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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.172 mal aufgerufen
 Modellbahnbetrieb
0eclubhh Offline




Beiträge: 39

15.08.2023 23:11
Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,
in meinen Beiträgen soll es um die vorbildgerechte Umsetzung des Zugleitbetrieb mit überwiegend unbesetzten Bahnhöfen und ortsgestellten Weichen gehen, also Betrieb nach FVNe. Die meisten Modell-Schmalspurbahnen werden wahrscheinlich nach desem Verfahren betrieben.

Und dennoch sieht man auf Ausstellungen einen Lokführer seinem Zug voraus gehen und im nächsten Bahnhof schon mal die Weichen stellen. Wie soll das denn gehen? Der Bahnhof ist unbesetzt!
Im Endbahnhof wird dann beim Umsetzen nach dem Vorziehen vom Zug über die Weiche, die Einfahrweiche am anderen Ende des Bahnhof auch gleich schon mal mitgestellt, aber spätestens bei Annäherung der Lok an diese Weiche. Wie soll das denn gehen? Der Zugführer schon mal vorgelaufen? Sehr unwahrscheinlich. Wenn er das immer machen würde,wäre er am Ende einer Scicht wahrscheinlich tot.

Ich möchte für mehr vorbildgerechtes bewegen der Modell-Triebfahrzeuge werben. In meinen Beiträgen sollen daher die beteiligten Personen, Abläufe, notwendige Dokumente und Texhnik des Betrieb näher betrachtet werden und wie ich es bei der MTSE täglich umsetze.

Wenn ich Lokführer schreibe meine ich immer den Triebfahrzeugführer auf der Modellbahn, alle anderen Personen beziehen sich immer auf das Vorbild. Bei der MTSE übernimmt der Lokfüher auch immer die Aufgben des Heizer bei einer Dampflok und die des Zugführer seines Zuges sowie ggf. auch die des Rngierleiter.

Ist ein Zug der MTSE im Bahnhof Wittower Fähre angekommen, kuppelt der Heizer den Zug ab, der Lokführer zieht vor über die Weiche, welche der Heizer dann stellt. Nun fährt der Lokfüher zurück über die Weiche und hält hinter der Weiche an, denn der Heizer legt die Weiche wieder in Grundstellung und geht danach wieder auf die Lok. Der Lokführer fährt erst dann weiter und hät in Höhe des Packwagen erneut an. Hier steigt nämlich der Zugführer mit auf die Lok, denn nur er besitzt einen Zugführerschlüssel mit dem die verschlossene Einfahrweiche aufgeschlossen und gestellt werden kann. Der Lokführer fährt wieder los und hält vor der Einfahweiche. Jetzt steigt der Zugführer von der Lok, schliesst die Weiche auf und legt diese um. Der Lokführer fährt über die Weiche vor. Der Zugführer legt die Weiche wieder in Grundstellung und verschliesst diese wieder. Der Lokfüher fährt bis auf die Weich zurück und hält an, damit der Zugführer wieder einsteigen kann. Dann fährt der Lokführer weiter an die andere Seite des Zuges.
Bei der MTSE sind Weichen, welche im Fahrweg von Zügen liegen, auch mit Outbus-Schlössern vorbildgerecht verschlossen. Das muss man nicht unbedingt nachbilden, aber der Lokführer sollte bitte seine Lok zumindest immer so wie beim Vorbild bewegen und Weichen nur dann gestellt werden, wenn auch im Vorbild jemand an dieser Weiche steht und Sie bedienen kann.
Die Weiche am Ende des Bahnhof ist übrigens nicht verschlossen, weil bei Endbahnhöfen die Zugfhrten in der Regel an der H-Tafel enden. Deshalb kann auch der Heizer diese Weiche bedienen.

Bei der RüBB kann man übrigens genu diesen Ablauf im Bahnhof Göhren täglich beobachten, nur anstelle des Halt am Packwagen nimmt die Lok dort noch auf dem Wege Wasser, aber wenn das beendet ist kommt der Zugführer auf die Lok und es geht weiter vor zur Einfhrweiche.

In diesem Sinne werde ich Euch bei Interesse mit weiteren Betriebssituationen bei der MTSE konfrontieren um Euch auch zu motivieren „Ihr spielt nicht mit der Eisenbahn, Ihr macht Betrieb!“

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


0eclubhh Offline




Beiträge: 39

27.08.2023 13:55
#2 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,
schon in meinem ersten Beitrag, habe ich für mehr vorbildgerechtes bewegen der Modell-Triebfahrzeuge geworben. In diesem Sinne ein weiteres Beispiel:

Am Nachmittag kreuzen sich in Bubkevitz der PKi665(B) von Bergen Ost nach Wittower Fähre mit dem P844 von Wittower Fähre nach Bergen Ost. Beim 665 handelt es sich um einen Sonderzug mit Kindern für das Schullandheim in Wiek, der nur bei Bedarf in den Ferien verkehrt. Der 665 nähert sich aus Richtung Bergen Ost zuerst dem Bahnhof Bubkevitz. Vor der Einfahrweiche hält der Lokführer den Zug an, der Zugführer steigt aus, geht zur Weiche vor, schliesst diese auf und legt sie um. Auf sein Zeichen fährt der Lokführer den 665 nun in das Überholgleis. Hat der Zug die Weiche passiert bringt der Zugführer diese wieder in Grundstellung zum Durchfahrgleis und schliesst sie wieder ab. Nun geht er zu Fuß zur Wartehalle mit dem Streckenfernsprecher und macht dort seine Zuglaufmeldung „665 in Bubkevitz angekommen, Einfahrt für 844 gesichert“, dazu später auch noch einmal mehr. Erst nach dieser Zuglaufmeldung des 665 aus Bubkevitz erhält der 844 in Wittower Fähre seine Fahrerlaubnis und darf abfahren und auch direkt in den Bahnhof Bubkevitz einfahren. Sobald der 844 zum Halten gekommen ist, macht der Zugführer vom 655 eine erneute Zuglaufmeldung „ 844 in Bubkevitz angekommen, dürfen 665 nach Wittower Fähre und 844 nach Bergen Ost weiterfahren?“. Nachdem der Zugleiter dies bestätigt hat, informiert der Zugführer des 665 den Zugführer des 844 über die Erlaubnis zur Weiterfahrt. Nun geht der Zugführer des 844 zur Einfahrweiche aus Richtung Wittower Fähre zurück, schliesst diese auf und legt sie um, für die Ausfahrt des 665 nach Wittower Fähre. Auf Zeichen des Zugführer vom 844, dass die Weiche umgelegt ist gibt der Zugführer des 665 nun seinem Lokfüher den Abfahrauftrag. Sobald der 665 die Weiche Richtung Wittower Fähre passiert hat legt der Zugführer des 844 diese wieder in Grundstellung und verschliesst sie. Danach geht er zu seinem Zug zurück und gibt seinem Lokführer den Abfahrauftrag. Der 844 verlässt nun auch Bubkevitz in Richtung Bergen Ost.
Hier haben die Zugführer einige ordentliche Meter zu laufen. Es wird also noch einmal deutlich warum der Zugführer, wann immer möglich, siehe Lok umsetzen in Wittower Fähre, auf der Lok mitfährt und der Lokführer sollte dies berücksichtigen. Weichen sollten auch nur gestellt werden, wenn jemand an der Weiche steht und dazu ist eventuell auch einige Zeit abzuwarten, denn derjenige muss da ja auch erst einmal hinkommen
Und warum so „vermeintlich“ kompliziert? Nun der 665 ist ein Bedarfszug, der nur an bestimmten Tagen verkehrt. Normalerweise hat der 844 in Bubkevitz also keine Kreuzung und muss dort auch keine Zuglaufmeldung machen. Er erhält in Wittower Fähre üblicherweise Fahrerlaubnis bis Bergen Ost. Durch die beschriebene Vorgehensweise ergeben sich für den 844 keine Änderungen zum Buchfahrplan bezüglich eventuellem Halt vor Trapeztafel,zu befahrenes Gleis und Abgabe von Zuglaufmeldungen, diese bleiben wie gewohnt. Er erhält zusammen mit der Fahrerlaubnis in Wittower Fähre zwar auch einen Befehl N, der ihn über die Kreuzung mit dem 665 in Bubkevitz informiert, aber selbst wenn er das auf dem Weg dorthin wieder vergessen sollte, kann nichts passieren. Spätestens bei der Einfahrt in den Bahnhof Bubkevitz wird er sich daran erinnern, denn da steht ja der 665 im Überholgleis und wartet auf ihn.
Genau einen solchen Halt eines Sonderzuges vor der Einfahrweiche, wegen Kreuzung, hat Ton Pruissen übrigens auf der DVD Reichsbahndampf Teil 6, die Rügenschen Kleinbahnen 1966-68, für den Bahnhof Trent im Film festgehalten.
Also bitte immer schön beherzigen: Wir spielen nicht mit der Modelleisenbahn, wir machen Betrieb!

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


0eclubhh Offline




Beiträge: 39

17.09.2023 13:30
#3 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,

ein weiteres Beispiel für vorbildgerechten Betrieb auf der Modellbahn gibt es jetzt hier.
Wir begleiten mit einer Bildreportage die tägliche Üb991 von Bergen Ost zur Meierei Bergen.
Und natürlich getreu dem Motto: Wir spielen nicht mit der Eisenbahn, wir machen Betrieb!

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


0eclubhh Offline




Beiträge: 39

17.11.2023 16:16
#4 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,

in der nächsten Bildreportage begleiten wir Uwe auf einem ganz normalen Betriebstag bei der MTSE mit den Güterzügen G981/G982, denn wir spielen nicht mit der Eisenbahn, wir machen Betrieb!

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


Gronauer Online



Beiträge: 364

17.11.2023 18:34
#5 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Danke Michael für den informativen Beitrag!

Ich sehe hier eine Wagenliste/Bremszettel für den Zug.
Bei der DB war so etwas ja für alle Züge zwingend vorgesehen, bei Schmalspurbahnen habe ich so etwas bisher noch nie gelesen/als Bilder gesehen.

Öfter habe ich mich gefragt, wie der Lokführer bei Schmalspurbahnen erfährt, was er eigentlich "im Nacken hat" und wie er das mit welchen Mitteln/Bremskraft bändigen soll.
Mündlich, wäre ne Möglichkeit, aber wenn da doch mal "was inne Buxe geht", hat er auf jeden Fall "schlechte Karten.

Woher das Zugpersonal genau weiß, auf welchen Bahnhof wohin mit welchen Anhängsel wäre da auch noch zu klären.
Frachtbriefe gab es ja sicher, aber die ständig durchzublättern wäre doch auch nicht dat jelbe vons Ei.
Klar bei 3 Schachteln, oder einem Ganzzug dürfte das (fast) jeder Zf auch so im Kopf behalten können, aber wenn es doch mal mehr wird??

So wie von Dir gezeigt, könnte es durchaus gewesen sein......oder ist die Wagenliste/Bremszettel sogar in Anlehnung an ein Original der Rüg Klb erstellt worden.

fragt
der gronauer


Übrigens:
Bei der DB waren in der Fahrdienstvorschrift (FV) von 1972 diese beiden Muster-Vordrucke enthalten





in der FV für Nebenbahnen habe ich allerdings nix zu dem Thema gefunden.


0eclubhh Offline




Beiträge: 39

17.11.2023 20:58
#6 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,
genau die von Dir gezeigten Unterlagen standen Pate für meine Eigenkreation. Diese Dokumente gab es auch bei der DR und somit auch bei den Schmalspurbahnen. Die RüKB Unterlagen kenne ich leider auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


0eclubhh Offline




Beiträge: 39

20.12.2023 22:18
#7 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Moin,
zu einem vorbildgerechten Betrieb gehört auch ein entsprechender Güterwagenumlauf. Wie das bei der MTSE organisiert ist habe ich jetzt hier aufgeschrieben.

Mit freundlichen Grüßen aus dem schönen Hamburg
Michael
0e-Club-Hamburg


Max Hensel Offline




Beiträge: 9

26.12.2023 20:47
#8 RE: Ich spiele nicht mit der Eisenbahn, ich mache Betrieb! Antworten

Zitat von Gronauer im Beitrag #5
Ich sehe hier eine Wagenliste/Bremszettel für den Zug. Bei der DB war so etwas ja für alle Züge zwingend vorgesehen, bei Schmalspurbahnen habe ich so etwas bisher noch nie gelesen/als Bilder gesehen. Öfter habe ich mich gefragt, wie der Lokführer bei Schmalspurbahnen erfährt, was er eigentlich "im Nacken hat" und wie er das mit welchen Mitteln/Bremskraft bändigen soll.Mündlich, wäre ne Möglichkeit, aber wenn da doch mal "was inne Buxe geht", hat er auf jeden Fall "schlechte Karten.


Hallo Zusammen,

ich versuche mal auf diese Frage etwas genauer einzugehen. Wie das früher bei den Schmalspurbahnen gehandhabt wurde, kann ich nicht zuverlässig beantworten. Alle meine Ausführungen beziehen sich auf die Fahrdienstvorschrift für Nichtbundeseigene Eisenbahnen (FV-NE) in der Fassung 1984 in der aktuellen Berichtigung B21 von 2021.

Zum Thema Zugdaten steht im §37 folgendes:

(1) Der Zugführer muss für den Zug während der gesamten Zugfahrt
kennen:
a) Anzahl der Wagenradsätze
b) Länge des Zuges
c) Zuggewicht
d) Bremsweg der Strecke
e) Gefahrgut. Art und Position der Wagen im Zug.
f) Nummer des letzten Fahrzeuges
g) Bremsstellung und Bremshundertstel des Zuges
h) Besonderheiten

(2) Der EBL des Eisenbahnverkehrsunternehmens legt die Form
der Erfassung und Übermittlung fest. Er kann hierzu z. B. die im Betriebsregelwerk EVU (BRW) enthaltenen Muster der „Wagenliste“ –
verwenden.


Auf einigen Schmalspurbahnen wird eine eigene Wagenliste verwendet, die auf die jeweiligen betrieblichen Verhältnisse angepasst ist. Sie ist dann in der jeweiligen Sammlung betrieblicher Vorschriften (SbV) enthalten und kann zum Beispiel neben Zugnummer und Name des Zf folgende Punkte enthalten:

- Fahrzeug Nr.
- Fahrzeugdaten wie Länge, Gesamtgewicht, Bremsgewicht
- Laufweg
- Besonderheiten/Bemerkungen

Fährt beispielsweise ein Triebwagen mit Beiwagen oder zwei Triebwagen ist es gängige Praxis, dass ein Dauerbremszettel verwendet wird, damit nicht jedes mal eine Wagenliste geschrieben werden muss.

Ebenfalls ist ein Fahrtbericht zu führen, zum Beispiel nach Anlage 19 FV-NE. Auch hier kann der EBL Abweichungen in der SbV festlegen und eine eigene, angepasste Wagenliste einführen. Sowohl im normalspurigen als auch im schmalspurigen Bereich sind mir als Zugführer beide Varianten schon begegnet. Dem Fahrtbericht kommt eine besondere Bedeutung zu, da er neben den Abfahr- und Ankunftszeiten, den Zugdaten aus Wagenliste/Dauerbremszettel vor allem die Fahrerlaubnisse im Zugleitbetrieb enthält.

Zugdaten und Fahrerlaubnis übermittelt der Zf dem Tf mündlich. Mindestens das Zuggewicht ist auch für den Heizer interessant.

Ich gehe davon aus, dass früher ebenfalls Wagenliste und Fahrtbericht geführt werden mussten.

Viele Grüße

Max.


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