ich stehe gerade ein wenig auf dem Schlauch. Ich suche eine Idee für einen Kippwagen, keine Kipplore. Da ich ja auch in 0 wieder in den Funktionsmodellbau einsteigen möchte, sollte der Wagen auch wirklich zum Entladen kippbar sein. Leider fehlen mir da im Moment die Ideen und deshalb wende ich mich da an euch. Vielleicht hat ja der ein oder andere eine Idee
das ist ein schönes Thema, das die Bastelphantasien wieder anregt. Ich bin da persönlich ein Freund der Holzkastenkipper, die eine ungeheuer sensible Mechanik haben, wenn man sie akribisch nachbauen möchte, besonders wenn es ein doppelschlägiger (zwei Seiten kippbar) Kippwagen sein soll. Ich hatte mal so ein Projekt in Arbeit und wollte aus den Regner Holzkastenwagen (die ja eigentlich keine Kippwagen sind) echte Holzkastenkipper bauen, vor der Kippmechanik habe ich dann aber doch kapituliert. Das wäre selbst in meiner Nenngröße IIe so filigran geworden, dass man den / die Wagen hätte mit den berühmten "Samthandschuhen" anfassen müssen. Ich habe die Kipperei letztlich doch festgelegt und dabei ist dann das heraus gekommen:
Zum Schluss ist es sogar ein Zug mit 6 Wagen geworden und der hat auf meiner Anlage schon "etliche Runden" gedreht.
Inzwischen bin ich auch so zufrieden mit dem Ergebnis. Aber ich möchte noch ein paar Worte zu den Neuwieder Bastelbögen verlieren, die der Gronauer hier ins Spiel gebracht hat. Die habe ich mal angeklickt und fand die sogar sehr hübsch. Und da ich zur Zeit in der Schulferienenkelbespaßungsoparolle gefordert bin, habe ich die meinem derzeitigen "Gastkind" gezeigt und der war sofort Feuer und Flamme, sowas zu basteln. So haben wir uns heute Nachmittag bei mäßigem Sommerwetter damit beschäftigt, die "Saubere-Pfoten-Lok" (hübsche Elok etwa passend zu den GNOMY-Fahrzeugen) zusammen zu kleben und noch ein bißchen mit Pappe zu verstärken und hatten vergnügliche Stunden. Die zugehörigen Wagen möchte er nun auch noch mit Opa basteln, auch wenn es keine Kippwagen sind. Na ja, morgen soll das Wetter ja auch nicht so besonders werden, wir werden sehen....
ganz unrecht hast Du nicht Günni. Aber mit den Holzkastenmulden von Regner bin ich da nicht wirklich auf den richtigen Weg gekommen, da hätte man zuviel abschleifen müssen und die "richtigen" Winkelschienen an den richtigen Stellen anbringen müssen, dann wäre der Grundkörper auch bloß "versaut" gewesen. Dann lieber doch totaler Selbstbau nach originaler Zeichnung, da wäre man gleich auf dem richtigen Weg. Wir haben in unserem Leipziger Feldbahnverein 2 originale Holzkastenkipper der Rheinregulierungsbahn , die sind allerdings (nur) einschlägig, aber selbst da sieht man bereits, dass das so seine (im wahrsten Sinne des Wortes) Haken und Ösen hat, die man funktionsfähig ins Modell umsetzen müßte. Ob ich an sowas nochmal rangehe, steht bisher noch in den Sternen....
OK, ich geb zu, bei meinem Holzkastenkipper in 09 habe ich auch getrickst. Der hat keinen vorbildgerechten Kippmechanismus. Er lässt sich halt nur kippen. Das mit der mittigen Lagerung und den abgeschrägten Querhölzern wollte ich mir auch nicht antun.
Da ich im Urlaub war, komme ich erst jetzt dazu Dir etwas zu meinen Kastenkippern zu schreiben. Wie Du vielleicht mitbekommen hast, beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit dem Thema Schüttgut Transport auf der 0e-Bahn. Hier mal der Link zu einem Bild, welches mich seit meiner Kindheit begleitet und inspiriert hat: https://www.lwl.org/marsLWL/pic/de/19149 Hier wird genau das gemacht, was Du eingangs beschrieben hast, die schmalspurige Bahn kippt ihr Ladegut in Regelspurwagen. Im Raum Beckum aufgewachsen, waren Steinbrüche und die WLE mit ihren Steinzügen irgendwie immer zugegen und prägten später meine Umsetzung auf die Modellbahn. So entstanden auf den Fahrwerken von Fleischmann Kipploren in H0, Kastenkipper in der Baugröße 0e.
Die ersten Wagen habe ich vor knapp 25 Jahren gebaut und sie sind immer noch bei mir im Einsatz! Der Einsatz beschränkt sich bei der Grafenberger Kleinbahn nicht nur auf Kalksteine als Ladegut, mittlerweile wird auch Torf mit diesen Wagen gefahren. Die kleine Schöma setzt gerade um und schiebt die Wagen zum Beladesilo. Die Wagen können nur zu einer Seite gekippt werden. Hierzu kann die Drehbewegung eines Servo-Armes genutzt werden, oder eine Stange, die von unten gegen den Ladeboden drückt. Die Fahrwerke haber serienmäßig unter den Radlagern angebrachte Platten, mit denen der Wagen gegen umstürzen gesichert werden kann. Allerdings zeigte sich, das meine Umbauten so standsicher sind, das ich bisher keine Sicherungsmaßnahmen einbauen musste.
Die Fahrwerke bekommt man hin und wieder in der Bucht für kleines Geld. Die MT-Loren-Fahrwerke sind übrigens baugleich, lediglich die Mulden die ja eh nicht benötigt werden, sind höher!