99 704 eine Sächsin die nach Württemberg kam Teil 3 ... und gleich nach dem Modellbau kommt der Wahnsinn ....
Baubericht Teil 3
Es sind vier Wochen her, daß ich Teil 2 des Bauberichts mit dem Rohbau der 99 704 hier vorgestellt habe. In der Zwischenzeit habe ich nicht nur meine alten Bauberichte im Forum auf Vordermann gebracht. Die meiste Hobbyzeit habe ich mich mit der Inneneinrichtung des Führerstands der 99 704 befaßt.
Es ist unglaublich schwierig, wenn man dieses Thema ernst nimmt und ein stimmiges Modell bauen möchte. Wenn man das konkrete Vorbild die 99 704 in Epoche II bauen möchte, dann gibt es dazu weder in der Literatur noch im Internet verwendbare Unterlagen. Klar, man kann noch existierende Schwester-Lokomotiven als Vorbild nehmen, die sind jedoch heute alle den Erfordernissen des Museumsbetriebs des 21. Jahrhunderts angepaßt.
Ich habe mich auf Fotos der 99 651 gestützt, die ich in den 80er Jahren auf dem Denkmalsockel in Steinheim fotografiert habe. Unterstützung fand ich bei Thomas Spieth, dessen Vater Hans Joachim schon in den 60er Jahren die württembergische Schmalspurbahn dokumentierte. Thomas hat selbst mehrere dieser Modelle gebaut, jedoch alle in der Epoche III. Dem EK Buch zur sächsischen VIK konnten auch noch Hinweise entnommen werden.
Dem Gebauer/HENKE Bausatz liegen für die Inneneinrichtung nur rudimentäre Bauteile bei. Von Thomas Spieth konnte ich einige Bauteile kaufen, wie z.B. den zentralen Öler. Manche Bauteile kommen aus meiner Bastelkiste oder Bauteile aus meinem Programm wurden entsprechend umgebaut. Eigentlich habe ich aus dem Bausatz nur den Stehkessel verwendet und alle angegossenen Leitungen und Details abgeschliffen.
Dem EK Buch habe ich entnommen, daß ab Ende der 20er Jahre die vorhandenen Lokomotiven der sä. VIK und alle neu ausgelieferten Lokomotiven sofort mit der Kippfeuertüre Bauart Marcotty ausgestattet wurden. Der Gebauer/HENKE Stehkessel hatte die seitlich schenkende Feuertüre der Ursprungsausführung. Da die 99 704 aus dem letzten Baulos dieser Gattung war, kann man davon ausgehen, daß sie bereits ab Werk mit der Kippfeuertüre Bauart Marcotty ausgestattet war. Ein entsprechendes Bauteil gibt es nicht zu kaufen, deshalb habe ich ein 3D Modell konstruiert. Die Herstellung eines Messing-Gußmodells wäre bei einer Auflage 1 Stück viel zu teuer, deshalb habe ich es als 3D Druck hergestellt und eingebaut.
Um die Inneneinrichtung später besser lackieren zu können, ist sie separat aufgebaut und kann nach der farblichen Behandlung eingesetzt werden. Das hatte zur Folge, daß Stellstangen und Leitungen von außen nicht durchgeführt werden können. Ich habe deshalb an der Vorderseite des Stehkessels eine zweite Wand angelötet von der aus innen die Stellstangen und Leitungen eingelötet werden können.
Ob die Bestückung des Stehkessels in der Epoche II tatsächlich so ausgesehen hat, das weiß ich nicht. Bestimmt fehlen einige Teile oder andere sind falsch, nach meinem Gefühl hätte es so sein können. Warten wir ab, wie die Inneneinrichtung nach der Lackierung aussieht und was man im eingebautem Zustand dann überhaupt noch sehen kann.
Die Inneneinrichtung habe ich schon sandgestrahlt, da sie mit den vielen Lötstellen etwas schmuddelig aussah.
Das waren meine Bauberichte im Modellbaujahr 2025. Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachten und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2026.
Hallo Armin, ich bin sprachlos - diese Detaillierung ist der Wahnsinn. Mehr fällt mir dazu im Moment einfach nicht ein. Toll, so etwas zu sehen. Danke! Gruß Henning
das sind die stillen Geheimnisse bei einem fertigen Modell. Das Dach bleibt wie bei allen meinen Modellen abnehmbar, schon wegen der Montage des Innenraums. Wie bei meiner 99 651 wird es auch bei der 99 704 eine Innenbeleuchtung geben, damit kann man durch die offene Türen und Fenster fast alles erkennen.
Hallo Armin, ehrlich gesagt bin ich nur auf den Gedanken gekommen weil ich eine Mannig Wardle von Dapol / Lionheat Trains habe, bei der kann man das Dach abnehmen (wird mittels kleiner Magnete gehalten) Das fand ich eine sehr schöne Idee! Die Inneneinrichtung ist für ein Fertigmodell sehr schön gemacht, finde ich. Was aber nicht ansatzweise an Dein Kunstwerk rankommt!!!!!! Bin nachwievor davon begeistert Gruß Martin
Armin hat meine Modelle erwähnt. Deshalb möchte ich die von mir gebauten Stehkesselvarianten der 99 651, 99 650 und 99 704 hier kurz zeigen. Die 99 715 sieht etwas anders aus. Da hier die württemberger Maschinen betrachtet werden lasse ich die 99 715 hier einmal weg. Die Bilder sind leider nicht so gut, wie die von Armin, da diese Bilder zum großen Teil vor sehr vielen Jahren entstanden sind. Zuerst kommt die 99 704, dann die 99 650 und zuletzt die zuerst gebaute 99 651. Die Farbbilder stammen von der 99 650.