ich muss mich zu Beginn gleich "outen" und bekannt geben, dass ich meine IIe-Feldbahnerei seit über 30 Jahren auf dem Faller-Gleissystem auf 32mm Spurweite betreibe! Da wird auch nicht mehr dran gerüttelt, in meinem ehemaligen Berufsleben bei einem großen Mobilfunkanbieter galt insgeheim der Leitsatz "Never change a running system!". Und sich daran zu halten, spart meist viel Arbeit und Ärger. So halte ich das auch in den meisten Lebenslagen und somit auch bei der Modellbahnerei. Das Faller-Gleis bleibt, aber manchmal ist eben doch eine Anpassung vonnöten. Und da gibt es auf einem meiner Module einen "Schlenker", der mich schon ewig stört, nämlich den hier:
Anders ging's mit der starren Faller-Weiche "damals" nicht zu lösen, aber Bogen und Gegenbogen sind schon heftig und am Herzstück mußte ich schon mal vor längerer Zeit eine kurze "Fang"-Schiene anfügen, weil nicht alle Fahrzeuge die Schlängelei mitmachen wollten. Heute habe ich es nun getan: Raus mit dem Teil!
Ganz Original-Faller war die Weiche nicht, die wurde über einen Fulgurex-Motorantrieb bewegt und hatte auch ein umschaltbares Herzstück, was der Antrieb gleich mitschaltete. Die Neue soll das auch wieder so bekommen, aber eben eine andere Geometrie aufweisen. Ich habe das mit Schienenprofilen erstmal neu abgesteckt, so soll's werden:
Es wird also so eine Art Y-Weiche werden, das Schotterbett habe ich schon mal halbwegs korrigiert, am Ende muss geländemäßig eh' noch was an dem Modulteil getan werden. Im letzten Jahr hatte ich bereits schon eine ähnliche Weiche in dieser Form an anderer Stelle der Anlage eingebaut. Die hat sich bei der letzten Ausstellung über 4 Tage gut bewährt, so dass ich dieses Projekt hier nun angehe. Diverse Spurhalter und Hilfsmittelchen habe ich schon für den ersten Weichenbau hergestellt, die kommen hier wieder zum Einsatz und die zeige ich Euch im Rahmen des Bauberichts, wenn's soweit ist. Also, schau'n mer mal, wie's wird und bei Gelegenheit zeige ich Euch dann hier den Werdegang...
Habe vor ein paar Wochen in so einem Laden, wo die Leute Regalflächen mieten und privat Sachen verkaufen können, die Faller Dampflok gefunden. Preis: 8 Euro ! Die der Geschwindigkeit, mit der ich zur Kasse gerast bin, hätte jeden Weltrekord im 100 m Lauf unterboten. Wenn ich mal wieder Lust habe, werde ich aus dem Spielzeug eine "richtige" Lok machen. Dank Klipssystem lässt sie sich ja super einfach zerlegen. Da hat Faller wohl schon für die kitbashing-Modellbauer mitgedacht. Faller hatte das System ja für Playmobil Figuren gedacht. Wenn man mal nachrechnet sind Playmobil Männchen (und somit auch die Faller Bahn) Maßstab 1:24. Aber so pingelig sind wir schamlosen Schmalspurer ja nicht .
nach dem Besuch der NuSSA geht's nun im eigenen "Kramladen" wieder weiter. Neue Ideen im Kopf habe ich mitgebracht, aber zunächst muss das fertig gemacht werden, was auf der Werkbank liegt. Da war ja meine Weichenbaustelle, soweit ist's im Moment gediehen:
Die endgültige Lage ist nun fixiert und ich habe die Herzstückspitze und die ersten Schwellen eingelötet. Nix Spektakuläres, einfach nur Streifen aus 7mm kupferkaschierten Leiterplattenmaterial, das entspricht der Breite der Faller-Schwellen. Nun kommen auch meine Spurhalter zum Einsatz, einfach aus 6mm Rundmessing, exakt 32mm lang und an den Stirnseiten jeweils mit M3-Schraube versehen, so dass man das Teil mittels sanften Schraubandruck festspannen kann. Zwischenschiene und Flügelschiene am Herzstück werden aus einem Stück Schienenprofil geformt, das verlangt ein bißchen Fingerspitzengefühl, bis der Winkel im "Knick" stimmt. Das Langloch links stammt vom Antrieb der alten Weiche und muss später zu"gebabbt" werden, die neue Stellschwelle liegt nun weiter unten nach der ersten kurzen Schwelle. Das runde Loch ist das "Fundament" eines Fahrleitungsendmastes, das werde ich auch noch ein Stück nach rechts verlegen müssen. Soweit erstmal als Zwischenstand, demnächst geht's weiter...
Bei Deinem ersten Bild im Originalpost fragte ich mich "wo ist das optische Problem? sieht doch normal aus" Beim dritten Bild ging mir durch den Kopf "das will er hinbekommen???" Jetzt beim (nun) vierten Bild denke "hmmm, scharfer Winkel, könnte passen" Allerdings erinnert es mich nun absolut nicht mehr an die Feldbahngleisverlegung im Vehnemoor in Niedersachsen aus meiner Jugendzeit (und wenn ich heute mal wieder da bin). Der elegante Schwung Deiner Weiche macht neugierig auf den Fortgang.
Ich bleibe gespannt!
Grüße aus dem leicht feuchten Herzen des Schwabenlandes Marten
Aufräumen ist nicht das Problem, wiederfinden ist es!
ja, im Prinzip war die Variante im Bild 1 "feldbahnmäßiger", aber von der Fahrdynamik schon immer ungünstig. Je nach Achsstand liefen manche Fahrzeuge diesen Bogenwechsel in einem falschen Winkel an und "rumpelten" mitunter gegen die Ecke der Flügelschiene vom Herzstück, deswegen hatte ich die schon mit einem Stück Messingprofil verlängert. Nun entspricht ja das Faller-Gleissystem nicht der NEM, sondern ist eben "irgendwas" und in erster Linie auf die dreiachsigen Fahrwerke der Faller-Loks dimensioniert. Ich fahre aber mit allem möglichen Zeugs darauf herum, da sind also Fahrwerke bzw. Radsätze von Regner, ETS, Pola Maxi, Rivarossi, Lima u.a. im Einsatz, also quer durch das Spur-0-Angebot, was man eben gerade so bei der Hand hatte. Ich gehe davon aus, dass mein Weichenumbau der ganzen Sache ein Stück entgegenkommt, auf ein paar (von mir selbst) ermittelte Maße, die eigentlich auch nicht der NEM entsprechen, gehe ich später noch ein.
heute war ein guter Arbeitstag, ich bin noch ein ganzes Stück voran gekommen in meiner Gleisbau-"Brigade". Soweit ist's mit Stand heute Abend gediehen:
Flügelschienen, Zungenschienen und Radlenker alles drin, allerdings noch nichts verschliffen und elektrisch nichts getrennt. Der Proberadsatz kullert locker durch, so sollte es sein. Wie ihr seht, habe ich beim Löten Abstandsstücke zwischen Herzstück und Flügelschiene und zwischen Backenschiene und Radlenker mittels dieser Metallklammern fixiert. Die Stücke haben eine definierte Dicke, am Herzstück 2,8mm und am Radlenker 2,5mm. Das sind von mir ermittelte Maße, die aber nicht der NEM 110 entsprechen. Da wird für Spur 0 für die Lücke zwischen Herzstück und Flügelschiene 1,7 - 2,0 mm angegeben. Kann man machen, dann passt aber der Radsatz einer Faller-Lok nicht mehr durch, deren Spurkränze sind dicker als 2 mm! Und ich möchte ja weiterhin mit meiner Fahrzeugvielfalt überall fahren können. Wie ich auf meine Maße gekommen bin? - Einfach durch probieren mittels einer Probeweiche, die inzwischen aber auch auf der Anlage installiert ist, allerdings mehr im Nebenbereich. Aber da fahren alle meine Fahrzeuge ohne Probleme drüber, also passt. Tja, nun gehts langsam an die Anfertigung der Weichenzungen, das wird auch nochmal ein Geduldsspiel, aber wir Modellbauer haben ja Zeit oder nehmen sie uns einfach...
heute zum Montag war wieder Basteltag und da wurde an der Weiche weitergebaut. Wie schon angekündigt, stand die Anfertigung der Weichenzungen auf dem Plan und mit Stand zum Abend sieht's nun so aus:
Nun ist die Weichenform richtig sichtbar, es ist tatsächlich eine Weiche in leichter Y-Form geworden. Noch fehlt die Stellschwelle und die elektrische Trennung ist auch noch nicht vollständig erfolgt. Das ist aber Nebensache, bei allen nicht getrennten Schwellen hier im Bild ist lediglich nur noch die Mitte durchzuritzen. Wer sich dafür interessiert, wie ich den Drehpunkt der Weichenzungen gemacht habe, der kann das hier sehen:
An den Zungenschienen habe ich 5mm den Schienenfuß weg gefeilt und bei 2,5mm einen kurzen 1mm-Messingdraht nach unten eingelötet. Die Weichenzunge ist entgegengesetzt gestaltet, hier habe ich 5mm Schienenfuß stehen lassen und bei 2,5mm ein 1mm Loch gebohrt und schon passt das "saugend" in- und aneinander.
Und dann wollte ich wissen, welchen Weichenwinkel habe ich denn hier "empirisch" 'zamm gezimmert und habe meinen Anreißwinkelmesser aufgelegt. Ziemlich genau 25°, ich bin also durchaus noch im Feldbahnbereich mit meiner "schlanken" Weiche. Demnächst geht's mit der Stellschwelle weiter, ich lasse wieder von mir hören bzw. lesen....
heute ein kurzes Update. Nachdem alles verlötet ist, habe ich die Weiche vom Anlagenmodul wieder gelöst, die Lötstellen versäubert und alles in heißem Wasser gebadet. Als das Ding so auf meiner Arbeitsunterlage lag, dachte ich mir, mach mal ein Vergleichsfoto mit einer originalen Faller-Weiche, hier is'....
Soviel Unterschied sieht man gar nicht in der Weichengeometrie. Der "gerade" Strang macht einen leichten Linksbogen, der abzweigende hat einen größeren Radius gegenüber der Faller-Weiche. Macht aber in der Gleisfigur doch eine ganze Menge aus, sollte man gar nicht denken. Ein engerer Schwellenabstand bringt mehr Stabilität, besonders eben durch die erforderlichen Trennungen rings um das Herzstück. Als nächstes werden alte Faller-Gleisbänder geschröpft und die Kleineisen abgesägt, um sie hier auf die kupferkaschierten Schwellen wieder aufzukleben. Bis dahin...
das Wochenende ist so gut wie gelaufen, ein bißchen Bastelei im Keller ist auch wieder geworden. Wie angekündigt, habe ich alte(s) Faller-Schwellen(band) "gemetzelt", heißt die angespritzten Kleineisenplatten mit der PROXXON-Kreissäge abgesäbelt.
Wie man sieht, sind das meist alte beschädigte Schwellen, wo schon mitunter eine Lasche des imitierten Kleineisens in einem früheren Modellbahndasein abgebrochen ist. Wie das so ist, man schmeißt ja nichts weg. Solche beschädigten Sachen werden in einem Kistchen gesammelt und später kann somit noch gut Reste verwerten. Nachhaltigkeit heißt sowas heute in "neudeutsch", aber unsereiner'n hätte man das nicht erklären brauchen, man macht's aus innerer Gewohnheit so... Die Sägeränder muss man allerdings an den gewonnenen Kleinteilen noch ein bißchen entgraten und da steckt der Teufel im Detail respektive in der Pinzette, denn die Dingers haben das Betreben, in unbestimmte Richtungen davon zu hopsen, mitunter unauffindbar besonders auf dem rauhen Kellerboden. Man muss also schon eine "Handvoll" mehr vorbereiten als die in diesem Fall benötigten 54 Stück. So siehts aus, wenn einem nicht zuviel davon gehopst sind...
...und es sind sogar noch ein paar übrig geblieben für spätere ähnliche Vorhaben. Aufgeklebt habe ich die Teile auf die versäuberten Lötstellen auf den kupferkaschierten Schwellen mit dem Zweikomponentenkleber UHU Plus Endfest, da hat man 90 Minuten Zeit, alle Kleineisenplatten nochmal ordentlich auszurichten, andere Kleber härten mir da zu schnell aus. Tja, ein befriedigendes Ergebnis zum Sonntag, die Klebestellen müssen 12 Stunden aushärten und so habe ich noch Zeit hier diese Worte zu verfassen und in der kommenden Woche geht's weiter....
Nochmal 'ne Anmerkung: wenn ich Pertinaxschwellen elektrisch trenne, mache ich das mit einer dieser blauen Proxon-Schleif/Polierscheiben. Damit kann man in der Mitte die Kupferkaschierung in einer leichten Delle wegschleifen. Dann bleibt hinterher nach dem Anmalen nicht diese kleine Trennungsrille sichtbar. Nur mal so als Tip.
mein Thema zur Eigenbauweiche für IIe im Faller-Gleissystem möchte ich heute nun abschließen. Im Laufe des Monats März war ich schwer am Werkeln, seitdem habe ich keine weiteren Einträge verfasst, obwohl ich das Dinges zu einem guten Ende gebracht habe. Was fehlte, war der finale Test im Ausstellungsbetrieb, mit allen vorhandenen Fahrzeuge in beiden Richtungen drüber fahren, zeigt dann letztlich, ob's passt oder auch nicht. Nun war ich am letzten Juniwochenende mit meiner Anlage beim 22. Großbahntreffen in Schkeuditz mit dabei und konnte ausgiebig "drüber" fahren und hin und her stellen und es hat tadellos funktioniert. Und das bei einer Umgebungstemperatur bis an die 40°C (siehe auch im Beitrag "Hitze" ). Nicht eine Entgleisung auf dieser Weiche, so sollte es sein. Zwei Bildchen kann ich Euch davon noch zeigen:
Das Umfeld zur Weiche habe ich noch ein bißchen "gegreenkeepert", im Endzustand möchte ich meine Anlage komplett so neu beflockt haben, aber das ist doch ein recht großer zeitlicher Aufwand, also mache ich das Stück für Stück, so wie ich gerade meine Modulteile jeweils in Arbeit habe. Das Weichengewicht ist nur Imitation, das bewegt sich leider nicht mit. Die Idee dazu hatte ich zwar, da aber die "Mechnik" des (3D-gedruckten) Stellhebels nicht gerade leichtgängig funktioniert, schafft das der Stellmotor der Weichenzungen nicht. Kann man sich vielleicht später nochmal vornehmen, wer weiß... Wer sich über die vorhandenen Fahrleitungsmasten wundert, dem sei erklärt, dass auf dem Gleis hinter der Holzbude ansonsten eine kleine (Feldbahn-)Elektrolok verkehrt, die dazugehörige Fahrleitung möchte ich noch mittels eines gespannten Gummiseiles realisieren, soweit is'ses aber noch nicht. man braucht auch noch zukünftige Ziele...