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Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 1.312 mal aufgerufen
 Gleisbau
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Boemmel13 Online



Beiträge: 203

29.12.2025 09:42
Drehscheiben Antworten

Guten Morgen,

einige Leute hatten ja schon an anderer Stelle über Drehscheiben und deren Antriebe debattiert.
Wir möchten gerne demnächst ein kleines simples, universell einsetzbares Endmodul nach polnischem Vorbild bauen:. Von daher interessiert uns das Thema auch...



Gruß Jesper & Markus


Lindenauer Offline




Beiträge: 198

29.12.2025 14:58
#2 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo Jesper und Markus und alle Mitleser,

da habt Ihr ja meinen Gedanken von einem separaten Beitragsfaden zum Thema Drehscheibe gleich aufgegriffen und in die Tat umgesetzt. Sehr gut! Damit müssen wir Klaus' schöne Beitragsfolge zur Kleinbahn Erkner - Rüdersdorf nicht weiter verwässern und können uns hier austauschen. Ich zeige Euch mal, worum es bei mir geht:



Das ist also meine Minidrehscheibe, die ich 2017 gebaut habe und die sich seitdem in meiner Anlage befindet - und prinzipiell recht gut funktioniert. Sie hat nur einen Durchmesser von 13cm (Nenngröße IIe = im Original ca. 3m) und ermöglicht damit "Spielereien" auf engstem Raum, wie auch auf meinem Bildchen ersichtlich. Sie ist elektromotorisch (12V Mabuchi-Getriebemotor) angetrieben und dreht mit 1 U/min. Das habe ich im Praxistest ermittelt, ich hatte mir zuvor 4 U/min gedacht. Das sieht aber schlimm aus und ist vom optischen Gefühl einfach noch viel zu schnell. 1 Umdrehung pro Minute wirkt realistisch, ich habe an meinen Getriebemotor noch eine Schneckenuntersetzung gebaut und war dann mit dem Erreichten zufrieden.
Besonderheit, ich erreiche die Drehscheibe über 2 verschiedene Fahrstromkreise, muss damit die Drehbühne an Fahrstom 1 und Fahrstrom 2 anschalten können. Die Zufahrt von Fahrstrom 1 erfolgt über die Weichenanbindung rechts unten, die Abstellgleise mit der gelben Diema-Lok, dem Schienenkuli und der grünen Diema-Lok hängen alle am gleichen Stromkreis und sind jeweils abschaltbar. Die beiden mittleren Gleise (mit der roten Deutz und das freie) sind Fahrstromkreis 2. Hier setze ich im Fahrbetrieb im Regelfall über die Drehscheibe um, kann aber auch Loks austauschen unter der Beachtung, dass ich dann die Drehbühne "händisch" an die jeweils richtige Fahrspannung anschalte. (Was nicht immer gelingt, man muss schon ein bißchen Mitdenken) Wobei man immer noch beachten muss, die Polung der Drehbühne an die richtige Fahrtrichtung anzupassen - und das bei 2 verschiedenen Fahrstromkreisen. Wie gesagt, Mitdenken! Kriegt man aber mit ein bißchen Übung hin. Im Ausstellungsbetrieb freuen sich die Besucher über solche Rangier-"Drehereien".
Und nun kommen wir zum eigentlichen Problem, die fehlende Verriegelung! Die Drehbühne passend zu fahren, wenn nichts drauf steht, ist bei 1 U/min kein Problem. Da kann man entsprechend anhalten und alles passt. Wenn ich aber eine große Lok auf die Scheibe fahre (z.B. die rote Deutz, die ist etwa 16cm lang), dann ist die Scheibe voll verdeckt und das passende Anhalten wird zur Glücksache. Deswegen Veriegelung! Nun habe ich mich theoretisch schon mit Varianten befasst, mit mechanischer Rastung und Mikrotastern, eine gefühlt glückliche Lösung aber noch nicht gefunden. Lichtschranke? Weiß nicht, ob die so punktgenau arbeiten, wie erforderlich? Digital mit angesteuertem Schrittmotor, ist sicher eine feine Sache, da fehlen mir aber die Kenntnisse, zumal ich meine Anlage sowieso nur analog betreibe.
Damit möchte ich die Frage in den Raum stellen, wer hat sowas schon mal gemacht und kann seine Lösung hier vorstellen? Auf Eure Beiträge bin ich schon ganz gespannt...

meint der Lindenauer

Micha


Martin Offline




Beiträge: 1.518

29.12.2025 16:30
#3 RE: Drehscheiben Antworten

Moin Micha,

ein ähnliches Problem habe ich meiner umgebauten Hapo-Drehscheibe auch.

Ich habe die Gleisenden und die Anschlußgleisstücke ein wenig weiß eingefärbt und schon kann ich, auch wenn auf der Scheibe eine lange Lok steht, punktgenau anhalten.

Da ich aber R/C-gesteuerte Loks mit Akku an Bord fahre, ist das Problem nicht ganz so gravierend wie bei dir.

Das wird im Original z.B. in Polen oder auch in Frankreich gemacht.

Hier ein Video dazu.

https://youtu.be/2a-1U3vvV-4

Viele Grüße aus der Hildesheimer Börde

Martin

DelTang-Funkloks,
Wald- und Feldbahnen 0e, 16,5 mm,
Maßstab 1:45


Burghard Online



Beiträge: 212

30.12.2025 20:12
#4 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo,

auf meiner Heimanlage hab ich auch eine kleine Drehscheide installiert. Als Material für die Grube dient schwarzes POM.
Der Antrieb erfolgt über eine Kurbel, Kardan- Gelenken und ein Schneckengetriebe vom Anlagenrand. Die Übersetzung habe ich so gewählt, daß ich mir nicht die Hand abkurbeln muß um die nächste Position zu erreichen.
Die Verriegelung geschieht durch eine gezahnte Scheibe, in deren Lücken ein Riegel eingreift. Die Lücken sind leicht konisch, zur Verriegelung greift ein Kugellager ein. Der Riegel besteht aus ein kleines Linear- Lager. Eine Feder zieht den Riegel leicht in seine Position. Zum Entriegeln wird dieser über ein Gestänge vom Anlagenrand aus gezogen. Die Zugstange lässt sich in gezogener Stellung durch verdrehen des Zugknopfen so arretieren, daß der Riegel nicht ständig mit einer Hand gezogen werden muß.
Der Fahrstrom wird durch den Schienenkranz in der Grube und der Drehachse übertragen. Damit es zu keinen Kurzschluß oder Verpolung kommt habe ich ein Kehrschleifenmodul von Lenz installiert.
Bisher funktioniert alles super. Hier ein paar Fotos:



Viele Grüße,
Burghard

ps: vielleicht währe es sinnvoll den Tröt aus 1:45 heraus zunehmen und bei Technik einzubinden, damit sich die Beiträge leichter finden lassen. Schließlich hat es ja nichts mit den verwendeten Maßstab zutun

"Glaube nicht alles was Du denkst"
Was kennzeichnet einen Experten? Er irrt genauer.


Enzian 999 Offline




Beiträge: 358

31.12.2025 06:39
#5 RE: Drehscheiben Antworten

Moin Burkhard
Deine Lösung erscheint mir etwas praktikabler als meine Idee mit den Zahnriemen!
Die Kardanteile sollten doch relativ günstig in der RC Modellbau Ecke zu finden sein?
Deine Variante der Verriegelung ist schon relativ aufwendig, hattest Du das Ganze auch mal ohne Verriegelung ausprobieren?
Könnte mir vorstelle das gleich hinter der Handkurbel anzubringen......
Aber mehr als funktionieren muß es ja nicht
Insgesamt werde ich für mich Deine Variante mal abspeichern, danke fürs Zeigen
Gruß Martin und guten Rutsch ins Neue!


Enzian 999 Offline




Beiträge: 358

31.12.2025 07:03
#6 RE: Drehscheiben Antworten

Moin Markus (Bömmel13)
Hätte eine Frage zu Deinem Bild,
Leider ist die Qualität nicht so toll, aber sehe ich das richtig das die Stützräder bei der Drehscheibe oben auf der Umrandung der Grube laufen?
Ich Frage deshalb weil meine Kitwood Hill Drehscheibe inzwischen zu klein ist
Hatte die mal halbfertige bei Kleianzeigen günstig geschlossen....
Zu dem Zeitpunkt passte das von der Bühnen Länge her gut, aber seit dem hat sich mein Fuhrpark vergrößert!
Die K27 passt mit Ach und Krach noch drauf, dabei sind die Räder der Vorlaufachse und Tender nur noch zur Hälfte auf dem Gleis!
Was natürlich doof aussieht und auch unpraktikabel ist!
Danach kam noch eine K28 dazu da war dann entgültig Schluß!
Ich habe angefangen die Bühne zu verlängern, und dachte mir die Verlängerung oben zusätzliche oben auf dem Gruben Rand mit Stützrädchen auszurüsten....
Ich weiß nicht ob es sowas tatsächlich gab, evtl aus den gleichen Gründen wie bei mir?
Bei der Schmalspur gibts ja viele kuriose Sachen.....
Wenn jemand von Euch da was in der Richtung weiß bitte her damit!
Gruß Martin


Claus60 Offline




Beiträge: 1.253

31.12.2025 10:43
#7 RE: Drehscheiben Antworten

Hi.
Ich habe meine Kitwood Hills Drehscheibe mit einem kleinen, billigen Stepper- Motor und einem Arduino µC ausgerüstet.
Ein kleines Video aus der ersten Test- Phase um zu sehen, ob das überhaupt klappt:



Der Antrieb läuft butterweich, ganz ruhig und völlig lautlos. Das Video hat Ton, auch wenn man meint, es sei ein Stummfilm. Ein 2,50€ Stepper Motor vom Typ 28BYJ-48 sorgt dank integriertem Getriebe für die nötige Kraft bei gleichzeitig sehr niedriger Dreh- Geschwindigkeit. In Kombination mit dem Original.- Drehscheibengetriebe kommt man auf maximal 4 Minuten für eine Umdrehung. Sollte langsam genug sein. Beim Test oben war es auf 1 Minute pro Umdrehung eingestellt. Die Rotation kann also viel mal so lange dauern, wenn man möchte. Man bekommt den Stepper- Motor überall und in Massen, wo man auch andere Elektronik- Teile bekommt. Als Beispiel mal Amazon:

https://www.amazon.de/MakerMind-28BYJ-48...l/dp/B0DCK9YH7J

Bei Aliexpress habe ich ihn auch schon für weniger als 1€ gesehen. Es gibt ihn aber auch bei Reichelt, Völkner usw.

Den Motor habe ich einfach statt des Original- Getriebemotors an die Drehscheibe geschraubt. Die Wellendurchmesser stimmen nicht überein, weswegen ich einen Wellen- Adapter aus dem Schiffsmodellbau für die Anpassung von 5 auf 3 mm eingebaut habe.

So sieht der (deutlich lautere) Antrieb mit dem Original Motor aus, der beim Bausatz dabei war:



Und so dann mit dem Stepper Motor.



Der schwarze "Klotz" stammt aus dem 3D Drucker und dient als Abstandshalter, um Platz für den Wellenadapter zu bekommen. Der Stepper mit dem Wellenadapter ragt nur 2 mm weiter nach unten als der Original- Antrieb. Das sollte man sicher hin bekommen.

Ohne den Klotz sieht der Antrieb so aus:



Ursprünglich wollte ich die Arduino Software selbst entwickeln. Aber schnell habe ich eine bereits fertige Lösung im Stummiforum gefunden, mit der man die Gleise völlig frei anbauen aber trotzdem punktgenau einfach anwählen kann. Dort gibt es sogar Platinen Layouts, die auch gleich die Umpolung der Bühnengleise, das Umschalten des Gleissperrsignals, das Blinken der Warnleuchten und bei Bedarf sogar ein Sound- Modul integriert haben. Natürlich fehlt ein integrierter DCC Decoder auch nicht. Man kann die Scheibe also per DCC von der Digitalzentrale (bzw. von der Steuer- Software) aus steuern. Es gibt aber auch ein lokales Display mit Knöpfen, mit dem man die Scheibe vor Ort stellen kann.

Die Teile für den Antrieb kosten incl. Elektronik zusammen keine 20€ und bieten alles an Luxus, was man sich bei einer Drehscheibe nur wünschen kann. Daneben läuft der Antrieb einfach genial. Selbst Programmieren muss man dank der fertigen Software nicht. Nur ein paar Elektronik- Teile muss man zusammen löten können.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)Ein Modellbahn- Blog


Boemmel13 Online



Beiträge: 203

31.12.2025 11:40
#8 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo Martin,

das Foto ist wirklich Grütze - wie man unten links sieht, habe ich das Foto von einem Video geknippst. Ich muss das mal raussuchen und mache dann nochmal bessere Bilder...

Wir haben uns jetzt für diese Scheibe entschieden - ich denke mit 210mm ist die Länge ein guter Kompromiss - und mit Hilfe Claus' Berichts werden wir sie schon zusammengebaut bekommen ;-)

https://www.kitwoodhillmodels.com/on30-9-turntable/

Das Beispiel soll uns auch nur als Idee dienen. Ich finde einen solchen flexiblen Abschluss einfach sehr praktisch...

Schöne sylvesterliche Grüße

Jesper & Markus


lokonaut Offline



Beiträge: 305

31.12.2025 13:02
#9 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo Freunde des Flügelrades,

genau diese Kitwoodhill-Drehscheibe Drehscheibe habe ich auch. Tut euch den gefallen und nehmt, falls es (wie bei mir) mit dem Biegen/Löten des Laufschienenkreises nicht so funktionieren will, einfach mal ein anderes Schienenprofil. Der Rest des Bausatzes ist angenehm einfach zu bauen. Das werdet ihr sicherlich hinbekommen.

Einen hab ich noch, wobei mir allerdings die besseren Fotos irgendwie verlustig gegangen sind:



Das ist eine umgemodelte, recht günstige H0-Drehscheibe von Atlas. Meine hat nur lokalen Handbetrieb (Drehbare Kurbelimitation neben der Scheibe, aus Messing zusammengebraten und leider nicht drauf auf dem Bild), aber der funktioniert anstandslos. Verriegelung brauchts keine und die richtige Postion der Scheibe am Schienenabgang kann man anhand des Drehwiederstandes der Kurbelattrappe ganz einfach erfühlen.

Viel Spaß und Erfolg beim Scheibenbau!

Viele Grüße aus Südhessen

Alexander


Claus60 Offline




Beiträge: 1.253

31.12.2025 14:39
#10 RE: Drehscheiben Antworten

Hi.

Zitat von lokonaut im Beitrag #9
Laufschienenkreises

Ja genau, das hat mich auch unzählige Stunden und noch viel mehr Nerven gekostet. Das beiliegende Profil ist so störrisch, das man schier verzweifelt. Auf die Idee, einfach das Profil auszutauschen, bin ich leider nicht gekommen. Wäre dann wohl deutlich leichter und mit weniger Flucherei gegangen. Ich habe aber das extrem störrische Original- Profil dann doch gebändigt bekommen, allerdings ganz anders, als es in der Anleitung beschrieben stand. Nachdem alle Versuche, es so zu machen, wie in der Anleitung beschrieben, kläglich gescheitert waren, habe ich aus Verzweiflung den inneren Justagering (der Äußere war inzwischen zerbrochen) mit Sekundenkleber an die Scheibe geklebt. Dann habe ich das Profil an der ersten (doppelten) Pertinaxschwelle mittig angelötet. Schließlich muss man hier das andere Ende des Kreises auch noch festlöten können. Deswegen ist sie ja doppelt so breit wie die anderen Schwellen. Nachdem die Lötstelle fest genug war, habe ich mit einer Schraubzwinge das Profil bis zur nächsten Pertinaxschwelle an den Justagering gezwungen und es sot fest gelötet. Dann zur nächsten Schwelle, usw bis ich einmal rund war. Am Ende musste man dann auch noch das Profil etwas kürzen, da es zu lang war. Ein paar Lötstellen musste ich noch mal lösen und nachjustieren, aber am Ende lief die Bühne sauber auf dem Profil, welches dann doch "relativ" kreisförmig war. Jetzt musste ich noch den angeklebten Justagering wieder abreißen, was zum Glück relativ problemlos funktioniert hat.

Inzwischen sollen den Kitwood Hills Bausätzen aber deutlich biegsamere Profile beiliegen, habe ich gehört.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)Ein Modellbahn- Blog


Lindenauer Offline




Beiträge: 198

02.01.2026 22:20
#11 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo von mir in die Runde der Drehscheibenfreunde,

neues Jahr, neues Glück - und Euch allen möchte ich hier viel Gesundheit und maximale Bastelerfolge für 2026 wünschen. Ja, aus den obigen Wortmeldungen konnte ich schon einiges Nützliches heraus lesen. Danke zunächst an den Martin für seinen Tipp mit den Markierungen. Ich habe schon Ähnliches versucht, allerdings mit seitlichen Markierungen (obendrauf muss es bei mir als "Schienenstromer" blank sein), aber mit sehr mäßigem Erfolg. Das hängt auch viel von der Raumbeleuchtung ab und die ist bei jeder Ausstellung anders. Gut gefallen hat mir bisher die Lösung mit der Segmentscheibe vom Burghard, da werde ich prüfen, ob ich ggf. so eine Scheibe noch unter meinen Antrieb setzen kann. Auf den Kopf gestellt, sieht das bei meiner Scheibe so aus:



Da könnte man oberhalb (aus dieser Sichtweise) des Motors eine Scheibe anbringen, die sich mit der zentralen Welle mitdreht. Die könnte man auch als Nockenscheibe ausbilden, die Nocken ggf. justierbar machen, um eine Feineinstellung hinzukriegen. Hmmm, der Gedanke gefällt mir....
Die Sache mit dem Steppermotor finde ich aber auch nicht schlecht. Bei dem geringen Preis muss man sich eigentlich mal näher damit befassen, um sich in die Technik einzuarbeiten. Bleibt nur die Frage, ob der Motor stark genug ist, meine Loks, die etwa 200 - 500g wiegen, tatsächlich zu bewegen. Oder gibt's da was leistungsstärkeres
Na, auf jeden Fall hat mir das schon ein paar neue Denkansätze gebracht. Bin gespannt, ob noch weitere Anregungen von Euch eingebracht werden. Ich lese weiterhin "straff" mit und klinke mich zu gegebener Zeit wieder ein...

meint der Lindenauer

Micha


Claus60 Offline




Beiträge: 1.253

03.01.2026 12:12
#12 RE: Drehscheiben Antworten

Hi.

Zitat von Lindenauer im Beitrag #11
Bleibt nur die Frage, ob der Motor stark genug ist, meine Loks, die etwa 200 - 500g wiegen, tatsächlich zu bewegen. Oder gibt's da was leistungsstärkeres

Beides kann man mit "Ja" beantworten. Zum einen habe ich schon mal eine funktionierende LGB Drehscheibe mit dem 28BYJ-48 gesehen und zum anderen gibt es Stepper Motoren, die es schaffen Eisenbahnbrücken in 1:1 zu bewegen. Kommt immer nur darauf an, was man wo und mit wie viel Geld und Platz erreichen will...

Der 28BYJ-48 hat ein integriertes Getriebe wodurch er mehr Drehmoment hat, als man bei dem Preis und der Größe vermuten würde. Er ist halt nur nicht besonders schnell, was bei einem 3D Drucker ein großes Manko, bei einer Drehscheibe aber gar kein Problem darstellt. Eine Drehscheibe soll ja grade langsam laufen. Man kann aber auch, wenn man will, einen der sehr gängigen Nema17 Stepper- Motoren verwenden (ca 5-10€). Diese werden bei fast jedem 3D Drucker, Lasercutter oder CNC Fräse zum Bewegen des Kopfes verwendet und sind deswegen ebenfalls sehr günstig aufzutreiben. Die haben deutlich mehr Speed (und auch mehr Kraft), sind aber auch um ein vielfaches größer und vor allem viel schwerer:



Der Silber- Schwarze Würfel links ist ein Nema17 Motor, rechts daneben der 28BYJ-48.

Der 28BYJ-48 wird meist zusammen mit einem passenden Motor- Treiber geliefert, wohingegen man beim Nema17 in der Regel einen Treiber dazu kaufen muss. Eine günstige Alternative ist der A4988 Treiber, den man für ca 2€ bekommen kann. Durch den getrennten Treiber ist ein etwas höherer Aufwand bei der Verkabelung erforderlich. Den 28BYJ-48 bekommt man meist gleich komplett fertig verkabelt. Für 0e langt der 28BYJ-48 auf jeden Fall mehr als aus. Er ist spürbar stärker als der bei Kitwood Hills mitgelieferte Gleichstrom- Motor. Kommt man mit dem Original- Motor hin, tut es der 28BYJ-48 auf jeden Fall auch. Bei LGB würde ich aber wohl doch eher einen Nema 17 verbauen. Wohl auch bei Spur 1 und auch bei Spur 0, sofern dort schwere Messingloks gedreht werden müssen. Aber bei 0e langt der "Kleine" immer.

Der große Vorteil beim Einsatz eines Stepper Motors sind neben dem sehr leisen und ruhigem Lauf vor allem die unzähligen Möglichkeiten, die einem der Arduino bzw. die dort aufgespielte Software bietet. So kann man sich z.B. die mechanische Verriegelung sparen. Dazu kann man einen Hall Sensor (Cent Artikel) einbauen, der einem jedes Mal 100% exakt die "Nullposition" der Drehscheibe angibt. Bei jeder Inbetriebnahme justiert sich die Scheibe automatisch neu. So fährt die Scheibe immer ganz exakt die Gleise an, ohne das man sich manuell darum kümmern muss. Ein unter Spannung befindlicher Stepper Motor hält mit aller Macht seine Position. Den durch äußere Einwirkungen zu bewegen ist nahezu unmöglich. Da wird eher die Bühne zerbrechen als das man sie von Außen verdrehen könnte. Deswegen braucht man keine mechanischen Riegel und die Position wird trotzdem perfekt gehalten (so lange die Drehscheibe eingeschaltet ist). Man kann selbstverständlich auch ein Relais zur Umpolung des Bühnengleises mit integrieren und spart sich so das Kehrschleifenmodul bei DCC Betrieb. Auch Warnleuchten und/oder Gleissperrsignale steuert der Arduino "nebenbei" mit. Man kann auch ein Soundmodul integrieren, das dann bei der ja eigentlich lautlosen Drehscheibe entsprechende Geräusche von sich gibt (nix für mich, ich hasse Lärm). Dabei ist der Arduino auch noch leistungsfähig genug, um ein externes Bedienpult mit Display und Knöpfen sowie einen Software- DCC Decoder gleichzeitig mit zu integrieren. Und das alles mit einem µC, den man bei Aliexpress schon für weniger als 1€ bekommt. Ist schon erstaunlich, was da so alles möglich ist.
Wenn man das Komplettpaket aufbaut reicht der Arduino Nano mit dem 28BYJ-48 alleine natürlich nicht. Man muss das Ganze verdrahten, wofür sich dringend eine entsprechende Platine anbietet. Die liegt so bei ca 5€ (jedenfalls zu der Zeit, als ich meine Platinen besorgt habe). Daneben braucht man ein Relais 2x Um für die Umpolung, einen Hall Sensor, ein OLED Display mehrere Taster und Drehgeber für das lokale Bedienfeld und natürlich auch Kleinkram wie Widerstände, Kondensatoren, Dioden, Spannungsregler, Anschlussklemmen usw. Und bei Bedarf auch ein Mp3 Player- Modul mit Lautsprecher für den Sound. So kommt man auf rund 25€ (ohne Sound, mit sind es eher 30€). Natürlich je nach Quelle.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)Ein Modellbahn- Blog


RAST Offline




Beiträge: 292

03.01.2026 12:29
#13 RE: Drehscheiben Antworten

Moin Micha

Du schreibst:
"Danke zunächst an den Martin für seinen Tipp mit den Markierungen. Ich habe schon Ähnliches versucht, allerdings mit seitlichen Markierungen (obendrauf muss es bei mir als "Schienenstromer" blank sein), aber mit sehr mäßigem Erfolg. Das hängt auch viel von der Raumbeleuchtung ab und die ist bei jeder Ausstellung anders."

Entweder verstehe ich Dich gerade nicht, oder Du hast das mit der Markierung auf der Bühne von Martin nicht verstanden.
Vielleicht sind die Nebenwirkungen meiner Medikamente doch heftiger wie gedacht, und ich liege total daneben...

Martin hat am Rand des Drehscheiben- Troges eine Markierung gesetzt. Bei ihm ein weißer Punkt.
Auf der Drehscheiben- Bühne hat er für jeden Gleisabgang ebenfalls einen weißen Punkt gesetzt.
Immer wenn sich einer dieser Bühnenpunkte mit dem Trogpunkt trifft, stehen die Gleiseabgänge mit der Bühnengleis perfekt gegenüber.

Martin hat sich hier für einen weißen Punkt entschieden, weil man ihn einfach super sehen kann. Wer es weggetarnt haben möchte, kann sich ja andere Markierungen ausdenken.

Ich selber habe eine völlig vermurkste kleine Fleischmann Drehscheibe im Einsatz, die mit der von Claus beschriebenen Elektronik und einem Stepper Motor ausgestattet ist.
Damit bin ich mehr als zufrieden!

Hier habe ich übrigens zur besagten Drehscheibe einen Bericht geschrieben:
Kleine Drehscheibe für die GKB

Gruß Ralf


Martin Offline




Beiträge: 1.518

03.01.2026 20:39
#14 RE: Drehscheiben Antworten

Moin,

ihr habt beide Recht. Ich habe sowohl Markierungén auf der Scheibe als auch auf den Gleisenden. Als R/C-Fahrer mit Akku an Bord ist das für meine Loks kein Problem.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag !

Viele Grüße aus der Hildesheimer Börde

Martin

DelTang-Funkloks,
Wald- und Feldbahnen 0e, 16,5 mm,
Maßstab 1:45


Lindenauer Offline




Beiträge: 198

03.01.2026 21:24
#15 RE: Drehscheiben Antworten

Hallo auch nochmal von mir,

manchmal ist man richtig betriebsblind. Mir ist beim Anschauen von Martins Video tatsächlich die weiße Markierung neben der Scheibe nicht aufgefallen. Da habe ich wohl meine Medikamente nicht richtig eingenommen Ich habe nur auf die Schienenenden gestiert, wie das passt, wahrscheinlich, weil ich das bei meiner Scheibe auch immer so mache bzw. machen muss.
An Claus und Ralf möchte ich "kund tun", dass mir die Sache mit dem Stepper-Motor immer besser gefällt. Da ich den Umbau meiner Scheibe nicht gleich morgen beginnen will, werde ich mich mit der Technik wohl doch mal befassen, um erste Erfahrungen zu sammeln. Erstmal so einen Motor zum Drehen kriegen und dann weiter drüber Nachdenken, so ungefähr soll's werden...

überlegt sich der Lindenauer

Micha


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