Da ich Armins Faden zur "Carl" nicht weiter verwässern möchte und ich dieses Thema spannend finde, dachte ich mir, dass ich dafür einen eigenes Thema erstelle! Ich frage Armin dort, ob er Tipps und Empfehlungen zum präzisen anfertigen von Blechen hätte, nachdem er Mühelos für sämtliche Bleche des Carl Bausatzes Bleche zum "Aufdoppelt" der Blechstärke vorzeigte. Die Antwort war folgende:
Zitat von Armin-Hagen Berberich im Beitrag Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer EisenbahnDie Aufdoppelungen stellte ich aus handelsüblichem 0,3 mm Messinglech her. Zuerst wird das Blech so gerichtet, daß eine Ecke absolut rechtwinklig ist. Dann werden die gemessenen Umrisse ohne Abzüge mit der Nadel angerissen. Zur Kontrolle wird das Urblech aufgelegt. Dort wo später Nute sein sollen wird jetzt ein paralleler Riß im entsprechenden Abstand gesetzt. Die Außenkanten schneide ich mit der Schlagschere möglichst bis auf ein/zwei zehntel. Das geht bei Außenecken immer, bei Innenecken ist Vorsicht geboten. Die leichte Übergröße muß dann nicht mit der Feile, sondern kann mit dem Schmirgelstab (zwei cm breit von Fischer) beigeschliffen werden. Dabei immer wieder an das Urblech halten und prüfen. Bei Fenstern und anderen Öffnungen bleibt nichts anderes übrig wie vier mal bohren, Laubsäge einfädeln und sägen. Der Rest wird mit einer feinen Feile auf Maß gebracht. Die meiste Zeit bei der Blechbearbeitung spart man mit der Schlagschere. Wenn man mit der gut umgehen kann und maximal an die Schnittlinie heran kommt, dann müssen die Kanten nur noch ein paar mal über plan gelegtes Schmirgelpapier gezogen werde und fertig ist die Kante. Immer darauf achten, daß alles im rechten Winkel bleibt.
Ich selber habe bisher zunächst mit einer guten Feile gearbeitet und dann nur das letzte Finish von Außenkanten mit herkömmlichen Schleifpapier zu erledigen.
Nachdem ich nun etwas auf der Homepage von Fischer mich umgesehen habe, habe ich direkt Lust sowohl Schmirgellatten als auch Schleifpapierhalter und Schmirgelholz zum ausprobieren zu bestellen. Wobei die Schleiflatten evtl die von Armin verwendeten sein könnten?
Aber womit schleift ihr denn so? Schleifpads aus dem Nagelpflege-bereich habe ich auch schonmal ausprobiert, bin aber irgendwie nicht lange dabei geblieben.
Entschuldigt, daß ich so einfach Fischer sage, es ist nun einmal der Laden bei dem ich mich mit dem Meisten eindecke. Der Laden ist wie mein Gießer in Pforzheim, eine halbe Stunde von mir entfernt und eine Fahrt zum Gießer endet meist bei Fischer. Da gibt es immer etwas, was man meit haben zu müssen.
Die von mir genannten Schmirgelhölzer findest Du hier https://goldschmiedebedarf.de/de/product...roducts_id=8720 . Meine Standardschmirgel sind 180, 240 und 400, da hat aber jeder andere Vorlieben. Wenn die vorderen Enden abgenützt sind , dann wird es einfach kürzer gesägt.
Zur Schlagschere: das ist natürlich eine Fernost-Maschine. Ich muß zugeben, daß ich die Schneideprofile zuerst nachschleifen ließ. Sie waren etwas verzogen und konnten so nicht exakt justiert werden. Das Justieren der Schneideprofile dauert seine Zeit, sie müssen eng aneinander vorbei schneiden, dürfen aber nicht klemmen. Mein Test ist immer das Schneiden von Alu-Haushaltsfolie. Wenn diese auf die gesamte Schneidelänge sauber geschnitten ist und nicht reißt, dann wird es mit den Ms-Blechen auch gut. Alle Bleche bis 0,5 mm gehen sehr leicht zu schneiden, 1 mm Blech bedarf großer Kraft. Die beigelegten Anschläge verwende ich alle nicht, zu unpräzise. Ichlege einen Stahlwinkel direkt an der senkrechten Schneide an und daran wird das Blech ausgerichtet. Noch ein Tipp: je dicker oder größer das Blech, desto stärker muß das Blechfixiert werden, ggf. mit Zwingen. Sonst besteht die Gefahr, daß das Blech in die Schneide gezogen wird, dann ist die Schnittlinie krumm.
Danke für den Tipp mit der Adresse von Goldschmiedebedarf. Aber kann ich dort als Privat- Mensch, also nicht Gewerbeinhaber auch bestellen? Wär ja super!
Moin Burghard, da kann jeder einkaufen, einzig Dinge des Juwelierbedarfs und z.B. Pariser Oxid können wir nicht bekommen. Es gibt noch einen anderen Goldschmiedebedarf Zu Jeddeloh, der ist bei vielen Artikeln günstiger als Fischer.
ja, bei Fischer kann jeder bestellen. Wie Ludwig schon schrieb, alle Dinge, die irgendwelche Mittel zur Herstellung von Sprengstoff enthalten oder irgendwelchen Schadtoffklassen entsprechen, die bekommt man nur mit einem Gewerbeschein. Dies ist nicht nur bei Fischer so, sondern alle anderen Händler sind ebenfalls dazu verpflichtet. Das geht soweit, daß auch Uhrenglaskleber nicht mehr frei verkauft wird.
Hallo zusammen, Auch wenn der Sommer grade nochmal Gas gibt habe ich doch für die kommende Bastelsaison schon mal ein paar verschiedene Schleifmittel von Fischer bestellt zum ausprobieren.
Hier inspiziert die Rotte (im Maßstab 1:45) grade die neu eingetroffene Ware:
Von Oben nach Unten: -Schmirgelhölzer (hier Variante Flach) -Schmirgellatte -Schleifpapierhalter