Im Mittelpuffer 25 erschien vor Jahren der Bericht über den Umbau der Stainz im Maßstab 1:22,5 und ließ mich seither nicht mehr los. Hat diesen Umbau im Maßstab 1:45 schon mal jemand im Schmalspurtreff beschrieben? Ich weiß es nicht. Einen fertigen Umbau zeigt Schmale Spuren im Heft 1/2021. 15 solcher hübschen Maschinen lieferte Hagans zwischen 1898 und 1908 an verschiedene westfälische Kleinbahnen. Eine dieser Loks verschlug es über die Mindener Kleinbahn bis nach Sylt und wurde dort erst 1959 verschrottet. Fotos der Loks findet man unter schmalspur-ostwestfalen.de . Eine Zeichnung im Maßstab 1:45 im Mittelpuffer von Hartmut Brandt zeigt die wesentlichen Maße auf. Das Magic Train Fahrwerk lässt sich hier relativ gut verwenden. Die Räder sind etwas zu klein. Dafür stimmt die Stephenson Steuerung hier mit dem Vorbild überein. Als größte Schwierigkeit sah ich die Herstellung der hinteren Schwenk-Laufachse an. Ich habe dies hier durch eine (vorbildwidrige) seitenverschiebbare Achse gelöst. Zu diesem Zweck habe ich ein Achslager von Armin-Hagen Berberich verlängert und abgegossen. So ist ausreichend Raum für eine Seitenverschiebung der Achse vorhanden. Um aber die richtigen Maße zum Durchfahren der Radien zu ermitteln, waren verschiedene Rahmen-Varianten nötig. Da ich als schamloser Modellbauer Meterspurfahrzeuge auf 16,5 mm Gleis setze, gewinne ich hier mehr Platz, um die Achslagerungen weiter nach außen zu schieben. Die umlaufende Bodenplatte wurde aus 1 mm Messing gefräst und muss um 2 mm angehoben werden. Dies geschah einfach durch Unterlegen entsprechender Streifen auf die Aufsetzpunkte am Fahrwerk. Der Rahmen für die hintere Laufachse und das Führerhaus sind ebenfalls aus Messing gefertigt. Das Führerhaus entstammt aus einem früheren Teilebausatz von mir und musste auseinander geschnitten und neu verlötet werden. Alle Baugruppen sind gegenseitig verschraubt, was eine genaueste Planung und Zeichnung voraussetzte. Vor allem die Lage der Anschraubpunkte zum Fahrwerk musste genau ermittelt werden, da hierfür kaum noch Platz zur Verfügung stand. Ich fertige dazu zur besseren Genauigkeit Skizzen und Zeichnungen im Maßstab 2 : 1 an, manchmal auch 5: 1. Die Längsträger unter dem Führerhaus sind aus PVC gefräst. Das Urmuster für die Blattfeder über der hinteren Laufachse ist aus Kupferstreifen geschnitten, zusammengefügt und abgegossen. Der Langkessel wurde aus 22mm Messingrohr gedreht. Hierdurch bekommt die Lok auch ausreichend Gewicht auf den beiden vorderen Laufachsen. Der Kessel wurde vorne durch das Fahrwerk angeschraubt und hinten unter das Führerhaus angeklemmt. Das senkrechte Abschlussblech vorne, welches um die Rauchkammer herum auf der Bodenplatte steht, fräse ich auf einem Teileapparat. So kann ich die exakten Winkel der Schenkel erzeugen. Die Messing Anbauteile stammen von Modellbahn Demko und Modellbahnmanufaktur Crottendorf. Modellbahn Demko zeigt nur eine kleine Auswahl seiner Produkte im Online Shop. Hilfreich ist, die eigenen Wünsche direkt bei ihm anzufragen. Durch die Verlängerung der Lok nach hinten im Vergleich zur Magic Train wandert der senkrecht stehende Motor aus dem Führerhaus unter den Kessel. Ich tauschte den Motor gegen den Faulhaber Getriebemotor 2020 Version A, der mir persönlich als beste Antriebsquelle für diese Fahrwerke gefällt. Das Führerhaus wurde so frei für einen schönen Stehkessel, den mir ein guter Freund im 3 D Druck angefertigt hat. Ich habe schon mehrere Umbauten auf dem Magic Train Fahrwerk angefertigt. Diesen halte ich (mit kleinen Kompromissen) für den schönsten und elegantesten. So hat mein 2 achsiger Weyer Personenwagen von Weinert, der bei der Kehdinger Kleinbahn lief, endlich die passende Lok gefunden.
Hallo, Hut ab. Hervorragendes Modell. Excelente Lackierung. Welcher Lack wurde verwendet. Interessant ist der Antrieb mit liegendem Motor. Kannst Du evtl. nähere Hinweise geben?
Hallo Michael, Deine Lok ist toll geworden. Ein super Umbau! So eine B1 Lok der Mindener Kreisbahn hätte ich mir auch immer in H0m gewünscht . Viele Grüße, Ralf
nein, hier war vorher ein stehender Motor und wandert stehend exakt zwischen die Wasserkästen und unter den Kessel. Der Getriebemotor steht also 20 mm hoch. Senkrechte Motoren sind meist unvorteilhaft im Modellbau. Wenn ich Fahrwerke selbst kontruiere, mache ich es so, dass die Motoren liegen und die Schwungmassen exakt unter den Kessel oder bei Triebwagen exakt unter die Führerstandskästen passen. Die verwendeten Lacke waren hier von Weinert. Gruß,
Ich glaube es ging mehr um die Farbtonwahl (das "Epoche I Grün" bleibt schwierig) aber ein wunderschönes Modell. Danke fürs Zeigen und die Inspiration!
Hallo Michael, danke für die Richtigstellung. Gut, dass es so ist. Die Begeisterung für dieses Modell veranlasst mich, zu versuchen diese Lok nachzubauen. MT-Fahrwerk(e) und das Führerhaus, einer von zwei Messingbausätzen die ich 2014 von Michael Hund erstanden habe, sind vorhanden. Sie waren zum Umbau einer MT-Stainz zu einer Plettenberg-Lok 1 vorgesehen. Nur eine wurde umgebaut und zieht mit der Plettenberg von Herrn Ehlebracht ihre Runden. Danke auch dafür, dass meine Herbst- und Winterabende nun fernsehfrei sein werden.
Nein. es ging tatsächlich um das Fabrikat. Überwiegend verwende ich Elita Farben. Bei Messing ist m.E das "finish" nicht zufriedenstellend. Ich will hier aber keine Farbendebatte losreissen Gruss Karl
Hi. Ja, die Weinert Farben sind sehr teuer und stinken übel. Aber das Ergebnis ist einfach hervorragend. Wer mit dem Gestank leben kann und sich das Spritzen leicht machen will, der sollte zu Weinert Farben greifen. Bei mir ist das leider nicht möglich, da ich keinen genügend gut belüfteten Raum zum Lackieren zur Verfügung habe und ich somit keine Lösemittelhaltigen Lacke spritzen kann. Ich bin inzwischen bei Oesling gelandet, was auch ganz passabel funktioniert. Aber Weinert wäre noch besser.
Zitat von KFG im Beitrag #6Die Begeisterung für dieses Modell veranlasst mich, zu versuchen diese Lok nachzubauen.
Hallo Karl,
da wären wir ja schon zwei...
Das Führerhaus der Plettenberg habe ich schon vor langer Zeit zusammengelötet und es ist - auch wenn das bei meinen Lötkünsten keineswegs selbstverständlich ist - immer noch nicht auseinandergefallen. Aber auf meine Stainz hat es das hübsche Gehäuse bis dato noch nicht geschafft. Wenn ich das angehe, dann auch gleich "richtig" mit Laufachse.