ich hatte ja schon geschrieben, dass ich einen eigenen Beitragsbaum eröffnen wollte – hier beginnt er. BTW: im verloren gegangen Forum meine ich, dass ich schnon mal einen angefagen habe – egal.
Ich weiß gar nicht mehr, wann mir diese schnuckelige kleine Lok, das erste Mal auffiel - aber irgendwie finde ich sie putzig. Könnte auch auf einer Waldbahn ("natürlich" dann in 0e) laufen.
Sondieren wir zuerst einmal die Quellen: Eine Zeichnung ist jedenfalls im Heft 78 der Narrow Gauge and Industrial Railway Modelling Review enthalten.
Dann gibt es ein Buch über die französischen Militäreisenbahnen des ersten Weltkriegs in Frankreich von Dr. Christian Cenac – mit mehreren Schnittzeichnungen. Hiervon habe ich eine Dauerleihgabe.
Im französischen Forum .passion-metrique findet man verschiedene Hinweise.
Kommen wir zu Modellen: Vereinzelte Modellumsetzungen gab/gibt es in Spur 0 bzw. 7mm Vor Jahren gab es ein sehr einfach „gestricktes“ Model – m.W. nur das Gehäuse bei Shapeways.
Ein Modell stellte mal der französische Hersteller Geco-Modell her, muss in den 0er oder frühen 10er Jahren gewesen sein. Irgendwo habe ich Netz gesehen, dass es ein Messing Modell gewesen sein muss.
Bernard Junk hat auf der RAMMA 2017 in Sedan ein sehr schönes Diorama mit mehreren Pechots ausgestellt. Ein Modell lief auf dieser Anlage – ein Gecomodell – die anderen waren reine Standmodell aus den Shapeways-Gehäusen mit gedruckten Drehgestellen. Ich kenne nur die Web-Bilder, war (leider) selbst dort noch nie. Quelle: https://www.gemme.org/forum/viewtopic.php?p=18811
In einer der letzten Narrow Gauge and Industrial Railway Modelling Review wurde das Modell eines Australiers gezeigt – ich fand auch schon mal einen youtube-Film, komme aber derzeit nicht drauf.
Im Juli letzten Jahres bin ich über diesen Beitrag gestolpert – da wurde ein Pechot-Truck vorgestellt. https://www.passion-metrique.net/forums/...odelkit#p529273 Vor einigen Wochen fiel mir das wieder ein – und ich ging erstmalig auf diese Seite und da wurde doch tatsächlich zwischenzeitlich ein 3D-Druckmodell der Lok angeboten. Diese wurde wohl im Herbst auf dem Markt gebracht. https://modelkit.fr/fr/accueil/993-0-1-4...ot-bourdon.html Die Bilder sahen sehr vielversprechend aus – sehr detailreich und auch in sinnvollen Baugruppen getrennt. Das musste ich natürlich gleich bestellen, einfach um auch zu erkunden, welche Details umgesetzt wurden. Bei dem Modell handelt es sich um eine reines Standmodell - für 14mm Spurweite. Ein kleiner eisenbahntechnischer Fehler ist mit aufgefallen - aber der Anbieter dieser Modelle kommt mehr aus dem Modellbaubereich - sehe ich ihm also nach . . .
Konstruktion: Was nutzt die schöne Zeichnung aus der Narrow Gauge and Industrial Railway Modelling Review– Bilder müssen her. So wurde ein Wochenendbesuch um den 1.Mai 2019 in Dresden dazu genutzt die Lok ebenda ausführlich zu fotografieren – ganz offiziell mit angefragter Fotoerlaubnis.
Weiterhin unterstützte mich Peter Höhn mit jeder Menge Bildern und schließlich ergab sich 2021 nochmal die Gelegenheit die Lok – mittlerweile ins Frankfurter Feldbahnmuseum umgezogen – nochmals abzulichten.
Die Lok habe ich schon länger entworfen – anfänglich mit nur einem angetrieben Drehgestell – mittlerweile ist eine Lösung mit Kardanwellen der aktuelle Stand. Auch Digital und Sound lassen sich realisieren – der Lautsprecher kommt unten zwischen die Drehgestelle. Die Grundplatte würde ich wieder Lasern lassen.
Jetzt werde ich das 3D-Druckmodell noch unter die Lupe nehmen um zu eruieren welche Details sich noch darstellen lassen und dann sollte das auch weitergehen. Ein Punkt ist noch sehr schwierig – klar – die Steuerung – und das nicht nur in der realen Umsetzung. Die will noch nicht so wie ich – irgendwie bewegen sich Teile der Steuerung bei gewissen Radstellungen noch in den Zylinder – und ich habe noch keine Idee woran das liegen könnte. Daher ist der derzeitige Stand, das Modell bekommt eine Blechverkleidung – wie ein Splitterschutz an einer Kriegs-Lok, ist auch für eine Waldbahnlok ein Argument.
ZitatDaher ist der derzeitige Stand, das Modell bekommt eine Blechverkleidung – wie ein Splitterschutz an einer Kriegs-Lok, ist auch für eine Waldbahnlok ein Argument.
Gerade bei den Französischen 600mm "Tram" Lokomotiven war das auch Standard. In DSWA waren auch Brigadeloks mit Schürzen unterwegs, da mehr zum Schutz gegen Flugsand, was vermutlich auch in Algerien und im Kongo von den Franzosen genutzt wurde kam (wobei ich mir nicht sicher bin ob da auch die Fairlies zum Einsatz kamen). Das scheint mir ein valider Kompromiss, der zwar etwas Charme rausnimmt, bei dem Grundmodell ist aber genug da (ich finde die Loks gehören mit Abstand zu den knuffigsten Kriegsgeräten überhaupt.)
Die Teile sind derzeit nur lose zusammen gesteckt - und auf einem H0-Gleis, damit sie etwas geneigt ist, aufgegleist
Der Kessel - es fehlen aber noch ein paar Anbauteile, nur die beiden (Werkzeug?)Kisten sind schon aufgeklebt. Interesant fand ich wiederum, was da schon alles dran war - die Leitungen hätte ich wahrscheinlich nicht gedruckt, sondern separerat vorgesehen.
Zitat von dry im Beitrag #1Die will noch nicht so wie ich – irgendwie bewegen sich Teile der Steuerung bei gewissen Radstellungen noch in den Zylinder – und ich habe noch keine Idee woran das liegen könnte.
Das liegt an dem (vorsichtig ausgedrückt) etwas stilisierten Aufbau der Heusingersteuerung. Die kann, so wie sie im Bild dargestellt wird, keiner zum Laufen bringen. Lenkerstange und Schieberstange sind eindeutig zu lang. Ich hab das mal im folgenden Bild dargestellt:
Wie der Aufwurfhebel für die Schieberschubstange funktionieren soll, ist auch mir noch nicht ganz aufgegangen.
ein Modell der Lok habe ich bereits 1992 auf der Expometrique in Les Lilas bei Paris gesehen und fotografiert. Ich weis aber nicht mehr ob es 0f oder 0e war.
Zitat von dry im Beitrag #1 die Steuerung [...] will noch nicht so wie ich
Mon Dieu Monsieur Konstrukteur,
wie kann das sein? Isch abe gar keine Steuerung gesähn? Also läuft die bisher nur in der Simulation in den Zylinder? Dann gibts da ja so einige Fehlerquellen...
Mal wieder naiv gefragt: Der Zylinder hat doch zwei Totpunkte, die Kuppelstange steht dann auf 3 bzw. 9 Uhr, Umlaufdurchmesser = Kolbenhub. Wenn jetzt der Kreuzkopf in den Zylinder schrammt, musst du entweder den Radius verkleinern oder die Treibstange kürzen - "Alles andere ist primär" (Hans Krankl). Das wäre jedenfalls, wo ich zuerst ansetzen würde, wenn da irgendein Gestänge nicht so will.
Aber klarer Fall: Die pragmatischste Lösung des Problems ist eine Triebwerksverkleidung - als bekennender Dünnbrettbohrer auch mein Favorit!
Zitat von lokonaut im Beitrag #7Isch abe gar keine Steuerung gesähn? Also läuft die bisher nur in der Simulation in den Zylinder? Dann gibts da ja so einige Fehlerquellen...
Menno Alex - jetzt hast Du mich erwischt. Ich antworte mal auf die drei Aussagen mit: Ja - Ja - sitzt vor der Tastatur . . .
Ich beschreibe mal mein Vorgehen: Um nicht jedes Mal bei Änderung einer Komponente der Steuerung, erst nach der Durchaktualisierung zu sehen, wie sich das auswirkt, habe ich eine Steuerskizze mit entsprechenden Zwangsbedingungen und Maßen erstellt. Das schaut dann im Drehgestell so aus
Diese dient als Basis für die Erstellung der Einzelkomponenten - hier bspw der Lenkerstange.
Wie lang die Lenkerstange sein muss, wurde ermittelt - die Maße der anderen Steuerungsteile natürlich auch.
Wenn wir jetzt mal diese Steuerskizze bewegen. Hier Auslenkung auf 6 Uhr
10 Uhr
drei Uhr - und da knallt es dann
Und da "knabbere" ich jetzt schon länger dran und finde (leider) keine Lösung.
@Ralf: ja! - die I M ist da auch "gleich auf dem Radar"n wenn es um das "Verargumentieren" einer Triebwerksverkleidung geht.
die Treibstange ist zu lang. Das Foto und die Zeichnung zeigt die 6 Uhr - Stellung. Auf dem Foto ist der Kreuzkopf deutlich links der Kuppelradachse. Auf der Zeichnung steht er genau darüber. Der Kreuzkopf müsste in der Radstellung genau zwischen Zylinder und dem Steuerungsträger stehen. Auf dem Foto könnte ja man ungefähr die Entfernung vom Zylinder messen.
ich meine heraushören zu können, dass dich das mit der Steuerung gewaltig wurmt?
Nun bin ich leider kein Parametriker sondern Pragmatiker, aber
Zitat von dry im Beitrag #9 Um [...] zu sehen, wie sich das auswirkt, habe ich eine Steuerskizze mit entsprechenden Zwangsbedingungen und Maßen erstellt.
so was in der Art hatte ich vermutet.
Wenn wir mal ausschließen, dass das Maschinchen auch "in echt" nicht fahren konnte, bleibt doch eigentlich nur - deine Zwangsbedingungen sind falsch - deine Maße sind falsch - deine Software spinnt
Ich mutmaße, dass du die Bedingungen schon längst durchgegangen bist und auch beim dritten mal zum selben, unbefriedigenden Ergebnis gekommen bist? Dann könnte es helfen, den Denkansatz mal jemand völlig fachfremden zu erkären. Wehrlose Familienmitglieder sind naheliegende Opfer. Manchmal merkt man beim Erläutern, wo man sein Hirn verrenkt hat - und wenn nicht, ist es wenigstens ein Akt interfamiliärer Solidarität.
Bleiben die Maße - da kenn ich mich in Sachen Fehler berufsbedingt leider besser aus, als mir lieb ist: Also hast du jedes Maß nochmals geprüft? Insbesondere auch die Zuordnung Maß-Bauteil? Oftmals stimmen zwar alle Maße, aber sie werden falsch interpretiert. Und Zahlendreher sind besonders übel (34cm sind keine 43cm!), die haben mich schon viele Stunden gekostet.
Tja nu, und dann wäre da noch die dritte Fehlerquelle: Auch CAD-Programme haben manchmal so ihre Macken. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit, das mal mit einem anderen Programm durchzuspielen?
Wenn du allerdings schon abgeschlossen hast mit der Steuerung: Möge sie in Frieden ruhen - die Triebwerksverkleidung wird dir eine Menge Zeit und Nerven sparen!
Ich sags euch: Bei den abgebildeten Hallschen Kurbeln sind die Abstände Achslager/Kurbelzapfen zu groß. Damit vergrößert sich der Kolbenhub und es kommt zu den Karambolagen Lenkerstange/Zylindergehäuse. Ohne irgendetwas nachzumessen erkennt man das schon daran, daß die Welle des Aufwurfhebels für die Schieberschubstange in der 6 Uhr-Stellung mitten durch die Kuppelstange geht und nicht außerhalb deren Aktionsradius angeordnet ist. Hinzu kommt, daß die Länge der Kolbendichtfäche plus der notendige tote Raum vor und hinter dem Kolben bei der angedachten (gezeichneten) Zylinderlänge nicht darstellbar ist.
so wegen der Geometrie mal ein bisschen rumgespielt:
Aus dem Bildchen mit dem Tigerentenzollstock habe ich die Länge der Lenkerstange auf 24cm geschätzt. Das ergibt dann einen Umlaufradius von 15cm und einen Kolbenhub (=2 x Umlaufradius) von knapp 30 cm. So weit die Skizze. Das geht dann schon ziemlich eng zu in deinem Zylinder - da fehlt ja noch der eigentliche Kolben mitsamt dem von Peter erwähnten Totraum. Kennt denn jemand Kolbendurchmesser und/oder Zylindervolumen (ist das identisch mit dem Hubraum?) vom Vorbild?
@dry: Wie hast du denn die anderen Maße der Steuerung ermittelt? Jedes Teil einzeln mit dem Tigerentenzollstock per "Fotodoku"? Ist der Zollstock immer in einer Ebnene mit dem Maß, das du ermitteln wolltest?