Hallo Forumsfreunde, mein Interesse an den Schmalspurbahnen wurde vor allem durch die Schmalspurbahnen im Harz besonders durch die Selketalbahn geweckt. Es gab deshalb Projekte in H0m, mit denen ich auch in Dortmund war. Während der Intermodellbau 1990 lernte ich die Schmalspur in Spur 0 kennen. Es dauerte allerdings noch einige Jahre ehe ich begann, in 0e zu bauen. Die ersten Ergebnisse entstanden noch als free lance – Modelle. Mein erstes 0e – Modul hat übrigens zwei Umzüge überlebt und existiert noch.
Im Laufe der Jahre wurden die 750 mm – Schmalspurbahnen im Nordosten Deutschlands mehr und mehr für mich interessant. Meine stationäre Anlage ist davon inspiriert. Weihnachten 2024 „schenkte“ ich mir das Schmalspuralbum Ostpreußen. Es faszinierte mich derart, dass die Idee für den Bau einer Station aus dem Netz dieser Bahnen entstand. Zwei heiße Kandidaten kristallisierten sich heraus. Es sind beides kleine Stationen. Welche ich bauen möchte, steht quasi fest. Vorerst liegt der Plan zugunsten meiner Ausstellungsanlage aber auf Eis. Drei Weichen und die Viehverladung sind ebenso vorhanden wie der Fahrzeugpark. Das Restaurant mit angeschlossenem Kolonialwarenladen ist im Bau. Warum soll es eine Bahn aus dieser Region sein? Schon lange interessieren mich die Bahnstrecken, die abseits der Magistralen und dicht besiedelter Gegenden liegen. Es gibt sie heute schon lange nicht mehr. Für die von Demmin und Greifswald ausgehenden Lenz – Bahnen, welche mich zum Bau meiner stationären Anlage inspirierten, trifft das zu. Das im Modell darzustellen, was mir am Herzen liegt, geht nur in der Vergangenheit. Über Ostpreußen habe ich schon viel gehört und einiges gelesen, kenne es aber nicht wirklich. In meiner Kindheit hatte ich eine Nachbarin, die von daher aus „Astpreisen“ stammte. Ihren Dialekt fand ich lustig. Ein Buch, welches den Lebensweg einer Bäuerin aus der Nähe von Tilsit beschreibt, hat mir die Region ein wenig näher gebracht. Den Rest besorgte dann irgendwie das o.g. Schmalspuralbum. Ich kann nun ein wenig besser verstehen, dass die Schmalspurbahnen in Ostpreußen eine wichtige Rolle bei der Erschließung des ländlichen Raumes spielten. Dabei stand in erster Linie nicht die Personenbeförderung, sondern der Güterverkehr beim Transport zu und von den Zucker- oder Zellstofffabriken zu im Mittelpunkt. Das ist meine ( Modellbahn- ) Welt. Ich hoffe, es bleibt mir noch so viel Zeit, dass ich die Idee auch realisieren kann. „Meine“ Station liegt an einer Strecke, auf der Loks und Wagen verkehrten, wie man sie auch bei Demmin und Greifswald sehen konnte. Auf den Fotos im Schmalspuralbum Ostpreußen sieht man Züge, wie ich sie auch mit meinen Modellen bilden kann.
Fehlt also nur noch die Modellstation. Gruß Henning
Sehr schön! Es freud mich immer wieder ein Blick auf dein Schaffen werden zu können. Wir erfreuen uns einfach an den selben Motiven. Was ich an der Brandenburger Pampa (wobei wur nur Landschaftlich und - wie nennt man das- geologisch (?) dazu gehehören. ) so schätze ist ja, dass sie zusammen mit dem heutigen Meckelenburg-Vorpommern, eben der hiesiege Rest einer großen Kulturlandschaft ist die sich weit nach Osten erstreckte. Und die hat eine gewisse Schönheit, fern ab von Bergen oder Meer (Ostseeküste mal außen vor...). Das dort das preußische Kleinbahngesetz seinen eigentlichen Entstehungsgrund fand vergisst man gerne, genauso dass hier erst durch Vertreibung, dann durch Grenzziehung Jahrhunderte an gewachsener Kultur schlagartig verändert wurden und dadurch viel nicht sichtbar aber stellenweise konserviert wurde.
Ich bin übrigens auch ein Großer Freund, des erwähnten Buches, zumal es auch ein paar Eindrücke vom bunten Triebfahrzeugpark der Ostpreußischen Kleinbahnen bietet. Der wich stellenweise stark vom bekannten Lenz (semi)Einerlei ab und beeinhaltete auch, gestalterisch m. E. sehr eigene, benzin/dieselelektrischen Triebwagen.
Ich würde immernoch behaupten, da ist für jeden was dabei!
Hallo Robert, es freut mich, dass Dich mein Schaffen interessiert. Werde mich bemühen, immer mal was zu zeigen. Dass wir uns an denselben Motiven erfreuen, habe ich schon wahrgenommen. Das mit der großen Kulturlandschaft zwischen dem Brandenburgischen, Mecklenburg-Vorpommern und dem riesigen sich weit nach Osten erstreckten Rest sehe ich genauso. Mich haben der Reiz und die Schönheit dieser weitläufigen Region immer mehr fasziniert, je mehr ich mich mit den Bahnen dort beschäftigt habe. Die Abgeschiedenheit, die es wenig attraktiv machte, damals moderne Verkehrswege wie Eisenbahnen zu bauen, mussten zwangsläufig zum preußischen Kleinbahngesetz führen. Leider litten vor allem die nordöstlichen Teile dieser Landschaft über die Jahrhunderte unter den Streitigkeiten und Besitzansprüchen verschiedener Herrscher. Da ist viel Leid entstanden. Das wirft ein wenig Schatten auf diese schöne und interessante Region. In der Tat ist es so, dass es bei den Ostpreußischen Kleinbahnen neben den bekannten Lenz – Einerlei einen recht bunten Fahrzeugpark gab. Manches davon reizt zum Nachbau. Aber ich muss vernünftig sein. Es gibt zu viele interessante Vorbilder. Es gilt, sich nicht zu verzetteln. Aber vielleicht fängt doch der Eine oder Andere Feuer und nimmt sich der Vorbilder an, die etwas exotischer sind als die Lenz – Bahnen. Ist viel Schönes dabei. Gruß Henning
Hallo Forumsfreunde, auch wenn noch nicht absehbar ist, wann ich mein Projekt des 0e - Modells der Station einer Schmalspurbahn in Ostpreußen realisiere, sind schon Bauwerke vorhanden bzw. im Bau. Eine Viehverladerampe entstand schon vor vielen Jahren auf Basis eines Artikels über die Viehverladeanlage Wörpedorf-Grasberg der Kleinbahn Bremen – Tarmstedt im Heft 13 der Zeitschrift „Der Mittelpuffer“. Autor war OOK.
Dieses Modell habe ich beim Abriss meiner alten stationären Anlage gerettet und voriges Jahr aufgearbeitet. Es passt, wenn auch woanders her stammend, gut ins Projekt. Bereits seit einiger Zeit in Arbeit ist das Modell eines Restaurants mit angeschlossenem Kolonialwarenladen. Im Schmalspuralbum Ostpreußen findet man diverse Fotos solcher Bauwerke, die es aber auch in Mitteldeutschland gab. Mir hat dieses Vorbild derart gut gefallen, dass ich es unbedingt nachbauen möchte. Bei mir entsteht es in kompletter Handarbeit. In der aktuellen Vorstufe kann man sich schon eine ungefähre Vorstellung machen, wie das Modell mal aussehen soll.
Neuestes Teilprojekt ist das Stationsgebäude eine Wellblechbude. Ich habe Günnis Tip aufgegriffen und für den Bau Wellpappe gekauft. Im Bastelladen „Bastelmaus“ in Halberstadt war sie vorrätig. Allerdings gab es keinen wirklich geeigneten Farbton. Weiß oder grau waren nicht auf Lager. Ich nahm eine Platte schwarze Wellpappe und kam beim Bezahlen mit der Ladeninhaberin ins Gespräch. Offensichtlich hatte sie so viel Freude daran, mir Tips zu geben, dass ich Reste weißer Wellpappe geschenkt bekam. Besonders hilfreich war ihr Rat, wie ich die Dachwölbung herstellen kann. Ich begann voller Enthusiasmus am Mittwoch voriger Woche mit dem Bau der Wellblechbude. Nach einer Woche stand der Rohbau.
Aber dann kam mein Standardproblem – die Farbgebung. Ziemlich sicher war die Bude grau. Auf den Vorbildfotos sieht man, dass die Vorderfront oben heller ist. Unten ist sie bis zu einer Höhe von ca. 50 cm dunkler. Beim Anmischen der Farbe geriet mir der Farbton dann doch etwas dunkel. Ich meinte aber dann, das tolerieren zu können. Der Versuch, die untere Fläche etwas dunkler zu gestalten, misslang. Ich probierte zwei Varianten. Und dann musste ich auch noch einsehen, dass ich zu wenig recherchiert hatte. In die linke Seitenwand des Dienstraumes vom Eingang aus gesehen hatte ich ein Fenster eingebaut. Auf einem Vorbildfoto sieht man, dass dort aber kein Fenster ist.
Wo auch immer ein Fenster sein könnte, ist auf den Fotos nicht zu sehen. Ich hatte dann eine Phase der Frustration und überlegt, was zu tun sei. Letzten Endes habe ich dann doch beschlossen, das Gebäude teilweise neu zu bauen. Das ist nun in Arbeit. Gruß Henning
Zitat von schmalspurloethi im Beitrag #4Besonders hilfreich war ihr Rat, wie ich die Dachwölbung herstellen kann.
Na dann mal raus damit. Interessiert mich natürlich auch.
Übrigens altern: besorg Dir mal ein paar Pastellkreiden in grauen, bräunlichen und ähnlichen "dreckigen" Farben. Die zerschabst Du Dir mit einem Messer zu mehreren Pulverhäufchen. Wenn man kräftiger schabt, bekommt man auch schöne Dreckpuckel. Auf Dein Gebäude kommt dann ein Anstrich mit farblosem Mattlack. Mit einem weichen Pinsel (Schminkpinsel sind gut geeignet) stupfst Du die verschiedenen Pulver in den frischen Lack. Je schludriger man dabei arbeitet, um so echter sieht es dann aus. Man kann einen zu dunklen Untergrund mit hellen Farben durchaus auch wieder aufhellen. Man kann die Farben auch mischen. Alles gut trocknen lassen und KEINESFALLS nochmal überlackieren, sonst fallen die Farben total ein und sehen matschig aus. Der Mattlack verklebt das Pulver sehr gut und durchaus griffest (wenn man nicht dauernd dran rumgrabbelt). Mit ockerfarbener Kreide kann man prima Rost darstellen.
Hallo Günni, hallo Forumsfreunde, die Herstellung der Dachwölbung eines Daches aus „Wellblech“ ist relativ einfach. Man schneidet eine Wellpappe passend zurecht und sucht sich eine scharfkantige Tischkante. Dann legt man das Wellpappstück mit der glatten Seite auf den Tisch und zieht es nach unten über die Kante. Das geschieht mehrfach bis die gewünschte Wölbung erreicht ist. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken. Günnis Tip, Gebäude mit aus Pastellkreiden gewonnenem Pulver zu altern, habe ich im Kopf. Leider habe ich hier in Halberstadt keine Pastellkreiden bekommen können. Auch die Bastelmaus konnte nicht helfen. So etwas wird bei ihr zu selten nachgefragt. Ich werde die Kreiden also wohl im Internet bestellen müssen. Es wäre hilfreich zu wissen, welches Produkt geeignet ist Auch eine Bezugsquelle wäre nützlich.
Moin Henning, ich denke Günni hat wohl an sowas gedacht.
Es gibt von den Herstellern, wie FaberCastell Sortimente in grau, braun und grün, die enthalten verschiedene Farbabstufungen. Bei mir sind die, wie man sieht schon lange im Gebrauch.
Genau die Dinger wie sie Ludwig zeigt. Also KEINE Ölkreiden! Die sind nur aus gepresstem Pigmentpulver, deshalb kann man sie auch so schön wieder zu Pulver zerschaben. Ich verwende die für fast alle Alterungen, auch auf Fahrzeugen oder in der Landschaft.
Wenn man das anfangs mal auf einem Stück Restmaterial ausprobiert, kriegt man schnell den Dreh raus.
Vielleicht sollte ich mal einen Artikel drüber machen . . .
Hallo Gronauer, danke für Deine Unterstützung bei meinem „Fensterproblem“. Beim Vorbild welches ich nachbauen will, ist die Entscheidung schon vor Monaten gefallen. Ich habe davon im Schmalspuralbum Ostpreußen drei Aufnahmen gefunden. Passenderweise zeigen diese die Frontseite Richtung Gleise und beide Stirnseiten. Die Rückseite fehlt. Auf meinen Modulen würde sie der Betrachter auch nicht sehen. Ich habe mich aber trotzdem entschlossen, das Fenster in der Rückwand des Dienstraumes einzubauen. Auch wenn die Position des Fensters recht unwichtig ist, würde ich unzufrieden sein, wenn keins vorhanden ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man eine Stromversorgung für das Gebäude hatte und immer das Licht angeknipst hat. Nun hat meine Seele Frieden. Als nächstes muss ich mich wieder an der Farbgebung, meiner Achillesferse, versuchen. Brauche dazu ein bisschen Mut und weiß nicht, ob ich das in den nächsten Tagen noch angehe. Wir fahren am Donnerstag für etwas mehr als 14 Tage an die Ostsee. Da hätte ich dann immer im Kopf, dass zu Hause mein Modell steht, was noch nicht so richtig gelungen ist. Gruß Henning
Hallo Jesper und Markus, die Idee ist nicht so schlecht, aber viel fehlt ja nicht mehr. Das hat Zeit bis in drei Wochen. Jetzt ist viel Radfahren und Ostsee genießen dran. Gruß Henning
Hallo Forumsfreunde, der dritte Versuch, auf der Vorderseite der Wellblechbude zwei Grautöne aufzubringen, ist gelungen. Ich habe die Wellpappe in zwei Teile getrennt. Der schmale untere Streifen wurde auf die Trägerpappe aufgeklebt und mit einem dunkleren Grauton angestrichen. Der obere Teil erhielt einen helleren Grauton. Nach Trocknen der Farbe wurde auch er aufgeklebt. Auf den Fotos ist der sehr schmale Spalt zwischen beiden Teilen nicht zu sehen. Beim Blick auf das Modell ist er natürlich erkennbar. Aber er fällt nach meinem Eindruck wenig auf. Bei direkter Anstrahlung mit einer Lichtquelle ist er deutlicher sichtbar. Ich denke aber, wenn das Modell auf einer Anlage steht, kann man das kaum erkennen. Ich bin mit dem Ergebnis jedenfalls im Moment zufrieden. Das Dach hat inzwischen auch Farbe bekommen. Da zeigte sich dann das Problem des Ausgangsmaterials. Die Wellpappe reagiert auf die Feuchtigkeit in der Farbe. Das Dach verzog sich zunächst. Nach Trocknen der Farbe ließ es sich aber richten. An den Dachüberständen hatte ich die Trägerschicht der Wellpappe entfernt. Dadurch ergab sich natürlich eine Instabilität des Materials. Der Farbauftrag hat sie minimal erhöht. Allerdings verloren die „Wellen“ links und rechts an den Stirnseiten etwas ihre Form. Ich konnte das nur wenig korrigieren und war zunächst unzufrieden mit dem Ergebnis. Nach Aufkleben des Daches wirkt es aber doch gar nicht mehr so übel. Ich lasse das erstmal so. Mal schauen, wie mir die Bude nach der Ostseereise gefällt.
Das Thema Farbgebung hat mir im Übrigen einiges Kopfzerbrechen bereitet. Ist im Grunde dasselbe Problem wie die Farben historischer Fahrzeuge. Die Qualität der zeitgenössischen Aufnahmen hilft da leider wenig. Ich habe ein wenig an einem der Vorbildaufnahmen „herumgespielt“. So ganz helles Grau war das wohl nicht. Und da mir niemand das Gegenteil beweisen kann, belasse ich die gewählten Grautöne. Wahrscheinlich wäre es aber doch besser gewesen, mit grauer Pappe zu bauen. Ganz fertig ist das Modell noch nicht. Ich werde den Dienstraum Innen noch braun streichen. Im Warteraum bekommen die Stützbalken auch noch braune Farbe. Das Fenster muss noch eingeklebt werden. Und natürlich gehört auch ein Stationsschild aufs Dach. Gruß Henning
Sehr schön! Ich hab mich bisher noch nicht an Wellblechbuden rangetraut obwohl sie doch eine recht viel Variation hatten und schnell zu bauen sind... immerhin hat für eine kleine in 1:32 gereicht :) Kommt noch :)
Bemalen ist übrigens auch garnicht meins... in groß wirds etwas einfacher, habe ich festgestellt, das wars aber auch schon. Ich schiebe das gerade auch fröhlich vor mir her :D (das Wetter ist jetzt leider keine Ausrede mehr).
Hast du dahinten eigentlich euch eine KS Mallet stehen, oder ist das die Resita?
/edit: Diese Umlautproblematik ist wirklich seltsam. Ich hab in dem kurzen Beitrag hier jetzt alle ausgetauscht, warum die manchmal als Fragezeichen abgespeichert werden, verstehe ich noch, warum ich rüber editieren kann nicht mehr. Sehr komisches verhalten.