nicht nur im Norden der Republik wird derzeit fleißig geplant, auch in südlicheren Landesteilen will man endlich mal groß oder doch wenigstens hoch hinauskommen!
Das für die Moba requirierte Kellergelass (schlappe 21,5m², daher wurde kurzerhand auf 3 Ebenen geplant) wartet nun schon seit über 10 Jahren auf die Realisierung des raumfüllenden Anlagenentwurfs. So weit also schon einmal absolut vorbildgerecht. Trotzdem: Man muss ja nicht alles nachmachen, was einem die große Bahn so vormacht.
Der Lösungsansatz zur Überwindung diverser Hemmnisse heißt bei mir: Kleinere Rosinenbrötchen backen. Also alles deutlich bescheidener. Das Thema lässt es vielleicht schon erahnen und der Blick auf diesen Gleisplan schafft bei Kennern des Vorbilds Gewissheit:
Die Rosine ist die St. Andreasberger Zahnradbahn. Die ist schon von Haus aus sehr überschaubar. Ich habe sie natürlich noch weiter eingedampft, d.h. vor allem verkürzt und (logisch, wo schreibe ich denn hier!) "ins Schmalspurige übersetzt". Bei der Gelegenheit auch gleich noch die Örtlichkeit geändert, damit der vorhandene Fuhrpark (überwiegend Magic Train) besser zum Bahnhof passt und eine DKW durch eine EKW ersetzt, damit es dem Personal nicht langweilig wird. Jetzt ist es nicht mehr St. Andreasberg sondern St. Oscar, was sich - zumindest für mich - schon ein bisschen nach Donaumonarchie anhört. Der familiären Gleichberechtigung wegen habe ich den Ausgangspunkt der Bahn Marlenenbad genannt. Oder vielleicht doch besser Marlenenburg? Aber das ist/wird ein anderes Thema...
Stichwort EKW: Gibt es in 0e nicht. Kann man sich aber machen, z.B. durch entfernen jeder zweiten Schwelle einer H0-EKW und ein bisschen Aufmoppelung der verbliebenen Holzimitate, hier mal beispielhaft mit Hilfe der Peco-Planungsschablone gezeigt:
Die rechte Seite schaut doch schon ganz gut aus. Links liegt noch die Hälfte der Originalschwellen. Über die mickrigen Radlenker trösten der überschaubare Umbauaufwand und die (hoffentlich) zuverlässige Funktion fürs erste hinweg. Bei Gelegenheit (jaja, die sind sehr selten geworden!) kann man (also ich) die Radlenker immer noch gegen ausgewachsene Exemplare der Gattung austauschen. Zumindest bei den Peco Einfachweichen hat das mit dem Umbau auf 0e schon mehrmals (okay: zweimal) erfolgreich geklappt.
Gäbe es noch was zum Bahnhöfchen zu sagen bzw. zu schreiben? Ja, sogar erstaunlich viel, insbesondere bezüglich der Betriebsabläufe, die durch die kurzen Gleise ohne Umfahrmöglichkeit und grundsätzlich an der Zugspitze der GmP laufender Güterwagen ein bisschen speziell sind. Lustig wirds auch, wenn zwei überlange (Pilger)Züge meinen, unmittelbar nacheinander in St. Anton (pardon: St. Oscar) einlaufen zu müssen. Dass Freilade- und Rampengleise innerhalb von Wartehallen und Fahrkartenverkaufsstellen eher ungewöhlich sind, ist schon klar. Wenn ich mich nicht verplant habe, wird man von den Wagen hinterm (bzw. im) EG aber nichts mehr sehen. Die verstecken sich gleich hinter dem Güterschuppen, können im Bedarfsfall aber durchs nicht vorhandene Dach der Wartehalle wieder aufs Gleis gewuppt werden. Das Zahradgleis links und die beiden Gleise rechts stoßen rechtwinklig an die Anlagenkante. Links könnte man einen einfachen Fiddleyard oder Zugkassetten anschließen, rechts würde sich "etwas mehr Bahnhof" anbieten, womit man St. Oscar zum Durchgangsbahnhof umbauen könnte.
Kleine Warnung noch: Auch wenn ich ziemlich konkrete Vorstellungen habe, wie das mal aussehen soll, ist das noch nicht der endgültige Anlagenplan. Als nächstes wird der Gleisplan in der CAD sauber nachgezeichnet, was schon die ersten (hoffentlich kleineren) Änderungen erwarten lässt.
ein tolles Thema hast Du Dir da ausgesucht. Ich hatte vor Jahren auch mal in die Richtung gedacht und mich mit einer anderen Bahn im Harz, der Kleinbahn Gittelde - Bad Grund, beschäftigt:
hintendran (bzw. vornedran, es wird ja alles die Zahnradstrecke raufgeschoben) rollen die üblichen Magic Train 2-Achser, wobei die Gleislängen für 2 Güterwagen und 2 maßstäblich lange Personenwagen (die MT-Personenwägelchen sind zu kurz) ausgelegt werden. Man könnte auch 2 mäßig lange Personenwagen (LüP max. 11500mm) und einen Güterwagen nach St. Oscar schieben und stünde immer noch Grenzzeichenfrei am Bahnsteig.
Dich interessiert vermutlich eher, was da auf der Zahnradstrecke an Lokomotiven fahren soll? Im Moment habe ich keine Oberleitung geplant, so dass nur Dampf oder Dieselloks bzw. Triebwagen in Frage kommen. Für den Bauzug muss erst einmal das hier ausreichen: Der Fleischmann Carl unterm blauen Blechkasten. Ein sehr seltenes Exemplar der Zahnrad-Kastendampfloks... Für spätere Epochen gibts auch schon einen gelaserten Teilebausatz im Stil einer V30 Emden-Pewsum-Greetsiel. Für die Ära zwischen Bauzug und Verdieselung bietet sich was auf Basis von Fleischmanns Zahnrad 91er an, aber das ist bei mir noch nicht ganz ausgegoren. Ein Träumchen wäre natürlich die 97er der JZ, aber das dicke Brett werde ich nicht Bohren können.
Die 12% Steigung sind jedenfalls ohne Zahnrad kaum befahrbar. Auch nicht mit Haftreifen auf allen Rädern. Aber vielleicht ja mit Haftreifen und Haftungserhöhung durch Magnete? Wenn ich mich nicht irre, hatten die Fama/Utz/AlpinLine Loks auch Magnete knapp über den Schienen, damit die Loks nicht aus der Zahnstange klettern. Mit ein paar kräftigen Neodym-Magneten und den passenden Schienenprofilen - das Märklin K-Gleis wäre mein Kandidat - werde ich das zumindest mal ausprobieren. Kräftiges 2,7mm-Profil auf dem Zahnradabschnitt und zierliche Code 75-Schienen im Bahnhof wären gar nicht so ungewöhnlich. Zumindest bei der Rittnerbahn sah das ähnlich aus.
Servus, Ja genau um die Loks geht's mir auch, leider gibt's da gar nix was mir gefällt. Der Carl ist mir ehrlich gesagt zu grobschlechtig von der Steuerung her und die 91er hat eigentlich auch nicht viel von einer Zahnrad Dampflok zu tun! Da ich ein großer Fan von Zahnradbahnen bin habe ich im Hinterkopf eine ohne echten Zahnradantrieb zu bauen und nur der Optik wegen eine Zahnstange ins Gleis einzubauen, ich weiß das es eigentlich Quatsch ist und nur mäßige Steigungen im Reibungsbetrieb machbar sind..... Gruß Martin PS: Hatte eigentlich gehofft das Du da was cooles aus dem Hut zauberst was mir bisher noch nicht vor die Flinte geraten ist
besonders spannend wäre der Bau einer Zahnrad-Weiche wie z.B. bei der Rorschach-Heiden-Bergbahn im Bf. Heiden. Direkt im Anschluss an die Weiche folgt zudem ein Bahnübergang. Die Straße kreuzt an der Stelle im Gegengefälle das im Bogen gelegene - und deswegen überhöhte - Zahnrad-Gleis. Eine sehr wirkungsvolle Methode der Verkehrsberuhigung ;-)