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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 709 mal aufgerufen
 Vorbild in Wort und Bild
schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

07.05.2026 23:17
Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Forumsfreunde,
Gronauers April - Rätsel, in welchem es zu erraten galt, welchen Triebwagen er gebaut hat, lenkte irgendwie indirekt den Blick auf ein Detail der Westpreußischen Kleinbahnen. Es sind die Triebwagen, die im Netz dieser Bahnen verkehrten. Ich hatte schon geschrieben, dass ich auf dem Heimweg von der diesjährigen NuSSA über den Bau eines Triebwagens nachdachte. Und genau diese Fahrzeuge rückten ins Zentrum meiner Gedanken. Das Projekt werde ich zwar vorerst nicht realisieren. Es scheint aber doch, wenn ich den Verlauf der Beiträge in Folge des Gronauer Rätsels richtig interpretiere, weitere Interessenten für diese Triebwagen zu geben. Mein Favorit ist einer aus der Zeit vor 1945 ein Einrichtungstriebwagen.
Im Rahmen der Folgebeiträge zu dem „Triebwagenrätsel“ verwies Holger auf ein Youtube – Video über die Endzeit bei den Westpreußischen Kleinbahnen mit Aufnahmen vom Anfang der 1990er Jahre. Ich habe mir das Video angesehen und dabei festgestellt, dass man bei den Westpreußischen Kleinbahnen sehr schönes Motiv zur Umsetzung im Modell findet. Mein Interesse an diesen Bahnen wurde quasi wieder geweckt. Es gründet sich auf dem EK - Buch von Reinhard Richter über diese Bahnen. Die intensive Lektüre dieses Buches weckte damals den Wunsch, ein Modellprojekt in Angriff zu nehmen. Mein Favorit war das Stationsgebäude in Groß Zünder. Aber für einen größeren Bahnhof fehlte mir der Platz. Eine kleine Station mit zwei Weichen und Ladegleis war jedoch möglich. So entschied ich mich für die Standartwellblechbude der WKAG, deren Zeichnung im EK – Buch abgedruckt war. Die baute ich nach.



Beim Gleisplan entschied ich mich für die aus den Lenz – Normalien bekannte Ausführung mit zwei Weichen und Ladegleis. Die Station nannte ich „Klein Monschau“. Der Name wurde inspiriert von dem Foto der vermutlich letzten vorhandenen Wellblechbude in Matoway Male ( Klein Montau ). Die Module existieren allerdings nicht mehr.



Aber auch meinen Favoriten habe ich noch gebaut. Auf meiner kleinen 0e – Anlage, welche ich dieses Jahr in Stadtoldendorf ausgestellt hatte, fanden das Modell des Stationsgebäudes „Groß Zünder“ und des einfachen Klohäuschens ihren Platz. Bei dieser Anlage war ich allerdings so frei, sie in Ostpreußen zu verorten. Der Bahnhof hat inzwischen auch den Namen „Wilpischen“ bekommen.



Einen Bahnhof „Groß Zünder“ als H0e – Modell gibt es bereits. Informationen dazu findet man auch hier im Forum. Warum also nicht auch mal das Thema Westpreußische Kleinbahnen in 0e in Angriff nehmen. Inspiration aus der Zeit bis 1945 ist vom angekündigten Schmalspuralbum zu erwarten. Das wäre, wenn ich mich dazu entscheiden würde, neben dem EK – Buch meine Wahl, Anregungen für den Modellbau zu finden. Für die Zeit unter PKP – Verwaltung wird es sicher auch Informationen geben. Allerdings werde ich wohl nichts in diese Richtung planen. Habe sowieso schon mehr Pläne als im Rahmen meiner Restlaufzeit realisierbar ist. Den Bau eines der Einrichtungstriebwagen aus der Zeit vor 1945 könnte ich mir aber gut vorstellen.
Gruß Henning


Gronauer Offline



Beiträge: 534

08.05.2026 18:11
#2 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hey Henning!

Die Wellblech-Wartehalle aus dem EK Buch findet sich auch auf meiner Anlage wieder.



Ein schönes Teil, das eigentlich überall passt.

Gruß
gronauer


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

08.05.2026 18:35
#3 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Gronauer,
na das ist ja eine schöne Parallele unseres modellbahnerischen Wirkens. Daß jemand diese Wellblechbude nachbaut, hatte ich nicht erwartet. In der Tat paßt die überall. Bei mir ist sie im Moment allerdings beschäftigungslos. Ich hatte mal den Plan, sie zu einer Wellblechbude a`la Lenz umzubauen. Das unterblieb. Nun habe ich mich Weihnachten 2024 "dank" des Schmalspuralbums Ostpreußen an die Schmalspurbahnen dort "verliebt". Daraus entstand die Idee, eine der Stationen nachzubauen. Die hätte auch eine Wellblechbude. Allerdings sieht die etwas anders aus. Da kam dann die wieder die WKAG - Bude ins Spiel. Ich war schon drauf und dran, sie umzubauen. Aber irgendwie scheute ich den Aufwand. Ich hatte das Model damals mit "Wellblech" - Platten von Plastruct gebaut. Leider gibt es die nicht mehr und mein Vorrat reicht nicht für den Bau der "ostpreußischen" Wellblechbude. Das Projekt ruht also auch erstmal. Aber die ostpreußische Station will ich unbedingt bauen. Irgendwie faszinieren diese Bahnen, denn mein Modellbahnerherz schlägt für die kleinen bescheidenen Bahnen in den dünn besiedelten landwirtschaftlich geprägten Gebieten. Eine passende Lok und einen passenden Wagenpark habe ich. Auch die Viehverladung, die auf "meinem" Vorbild vorhanden war, ist vorhanden. Das Restaurant mit angeschlossenem Kolonialwarenladen ist im Bau. Fehlt an Bauwerken nur noch die Wellblechbude.
Gruß Henning


Burghard Offline



Beiträge: 222

08.05.2026 19:33
#4 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Henning,

ich gratuliere Dir zur Vorbildwahl. Das angesprochene Modell vom Bhf. Groß Zünder in H0e ist mein Werk. Ein richtig schnuckeliger Bhf. Doch leider enthält die im Buch gezeigte Zeichnung einige Fehler. Egal, es ist ein super schönes Gebäude. Während eines Urlaubs in Westpreußen habe ich auch schon das Original vor Ort besucht. Es steht noch immer und beherbergt ein Ladengeschäft. Unter den Güterboden befindet sich ein Keller mit einer Langen Rampe nach unten. Dort wurden sicher Milchkannen und empfindliche Güter bis zum Abtransport gelagert.

Eine Frage zu Dein Modell hab ich auch noch: Von welcher Firma stammt das Mauerwerk oder hast Du es gelasert? Eine große Auswahl in 1:45 / 43,5 hat man ja nicht grade.

Viele Grüße,
Burghard

"Glaube nicht alles was Du denkst"
Was kennzeichnet einen Experten? Er irrt genauer.


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

08.05.2026 23:25
#5 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Burghard,
ich erinnerte mich erst nach dem Schreiben meines Beitrages, daß Du es bist, der Groß Zünder in H0e baut. Ich fand das interessant, daß sich jemand des Vorbildes annahm, welches mir so gefallen hatte. Es freut mich, daß das Originalgebäude noch existiert. Der Keller wäre noch ein interessantes Detail für den Nachbau gewesen. Nur mal so zur Ergänzug meiner Kenntnisse - an welcher Seite des Gebäudes also Gleis- oder Straßenseite war er? Oder befand er sich an der Stirnseite Richtung Plumpsklo? Gleisseitig ist er auf dem Bild aus dem EK - Buch nicht zu erkennen. Mein Modell ist und bleibt abnehmbar. Falls es mal auf eine andere Anlage "wandert" kann ich auch den Keller nachbilden. Mein Modell ist ja fertig. Welche Fehler in der Zeichnung sind, würde mich trotzdem interessieren. Beim Bau habe ich Mauerwerksplatten von Slaters verwendet. Die habe ich vor vielen Jahren mal gekauft - keine Erinnerung mehr wo das war. Die Ziegelgröße paßt recht gut. Eine farbliche Nachbehandlung habe ich nicht vorgenommen. Das Material sah kaum nach Kunststoff ( bzw. Plaste ) aus. Ich hatte die Mauerwerksplatte weiß eingefärbt und die Farbe nach dem Trocknen abgerubbelt. Dabei bleib die weiße Farbe in den Ritzen und der optische Eindruck der Ziegel erhielt noch einen etwas realistischeren Eindruck. Ich habe mal fix gegoogelt. Dieses Material müßte es sein -> https://www.one2zmodelshop.com/de/slater...rot-schaal.html. Beim Bau meines Trafoturms habe ich übrigens Mauerwerksplatten von Bünnig Modellbau verwendet ( Ziegelstein Kreuzverband -> http://www.buennig-modellbau.de/0%20strukturplatten.html ). Das ist auch ziemlich vorbildgetreu. Ist allerdings MDF. Damit mußte ich mich erstmal einfuchsen.



Viele Grüße
Henning


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

08.05.2026 23:34
#6 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Forumsfreunde,
kleine Korrektur zu meinem Beitrag von heute mittag. Die Struckturplatten Wellblech von Plastruct gibt es doch noch. Habe sie auf der Homepage von Krick Modellbau gefunden. Könnte also die Wellblechbude der Station in Ostpreußen bauen. Aber das ist ein anderes Thema.
Gruß
Henning


Gronauer Offline



Beiträge: 534

09.05.2026 11:01
#7 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Zitat von schmalspurloethi im Beitrag #5
........ Beim Bau habe ich Mauerwerksplatten von Slaters verwendet. Die habe ich vor vielen Jahren mal gekauft - keine Erinnerung mehr wo das war. Die Ziegelgröße paßt recht gut. Eine farbliche Nachbehandlung habe ich nicht vorgenommen. Das Material sah kaum nach Kunststoff ( bzw. Plaste ) aus. Ich hatte die Mauerwerksplatte weiß eingefärbt und die Farbe nach dem Trocknen abgerubbelt. Dabei bleib die weiße Farbe in den Ritzen und der optische Eindruck der Ziegel erhielt noch einen etwas realistischeren Eindruck. Ich habe mal fix gegoogelt. Dieses Material müßte es sein -> https://www.one2zmodelshop.com/de/slater...rot-schaal.html. ..........



Hallo!

Die Mauerwerksplatten von SLATERS habe ich vor Jahren mal in GB gekauft.
Vom aussehen her passen die prima.

Was nicht ganz so toll war, ist das einfärben. Man braucht etwas Geduld und dann klappt es doch.
Leicht aufrauhen und mit einer hellen Farbe einstreichen. nach dem anziehen der Farbe, mit einem festen Lappen so lange abwischen, bis nur noch Farbe in den Fugen ist.
Leider hatten/haben?? diese Platten einen Nachteil.
Egal welcher Verband, immer waren die Fugen nicht im 90 Grad Winkel zueinander.

Es sieht m.M. nach aber besch...aus, wenn dann zB an den Gebäudeecken oder in Sockelhöhe plötzlich die Steine nicht in der "Flucht" sind.

Ich hab hier mal 3 Fotos, auf denen man eventuell sehen kann was ich meine.








Ob Slaters die Platten jetzt überarbeitet hat, weiß ich allerdings nicht.

Gruß
gronauer


Günni Offline




Beiträge: 1.004

09.05.2026 12:32
#8 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Ich nehme für Wellblech diesen Wellkarton aus dem Bastelladen. Der hat für Baugröße 0 gerade die richtige Teilung. Auch die Materialdicke ist ziemlich vorbildgerecht. Gibt's in verschiedenen Farben, für unsere Zwecke ist grau ganz gut geeignet. Auf der Rückseite ist eine dünne Lage Papier dagegengeklebt. Wenn man das ganz leicht feucht macht, kann man es einfach abziehen und hat die pure Welle.
Außerdem sind die Bögen preisgünstig und recht groß, da kann man viele Stationen mit Wellblechhütten ausstatten.

_________________________________

Günni

Je schmaler die Spur umso größer der Spaß


Burghard Offline



Beiträge: 222

09.05.2026 19:12
#9 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Grüß Dich Henning,

Ich hab Dir da mal was rausgesucht.


Eingang auf der linken Giebelseite


die Gleisseite







Ich hab diesen Eingang leider auch nicht dargestellt, hatte noch keine Infos dazu. Das würde aber gut den höheren Güterboden erklären., wäre ein weiteres schönes Detail.

Viele Grüße,
Burghard

"Glaube nicht alles was Du denkst"
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schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

09.05.2026 22:58
#10 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Gronauer,
bei der Farbgebung der Slaters - Platten habe ich genau so gearbeitet. Das klappte nach meiner Erinnerung, es ist schon einige Jahre her, ganz gut. Das Problem mit den Fugen habe ich nicht festgestellt. Meine Platten sind ca. 25 Jahre alt. Hatte sie beim Bau meines Loksschuppens und der Gebäude für meine alte Löderberger Kreisbahn verwendet.
Gruß Henning


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

09.05.2026 22:59
#11 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Günni,
danke für den Tip. Mal schauen, ob ich in Halberstadt solchen Wellkarton bekomme. Der Rest meiner Plastruct - "Wellblech"platten reicht nur noch für den Korpus der ostpreußischen Wellblechbude. Für das dach reichts nicht.
Gruß Henning


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

09.05.2026 23:11
#12 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Burghard,
ganz, ganz herzlichen Dank für die Bilder. Ich freue mich sehr. Das wäre tatsächlich ein Detail gewesen, was ich gerne noch nachgebildet hätte. Allerdings steht mein Stationsgebäude relativ nah an der Anlagenkante. Das Plumpsklo ist fast direkt daneben. Dafür hätte ich dann einen anderen Standort wählen müssen. Die Höhe des Güterbodens hat mich immer schon ein wenig gewundert. Irgendwie erschien sie mir nicht plausibel. Kann schon sein, daß sie dem Keller geschuldet ist. Ich denke, wir sind mit unseren Modellen des Empfangsgebäudes von Groß Zünder zufrieden und lassen alles so, wie es ist.
Viele Grüße
Henning


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

10.05.2026 12:49
#13 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Burghard,
ich habe mir Gedanken darüber gemacht, welche Funktion der Keller unter dem Stationsgebäude von Groß Zünder erfüllt haben könnte. Ich kann mir vorstellen, dass er als Lagerraum für das Material diente, welches man zu Instandhaltung und Betrieb des Gebäudes und des Bahnhofs benötigte. Petroleum für die Beleuchtung, Öl für diverse Zwecke, vielleicht auch Werkzeuge und Anderes musste ja irgendwo vorgehalten werden. Dass man Milchkannen oder empfindliche Güter erst in den Keller trug und dann wieder nach oben, kann ich mir nicht vorstellen.
Viele Grüße
Henning


Burghard Offline



Beiträge: 222

10.05.2026 17:19
#14 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo,

Das mit den Milchkannen war ja auch nur eine Vermutung. Im Keller war es sicher schön kühl und dunkel. In Altenkirchen/ Rügen nutzte man das alte Gebäude einer Viehwaage als Abstelle für Milchkannen und selbst in der blauen "Rügen- Bibel" wurde dieses als Milchhäuschen bezeichnet. Nun gut.

Vielen Dank für die Adresse für's Mauerwerk. So manches Gebäude steckt in der Pipeline und da kann ich es gut gebrauchen.

Grüße,
Burghard

"Glaube nicht alles was Du denkst"
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schmalspurloethi Offline



Beiträge: 298

10.05.2026 22:43
#15 RE: Westpreußische Kleinbahnen Antworten

Hallo Burghard,
leider wird man nicht mehr in Erfahrung bringen können, wozu der Keller in Groß Zünder genutzt wurde. Auch wenn es nicht so arg wichtig ist, interessiert mich so was schon. Meine Idee war ja auch nur reine Spekulation.
Interessant finde ich die Nutzung des alten Gebäudes einer Viehwaage als Abstelle für Milchkannen. In den längst vergangenen Zeiten, als es noch keine Kühl – LKW gab, musste man sich was ausdenken, wie man die Milch kühl hielt. Es gab dafür Milchkühlereien



Für meine 0e – Ausstellungsanlage habe ich eine gebaut. Vorbild ist das von Thomas Hach im Mittelpuffer 21 beschriebe Gebäude in Senzke. Dort kühlte man die Milchkannen mit Wasser, welches aus der Tiefe heraufgepumpt wurde. Ein kühler Keller tut es natürlich auch.
Viele Grüße
Henning


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