Bauteil im Modellbau. Einer der Lampenschirmringe wurde zusammen gelötet :D
Im geschlossen Zustand:
Die Konstruktion ist etwas eigen aber:
Nachdem Licht und Verkabelung installiert waren, konnte ich mich ans Dach machen. Die gesamte Lösung die der Bausatz hier bietet ist für mich der einzige Kritikpunkt der Konstruktion. Das Wagendach besteht aus 2 gelaserten Sperrholzteilen, eins für den Wagenkasten und eins für den Oberlichtaufsatz. Vorgesehen ist, dass beide Teile durch Verkleben mit dem Wagenkasten in Form gebracht werden, der Wagenkasten wiederum wird, durch Verkleben am Rahmen in Form gebracht. Verkleben unter Spannung ist m. E. so schon eher ungeil und in Summe führt beides dazu, dass man nicht mehr an den Innenraum kommen würde.
Ich habe mich dazu entschieden, wenigstens den Oberlichtaufsatz abnehmbar zu machen, was dann zu der etwas suboptimalen Lichtlösung führte, die aber Ansonsten unsichtbar ist.
Das Befestigen des Daches sollte ich eigentlich besser nicht zeigen... Es war ein K(r)ampf, der auch nur bedingt erfolgreich war:
Ich denke mit der Dachpappe kommt das ganze dann final in Form.
Im Inneren des Wagens werden die Kabel erst durch die mittlere Trennwand ins Packabteil und dann durch den Wagenboden geführt. Hier habe ich testweise auch einen der für die Lok geplanten Kabelkanäle Probiert, was bei den dünnen Kabeln zu den Dioden eher bedingt funktioniert hat. Ich habe kurz über einen Lichtschalter nachgedacht, die Idee aber verworfen.
Mit Hilfe einer provisorischen Kupplungsaufnahme, konnte ich den Wagen dann zum ersten mal in einen Zug einstellen.
Und feststellen: Das hat sich doch gelohnt.
Am Abend wurden dann nicht nur die Gleisjoche sondern offensichtlich auch die "Tropical Feelings" aus der Werkstatt geholt