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Dieses Thema hat 66 Antworten
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Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

25.07.2023 18:15
Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Baubericht Teil 1
Stand Mitte Juli 2023

Ein neues Projekt steht an – eine Schmalspur Dampflokomotive im Maßstab 1:45.

Welche Lokomotive als Vorbild dient, das wird erst in der nächsten Folgen gezeigt. Vielleicht weiß der eine oder andere Modellbahnkollegen jetzt schon um welche Lokomotive es sich handelt. Eine kleine Besonderheit die auf das Original hinweist ist auf der Platine zu erkennen.

Wieder einmal ist es so, daß der Grundstein vor vielen Jahren gekauft wurde. Es ist eine Platine von Michael Hundt, als Basis für den Bau der Lokomotive. Tatsächlich nur die Platine und sonst nichts, deshalb kann man auch nicht von einem Bausatz reden.

In den letzten Jahren habe ich nach passenden Bauteilen gesucht und einiges gefunden. Natürlich gibt es nicht alle Teile von der Stange, man muß die Szene der aktiven Modellbauer kennen und ein wenig Glück gehört auch dazu. So konnte ich immer wieder Teile dazu kaufen, bis der Punkt kam, daß mit überschaubarem Zeitaufwand ein Modell gebaut werden kann.

Das hört sich einfach an, es bleibt jedoch immer noch eine riesige Arbeit, um die Teile unterschiedlicher Hersteller unter einen Hut einen zu bringen.

Die Planungs- und Bautätigkeit wurde aufgenommen und es gibt eine erste Erkenntnis. Auf jeden Fall muß der Antrieb in Eigenregie hergestellt werden. Dazu kommen die Fahrwerksblenden, die auf der Platine nicht enthalten sind. Ferner muß alles, was sich im Führerhaus abspielt ebenfalls komplett neu entworfen werden. Dann werden eventuell noch Kleinteile am Führerhaus und am Fahrgestell als Einzelanfertigung nötig sein.

Die zusammen gestellten Bauteile passen natürlich auch nicht alle. Sie müssen angepaßt und ggf. geändert werde. Die Inneneinrichtung werde ich wie bei meinem Bleckeder Tracteur wieder in 3D konstruieren und als Resin Druck einbauen.

Anhand der folgenden Bilder ist den Umfang der zusammen getragenen Bauteile zu erkennen. Es fehlt noch der Antrieb, die Teile des Fahrgestells, der Kessel und ein paar Teile zur Ergänzung.

Jetzt schaut Euch das Sammelsurium an, der nächste Bericht wird dann etwas Klarheit schaffen.

Grüße aus VAI
Armin.

Foto 1 zeigt die Platine von Michael Hundt, die ganz am Beginn des Projekts stand.



Mit Foto 2 blicken wir in die Sammelkiste der Gußteile



Auf Foto 3 sind die Teile aus meinem eigenen Programm und Reste aus der Bastelkiste zu sehen.



Die Teile auf Foto 4 habe ich mir bei Markus Klünder besorgt. Sie stammen von seiner IK und können mit geringem Aufwand angepaßt werden.



Foto 5 zeigt die Steuerungsteile der Allan-Steuerung, die ebenfalls von der IK von Markus Klünder stammen. Sie passen im Detail nicht zu 100 Prozent, da sind mit Sicherheit Kompromisse nötig.



Beim letzte Foto 6 sinb die Räder abgebildet. Sie stammen von HENKE und kommen dem Vorbild sehr nahe. Auch der Durchmesser stimmt fast auf das Zehntel.

Zusammenstellung von Bauberichten


Sauerländer Kleinbahner Offline




Beiträge: 338

25.07.2023 19:14
#2 RE: Ein neues Projekt liegt auf der Werkbank Antworten

Wurde auch mal Zeit, dass sich jemand mit diesen Hobeln beschäftigt. Jetzt schon mal herzlichen Dank, Armin-Hagen!


Um ahb nicht die Butter vollends von Brit zu nehmen 😉

Grüße

Jörn

https://www.shapeways.com/shops/silbergraber
Fahrwerke und Drehgestelle für 0m-22,2 und 0e-16,5
Zubehör für H0e/H0m


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

25.07.2023 21:54
#3 RE: Ein neues Projekt liegt auf der Werkbank Antworten

guten Abend Jörn,

fast getroffen! Es wird bei mir nicht der Hermann, sondern der Bruder Carl.

Abendgrüße aus VAI
Armin.

Zusammenstellung von Bauberichten


Sauerländer Kleinbahner Offline




Beiträge: 338

26.07.2023 06:16
#4 RE: Ein neues Projekt liegt auf der Werkbank Antworten

Moin,

der Carl war das erste Schmalspurfahrzeug, mit dem ich als kleiner Junge in Berührung gekommen bin. Damals stand er schon zehn Jahre am Bahnhof von Altena und oxydierte munter vor sich hin. Als weitere zehn Jahre später die Märkische Museumseisenbahn gegründet wurde habe ich insgeheim gehofft, dass der Carl seinen Weg dorthin finden würde - aber die Eingeborenen blieben stur und zogen Rost einem lebenden Denkmal vor. Da musste erst 2018 ein rühriger Niederländer kommen und dem Drama ein Ende setzen:

https://www.kleinbaan.de/de/fahrzeuglist...motiven/13-carl


Carls vier Jahre jüngerer Bruder Hermann am 01.05.2023 in Bruchhausen-Vilsen.

Grüße

Jörn

https://www.shapeways.com/shops/silbergraber
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Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

27.07.2023 09:31
#5 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Baubericht Teil 2
Stand Ende Juli 2023

Das kleine Rätsel ist gelöst, Vorbild meines neuen Projekts ist die Lokomotive Nr. 13 „Carl“ der meterspurigen Kreis Altenaer Schmalspurbahn (KAS) bzw. Eisenbahn (KAE).

Die KAE beschaffte ab 1907 bei der Lokomotivfabrik Hohenzollern fünf dreiachsige Lokomotiven. Zur Beschreibung des Vorbilds möchte ich auf die bekannte Literatur hinweisen:

- KAE, DEV Kurier Nr. 19
- Die Kreis Altenaer Eisenbahn, Bürnheim/Moll, EK Verlag
- Die Kreis Altenaer Eisenbahn, Kenning/Mol/Groote, Verlag Kenning
- Lok Carl vom Denkmalsockel geholt, Vortrag von Wolf Dietrich Groote

Zwei Lokomotiven dieser Bauserie sind der Nachwelt erhalten geblieben. Das sind
- Nr. 13 „Carl“, Sammlung Wim Pater – Kleinbaan.de
- Nr. 15 „Herrmann“, Sammlung DEV

Die Lokomotive Hermann ist aufgearbeitet und wird beim DEV im Museumsbetrieb eingesetzt. Die Lokomotive Carl wurde von Wim Pater erworben soll von einer Projektgruppe in den nächsten Jahren aufgearbeitet werden, um dann ebenfalls auf einer Museumsbahn eingesetzt werden zu können. Auf der Internetseite von Kleinbaan.de ist ein Foto vom neu gebauten Kessel veröffentlicht.

Wie schon öfter war mir Wolf Dietrich Groote bei der Suche nach Fotos bzw. Unterlagen für den Modellbau behilflich. Vergleicht man die Fotos der Lokomotiven aus verschiedenen Epochen miteinander, dann stellt man fest, daß im Laufe der Zeit einige Änderungen vorgenommen wurden. Deutliche Eingriffe gab es bei der Museums-Aufbereitung der Lokomotive Herrmann beim DEV. Augenfällig ist dabei das ringsum angeordnete, an den Wasserkästen deutlich überstehende Bodenblech und der Saugluft Bremszylinder außen am Rahmen auf der Lokführerseite.

Aber auch bei der KAE gab es früher immer wieder Umbauten und Anpassungen, z.B.
- Elektrifizierung mit Anbau eines Generators
- Umbau der Hebel und Stellstangen für die Sandkästen
- Umbau der Türen zum Führerhaus
- unterschiedliche Aufbauten Kohlekasten



Lokomotive Nr.13 Carl am 24.07.1958
Link zu www.Eisenbahnstiftung.de , Foto: Jacques H. Renaud

Für mich war gesetzt, daß mein Modell den Name „Carl“ tragen wird. Ausreichende Unterlagen dafür habe ich bekommen. Ferner stand fest, daß der Bauzustand der Epoche II vor 1933 nachgebildet wird, also ohne Elektro-Umrüstung.

Die Bauberichte dienen zunächst meiner eigenen Dokumentation. Ich möchte darüber hinaus anderen Modellbauern die Angst vor solchen Projekten nehmen und zeigen, wie so ein Patchwork Projekt erfolgreich durchgeführt werden kann. Hoffentlich wird es das auch, denn der Bau beginnt erst jetzt.

Wohl an ans Werk!

Eine Lokomotive kann nur gebaut werden, wenn klar ist, wie sie angetrieben und welcher Platz dafür benötigt wird. Also mußte zuerst der Antrieb entwickelt werden. Der Antriebsblock wurde 3D konstruiert, ebenso wie die noch fehlenden Fahrwerksblenden. Mein Freund Peter Herrmann hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt diese Teile für mich zu fräsen.

Um nicht auf die Lieferung der Frästeile warten zu müssen und mit dem Bau des Gehäuses beginnen zu können habe ich mit den Dateien im 3D Druck einen Dummy hergestellt. Mit diesem räumlichen Modell kann nun der Messingbau begonnen werden.



Das Getriebes ist berechnet, das obere Zahnrad/Schneckenrad wird als Stufenrad ausgeführt. Die Zahnräder müssen noch bearbeitet werden. Sie haben einen einseitigen Bund und zu große Bohrungen. Ich werde sie entsprechend mit Buchsen versehen und beidseitig einen Bund andrehen. Angetrieben wird die Lokomotive mit einem Faulhaber 1331.



Die Fahrwerksrahmen habe ich ebenfalls konstruiert und zum Fräsen gegeben. Sie werden aus 0,5 mm Messingblech gefertigt und mit Körnungen für die Niete versehen. Die Niete presse ich anschließend mit der Nietpresse.



Das war es nun mit dem Geschripsel für heute. Jetzt geht es wieder an die Werkbank. Der nächste Bericht soll dann die Fertigung des Aufbaus zeigen.

Grüße aus VAI
Armin.

Zusammenstellung von Bauberichten


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

01.08.2023 12:04
#6 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Baubericht Teil 3
Stand Anfang August 2023

In den letzten Tagen standen bei meiner KAE Nr.13 „Carl“ die ersten Blecharbeiten des Aufbau an. Eigentlich ist es klar, wie die Lokomotive am Ende aussehen muß, wie meistens gibt es verschiedene Wege dahin. Entweder man nimmt alles wie es ist und baut es einfach zusammen. Oder man überlegt sich, wo sieht das Vorbild anders aus, wo gibt es technische Verbesserungen, wo kann man sich das Bastlerleben einfacher machen und was könnte schief gehen.







Alle Teile der Platine wurden geprüft und die nicht benötigt Teile wurden aussortiert. Dabei zeigte sich sehr schnell, daß der konstruktive Aufbau geändert und nur wesentliche Teile verbaut werden. Alles andere wird neu gemacht. Den konstruktiven Aufbau habe ich in zwei entscheidenden Punkten geändert:

- Der Aufbau mit dem Kessel und die Fahrwerksgruppe wurden in zwei komplett getrennte Baugruppen aufgeteilt. Der Aufbau bekommt einen eigenen Boden, der von der Unterkante 0,5 mm noch oben versetzt ist. Darin verschwindet die Bodenplatte der Fahrgestellgruppe. Dies hat zum einen den Vorteil, daß beide Baugruppen unabhängig voneinander zusammengebaut werden können und zum andern, daß bei der Lackierung deutlich weniger abgeklebt werden muß.



- Die zweite Änderung betrifft die Ätzbleche als solche. Wie bei vielen geätzten Bausätzen ist es auch hier so, daß die Bleche auf die Hälfte heruntergeätzt sind um die Nachbildung der Niete zu realisieren. Um keine Hinterätzung im Bereich der Niete zu bekommen liegt die Grenze bei 0,5 mm Blechen. Das bedeutet, daß die angeätzten Bleche nur 0,25 mm dick sind. Das ist m.E. bei Modellen der Spur 0 zu dünn. Also habe ich alle Wände mit einem 0,3 mm Blech aufgedoppelt. Da es beim Messing Blech keine 45 grd. Gehrung gibt, mußte an den Ecken der Versatz für die dazwischen liegenden Wände entsprechend berücksichtigt werden.

Diese doppelschalige Bauweise hat weitere Vorteile. Ich konnte in der Aufdoppelung größere Aussparungen zum Einlegen der Verglasung anbringen. Ebenso konnte ich durch einen entsprechenden Versatz an der Oberkante der Wasserkästen die Auflage für die deren Deckbleche herstellen. Das am Ätzteil für die Biegetechnik vorgesehene Deckblech funktioniert so nicht, da die Biegekante direkt neben der Nietreihe verläuft und das Teil nicht eingespannt werden kann. Dieses Blech wurde entfernt und durch neue mit Niete versehene Bleche ausgetauscht.

Hier ein kleiner Tipp. Um das Blech des Wasserkastens für die Vorderseiteum 90 grd in einem definierten Radius umbiegen zu können, habe ich zunächst die Doppelung nur auf Länge der Seitenwand bis zur Rundung aufgelötet. Dort wo dann die Rundung entstehen soll, habe ich einen 0,8 mm Draht angelötet. Um diesen Draht konnte nun das Blech exakt herum gebogen werden.





Bevor ich die Bleche alle zusammenfügen konnte war noch ein Problem zu lösen. Die Frontseite des Führerhauses war für einen Kessel mit 24 mm Durchmesser vorgesehen. Ein Messingrohr mit diesem Durchmesser konnte ich nicht finden. Der Kompromiß hieß 25 mm. Also mußte das Halbrund in der Vorderwand angepaßt werden. Die Wände und der eingelegte Boden konnten dann rechtwinklig miteinander verlötet werden. An der Vorderseite der Wasserkästen habe ich noch eine Kesselstütze eingebaut und das Führerhaus erhielt Vorbild gerecht entlang der Oberkante noch die angenietete Blechverstärkungen.

Thema des nächsten Bauberichts wird der Kessel mit der Rauchkammer sein.

Grüße aus VAI
Armin.

Zusammenstellung von Bauberichten


Schmalspur-Fan Offline




Beiträge: 257

01.08.2023 14:12
#7 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Lieber Armin,

das ist ein sehr spannendes Projekt. Ich bin schon auf weitere Baufortschritte gespannt.

Viele Grüße Bernd

www.modellbauwerkstatt-halle.de


Bust Offline




Beiträge: 91

02.08.2023 10:41
#8 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Hallo Armin,

Absolut tolles neues Projekt! Vielen Dank, dass du uns "live" am Bau teilhaben lässt. Die Berichterstattung kostet ja schließlich auch einiges an Zeit. Da krieg ich ja direkt Lust auch mal wieder Messing in den Fingern zu haben.

Du schreibst fast schon nebenbei, dass du alle Wände aufgedoppelt hast. Alleine am Erstellen der passgenauen Bleche zum aufdoppeln hätte ich vermutlich mit Anreissnadel, Juweliersäge und Feile einige Stunden verbracht. Ich tippe mal mir fehlt da eine gewisse Übung, aber mich würde trotzdem interessieren, ob du da ein paar gute Tricks hast um das "schnell" hinzubekommen?

Und die wunderschönen Nietreihen oben am Führerhaus kann ich auf der Platine so unmittelbar garnicht erspähen. Hast du die auch mal eben aus der Hand geschüttelt, oder verstecken die sich da nur irgendwo in eine Ecke? :-)

Beste Grüsse aus Dänemark,
Bastian


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

02.08.2023 11:45
#9 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

lieber Bastian,

mit mehr als siebzig Lebensjahren und über 50 Jahren Modellbau wäre es vermessen die Routine zu leugnen. Im fortgeschrittenen Alter ist es bei uns Feinwerkern immer noch wichtig eine ruhige Hand zu haben. Wir im schwäbischen Unterland haben da eine Lebensweisheit "lieber Alzheimer wie Parkinson - mit Alzheimer kann man ein Viertele Wein immer noch ohne verschütten trinken". Spaß beiseite, zu Deinen Fragen:

- ja, die Berichte schlucken schon reichlich Zeit, als Ruheständler hat man diese, es sei denn die Frau ruft. Die Bauberichte erstelle ich eigentlich für meine eigene Dokumentation (Alzheimer!). Zugegeben, nicht mit so viel Text.

-Die Aufdoppelungen stellte ich aus handelsüblichem 0,3 mm Messinglech her. Zuerst wird das Blech so gerichtet, daß eine Ecke absolut rechtwinklig ist. Dann werden die gemessenen Umrisse ohne Abzüge mit der Nadel angerissen. Zur Kontrolle wird das Urblech aufgelegt. Dort wo später Nute sein sollen wird jetzt ein paralleler Riß im entsprechenden Abstand gesetzt. Die Außenkanten schneide ich mit der Schlagschere möglichst bis auf ein/zwei zehntel. Das geht bei Außenecken immer, bei Innenecken ist Vorsicht geboten. Die leichte Übergröße muß dann nicht mit der Feile, sondern kann mit dem Schmirgelstab (zwei cm breit von Fischer) beigeschliffen werden. Dabei immer wieder an das Urblech halten und prüfen. Bei Fenstern und anderen Öffnungen bleibt nichts anderes übrig wie vier mal bohren, Laubsäge einfädeln und sägen. Der Rest wird mit einer feinen Feile auf Maß gebracht. Die meiste Zeit bei der Blechbearbeitung spart man mit der Schlagschere. Wenn man mit der gut umgehen kann und maximal an die Schnittlinie heran kommt, dann müssen die Kanten nur noch ein paar mal über plan gelegtes Schmirgelpapier gezogen werde und fertig ist die Kante. Immer darauf achten, daß alles im rechten Winkel bleibt.

- die Blechsteifen an der Oberkante des FH gibt es auf der Platine nicht. Ich habe dazu auf der Schlagschere einen 1 mm breiten Streifen aus 0,2 mm Blech geschnitten und mit der Nietpresse entsprechende Niete gesetzt. Zwischenzeitlich habe ich auch die oberen Abdeckbleche der Wasserkästen neu gemacht. Die sind aus 0,3 mm Blech, da wurden an den Außenrändern ebenfalls Nietreihen gesetzt. Die Anschaffung der Nietpresse möchte ich keinen Tag missen, sie steht jederzeit griffbereit und ist ständig im Einsatz. Manchmal nur, um auf einer Halteschelle für ein Rohr eine Niet zu drücken - sieht einfach besser aus.

Jetzt ist bei Dauerregen wieder Werkstatt angesagt. Die vorgesehenen Dampf- und Sanddome der IK von Markus passen in Form und Dimensionen doch nicht, selber machen steht auf der Arbeitsliste.

Grüße aus VAI
Armin.

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Gronauer Offline



Beiträge: 364

02.08.2023 14:58
#10 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Danke für Deinen mal wieder sehenswerten Bericht, Armin!


Natürlich hab ich mich sofort für eine dort erwähnte Schlagschere erwärmt und mal eben "gegockelt", was man für ein solches Gerät denn wohl anlegen muß........


Ooooch...... eigentlich brauch ich die doch nicht und müh mich lieber mit Muttis guter Haushaltschere ab.

Man kann eben nicht alles haben.

Gruß
gronauer


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

02.08.2023 15:28
#11 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten
Wenn Sie hier auf Links zu eBay klicken und einen Kauf tätigen, kann dies dazu führen, dass diese Website eine Provision erhält.

hallo Manfred,

ich mache jetzt keine Werbung und bekomme auch keinen Cent.

Werbung: https://www.ebay.de/itm/373436251204?epi...%3ABFBM_vrT5rZi
Das ist meine Schlagschere. Vorsicht, das Ding wiegt35 kg.

Der Vorteil ist daß man mit den Walzen Bleche rollen bzw. Biegen kann. Ich forme damit alle meine Messing Dächer mit 0,5 mm. Das Prisma in der Mitte für das winkelige Biegen kann wörtlich genommen geknickt werden, es ist für uns so nicht zu gebrauchen. Du bekommst für den Preis also zwei Maschinen.

Grüße aus VAI
Armin.

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Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft

Bust Offline




Beiträge: 91

03.08.2023 11:05
#12 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Hallo Armin!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Auch wenn ja bekanntlich viele Wege nach Rom führen (oder hier zum Messing-modell), ist es doch immer toll wenn man sich ein paar kleine Handgriffe bei den Profi's hier abschauen kann.

Ich bin wirklich beeindruckt, dass du so präzise mit der Schlagschere arbeiten kannst. Ich hatte vor einiger Zeit mal auf der Arbeit an einer etwas größeren Tafelschere mein Glück mit Blechstreifen versucht und war von dem Ergebnis in dem Grad nicht beeindruckt (unschöne Schnittkante und arg verzogen, schwer präzise zu arbeiten), dass ich das damals für mich abgehakt hatte. Aber vermutlich hatte die Maschine einfach schon bessere Tage gehabt. Deine 3-in-1 Maschine hab ich mir auf jeden fall gleich mal notiert!

Es hat grade erstmal eine ganze Weile gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass du mit Fischer vermutlich den Juwelierbedarf meinst (und nicht die Firma mit den Dübeln). Um aber hier nicht weiter vom Thema abzuschweifen, habe ich dafür HIER einen eigenen Faden im Unterforum Werkzeughandhabung erstellt.

Ich bin gespannt wie es mit Carl weitergeht!

Frohes Schaffen wünscht,
Bastian


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

03.08.2023 15:03
#13 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

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dry Offline



Beiträge: 133

03.08.2023 18:32
#14 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

Hallo,

Arimin: Wieder ganz groooßes Kino, was Du uns da zeigst.
BTW: der Hinweis zu dem Werzeug-/Maschinenhändler in Oberösterreich werde ich mir abspeichern. Sowas ist mir lieber als ebay oder Chinalieferant (wenngleich die Maschine ja doch von ebenda kommt)

sorry offtopic . . .

Zitat von Armin-Hagen Berberich im Beitrag #9
Zeit, als Ruheständler hat man diese, es sei denn die Frau ruft.

Das erinnert mich an einen Souvenierladen im Urlaub, wo es dieses T-Shirt zu kaufen gab . . .


Grüße
Detlef

Wenn zu sehr offtopic ist, dann entferne ich es auch wieder . . .


Armin-Hagen Berberich Online




Beiträge: 431

03.08.2023 19:00
#15 RE: Lokomotive Nr.13 "Carl" der Kreis Altenaer Eisenbahn Antworten

lieber Detlef,

Jutta meint "Detlef kann die Welt einfach richtig einschätzen"

Den Link in ebay habe ich nur gesetzt um zu zeigen welches Gerät ich meine. Du hast ja meine Schere schon in Aktion gesehen. Allgemein: Man kann das Gerät auch im Baumarkt bekommen. Ich habe meines damals bei Globus im 20 % Verkauf erworben und Porto fällt dann auch keines an. Beim Preisvergleich ist das Porto wichtig, da immerhin 35 kg auf der Wage stehen.

Grüße aus VAI
Armin.

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