Es war gegen 22,30 Uhr und schon schummrig, als der letzte Zug aus Wuitz-Mummsdorf in Gera-Pforten eintraf. Fast pünktlich, wenn da die Übergabe in Pölzig etwas schneller geklappt hätte. Jürgen Mayer, der Lokführer der 4714, verlies den Führerstand, um dem Fahrdienstleiter seine Beobachtung am Zaufensgraben mitzuteilen. Durch die Tageshitze, es waren um die Mittagszeit 36° C, sind am Zaufensgraben Schienenverwerfungen aufgetreten, die eine Gefahr für den Betrieb der Strecke darstellten. Der Fahrdienstleiter trug die Meldung ins Dienstbuch ein.
Am Morgen danach, Heinz Lieberknecht, angestammter Lokführer der 99 5912, befand sich gerade mitten bei der Restaurierung seiner Maschine, da bekam er vom Fahrdienstleiter den Auftrag, mit dem Arbeitszug der GMWE und 2 Kollegen aus der Gleisbaurotte die gemeldeten Gleisverwerfungen zu reparieren. Rasch sagte er dem Heizer auf der Pufferbohle Bescheid, der gerade die Lösche aus der Rauchkammer schaufelte. Klaus, der Heizer, murmelte so vor sich hin...Irgendwas ist ja immer....und drosch mit dem Hammer auf die Vorreiber, bis die Rauchkammertür wieder fest anlag.
Obwohl Heinz eigentlich den P 2314 planmäßig um 10.04 Uhr nach Wuitz-Mummsdorf übernehmen sollte, setzte er die Maschine um und bespannte den Arbeitszug. Die 2 Kollegen der Gleisbaurotte waren schon am Zug. Na, wenigstens das klappt ja, dachte sich Heinz Lieberknecht. Hab schon befürchtet, dass ich den Scheiß alleine gerade biegen muß. Dann winkte er dem Heizer, der unten die Stangen abölte, auf die Lok und wartete auf den Fahrbefehl.
Die Sonne schickte ihre wärmenden Strahlen über das Gleisfeld des Bahnhofsgeländes, als die Fuhre endlich losging. Mann, Mann, Mann, der Tag hängt wie an Ketten, hörte ich den Heizer Klaus leise fluchen, bevor er seine Kelle nahm und die Feuertür aufriss. Sein Gegenüber griff nach dem Bremshebel und schob dann langsam den Regler auf....