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Dieses Thema hat 16 Antworten
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 Gebäudebau
Seiten 1 | 2
Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

14.11.2021 10:13
Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

hier werde ich, nach und nach, den Baubericht über einen kleinen Schuppen für die Ladestrasse in Hanenberg einstellen, den ich schon vor einiger Zeit im "Spur-0-Magazin-Forum" gezeigt habe.

Es wäre schön, wenn Ihr Eure Kommentare, Kritik, was auch immer, bitte erst posten würdet, wenn ich den Baubericht abgeschlossen habe, damit er "als Ganzes" oder "am Stück" zu lesen ist.

Wenn ich die Bilder bei meinem Bilderdienst wieder gefunden habe, geht's heute Nachmittag los ...


Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

14.11.2021 15:17
#2 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

nun geht's los mit dem Bau des kleinen Lager-Schuppens. Er hat kein bestimmtes Vorbild, aber es soll ein Schuppen werden, wie er überall in Norddeutschland stehen könnte.
Der Schuppen bekommt einen gemauerten Sockel den ich aus Resten von KAPA-Fix-Platten herstellen werde, in die ich die Ziegelsteine, mit dem Schaft eines alten Borstenpinsels, einstempele.

Der Aufbau der Wände wird mit Holzbrettern aus Rührstäbchen entstehen und das Dach wird zuerst mit einer Holzschalung versehen, worauf anschließend die Eindeckung mit zwei Lagen "Steinpappe" erfolgt.


Hier nun die ersten Bilder vom Sockel der Rückwand. Das Stück fertige Wand davor, ist mein erster Versuch mit KAPA-Fix-Platte :



Hier seht Ihr die gestempelten Ziegelsteine und das verwendete Werkzeug, welches ich immer am Stahlmaß entlang geführt habe um gerade Ziegelreihen zu bekommen :



Als oberer und unterer Abschluss des Sockels wird jeweils eine Rollschicht "gemauert".
Die Ziegelsteine haben das Maß von 6mm x 2mm :



Als Nächstes werden die Fugen mit einer weichen Zahnbürste vorsichtig "ausgefegt". Dadurch kommt dann auch etwas mehr Struktur in das Mauerwerk.



Anschließend habe ich in die fehlenden drei Wände die Ziegelsteine gestempelt.In der vorderen Wand habe ich gleich die Lücke für ein 48mm breites, zweiflügeliges Holztor heraus gearbeitet :



Im nächsten Arbeitsschritt bekommen die Ziegelsteine ihre rote Farbe mittels matter REVELL-AquaColor :



Hier die Ziegelmauer aus der Nähe, die tiefen Schluchten der Fugen werden noch verfüllt :




Fortsetzung folgt ...


Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

14.11.2021 15:55
#3 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

nun geht's weiter mit dem Bau der "Grundmauern" ...

Zum Verfüllen der Fugen verwende ich feines Gesteins-Mehl mit einer Korngröße von staubfein bis 0,2mm. Aufgetragen wird es mittels einer kleinen Flasche mit Tülle und anschließend mit einem breiten Haarpinsel in die Fugen gefegt :



Hier die verfüllten Fugen als Makro-Aufnahme. Der Grauschleier auf den Ziegelsteinen verschwindet spätestens, wenn
die Wand, vor dem Kleberauftrag, mit entpanntem Wasser befeuchtet wird :



Nun habe ich mit einer kleinen Tropf-Flasche den "Schotter"-Kleber satt aufgebracht :



Damit Ihr seht, wie die Fugen "schwimmen", hier ein Foto ganz aus der Nähe :



Nach knapp zwei Stunden Trockenzeit kann man schon sehen, dass der Grauschleier auf den Ziegelsteinen verschwunden ist.
Auch der "Blaustich" des Klebers ist nun weg, aber die Fugen müssen bis morgen trocknen, bevor ich weiter basteln kann :



Hier eine Makro-Aufnahme von einem Teil der Rückwand. Da kann man sehr gut die mit "Mörtel" aufgefüllten Fugen sehen :



Da das zweiflügelige Tor so groß wird, dass man dadurch später in den Schuppen schauen kann, habe ich mir überlegt, dass ich auch die Innen-Wände gestalten muss.

Also habe ich auch noch die Ziegelsteine der vier Innenwände gestanzt, mit der Zahnbürste die Fugen ausgefegt und anschließend die Ziegel bemalt :



Außerdem habe ich alle Wände schon auf die voraussichtliche Höhe geschnitten.

Zwischen den Wandteilen liegt die Grundplatte, die das Betonfundament der Außenmauern und den Lehmboden innerhalb des Schuppens darstellen soll. Entstanden ist sie aus zwei 5mm-dicken Styrodur-Platten.
Die Krümmung der Wände gibt sich hoffentlich, wenn jeweils Außen- und Innenteil aneinander geklebt werden.

Nun haben die inneren Schuppenwände ihren Mörtel in die Fugen bekommen und sind inzwischen durchgetrocknet. Anschließend habe ich die ersten Innenwände auf die richtige Höhe geschnitten :



Jetzt wollte ich die Außen- und Innenwand, Rücken an Rücken, zusammen kleben, aber vorher ist mir noch ein Grad an der Schnittkannte der Kartonschicht aufgefallen :



Als ich den Grad (mittels Schleifklotz und Schleifpabier) glätten wollte, fiel mir ein silbriger Glanz an der Kante auf, der sich als Aluminiumfolie heraus stellte. Diese Alu-Folie ließ sich sehr leicht von der Kartonschicht abziehen :



Als nächsten Schritt habe ich die Kartonschicht der Außenwand, dünn aber vollflächig, mit Ponal-express eingestrichen und die Innenwand, bündig am oberen Wandabschluß, darauf platziert. Dabei zogen sich die beiden Wände, wie von selbst, schnurgerade und damit das auch nach dem Trocknen des Weißleims noch so ist, habe ich die Wand zwischen zwei gerade Sperrholz-Brettchen gelegt und diese zusätzlich mit drei 500g-Gewichten beschwert :



Fortsetzung folgt ...


Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

14.11.2021 16:36
#4 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

weiter geht's ...


nachdem die Verklebung der Wände gut durchgetrocknet ist, habe ich die Ecken mit dem Cutter-Messer auf 45°-Gehrung geschnitten und mit der Proxxon und Schleifteller ein Wenig passender geschliffen :



Die ersten drei Wände stehen und unsere Freunde warten darauf, dass auch die letzte Wand an ihren Platz kommt :



Nachdem nun alle Wände fest auf dem Fundament stehen, kann ich die benötigten Kanthölzer beim Zimmermann meines Vertrauens bestellen :




... nachdem die Verklebungen der Wände gut getrocknet sind, haben unsere Freunde den gestampften Lehmboden in den kleinen Schuppen eingebracht.
Wieviele Schubkarren voll Lehm ihr "Helfer" wohl in den Schuppen gefahren hat ?



Hier die gleiche Szene aus einer etwas anderen Perspektive :



Bevor ich hier weiter basteln kann, muss der "Lehm" erst vollständig durchtrocknen. Der Lehmboden ist hier aus mattem Acrylbinder und Hartholzasche aus dem Kachelofen entstanden, die ich in einem kleinen Glas mit Schraubdeckel gemischt habe. Anschließend wurde der "Lehm" mittels eines kleinen Spachtels aufgetragen.

Nachdem der "Lehmboden" nun durchgetrocknet ist, frage ich mich, ob ich nicht doch echten Lehm verarbeitet habe ...
... beim Trocknen ist eine schöne Rissbildung eingetreten, wie sie auch bei echtem Lehm vorkommen kann :



Aus der Perspektive unserer beiden Freunde, sehen die Risse schon gewaltig aus :



Als nächstes werde ich mir überlegen, wie und womit ich die Risse wieder glaubhaft schließen kann.
Zuerst werde ich die fein gesiebte Asche in die Risse einfegen und mit meinem Schotter-Kleber fixieren.

nun sind die Risse im "Lehm"-Boden verfüllt und nach dem Trocknen des Schotter-Klebers habe ich die ganze Bodenfläche mit trockener Asche überstreut
und anschließend mit einem feinen Haarpinsel abgefegt :



Wenn man aus der Augenhöhe unserer Freunde schaut, sieht der Boden jetzt so aus :



"... und wo soll ich jetzt mit der letzten Karre Lehm hin ?" :



Um dem gestampften Lehmboden die richtige Farbe zu geben, habe ich hellen, getrockneten Lehm fein "zermahlen", aber da mir die Lehmfarbe noch etwas zu dunkel erschien, habe ich einen Hauch ockerfarbene Pigmente zugesetzt. Schnell einen Teelöffel voll Lehm auf dem Boden verteilt und mit einem alten Borstenpinsel in die Poren und Risse der Oberfläche eingearbeitet ... und schon sieht der Lehmboden ganz anders aus :



Hier wieder aus der Perspektive unserer Freunde :



Ich finde, nun sieht es schon mehr nach gestampftem Lehmboden aus. Leider kommt die Farbe bei Kunstlicht nicht soo gut rüber.

Fortsetzung folgt ...


Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

14.11.2021 17:25
#5 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

da ich mir vorgenommen hatte, für diesen Schuppen nur und ausschließlich Materialien zu verwenden, die sich in meiner Werkstatt befinden, habe ich die benötigten Kanthölzer für das Ständerwerk des Schuppens aus Kaminstreichhölzern zusammengeleimt. Nachdem der Leim getrocknet ist, wurden die Kanthölzer allseitig mit Schleifpapier geglättet. - puh -

Die ersten Kanthölzer sind bereits geliefert, aus den hinteren beiden, langen Hölzern werden die Dachträger geschnitten. Vorne liegt ein Kantholz, dass aus sechs Streichhölzern besteht und noch nicht beschliffen ist :



Um beim Verleimen der Streichhölzer die Form des Kantholzes zu wahren, helfen mir viele Holzwäscheklammern :



Die "Grund"-Hölzer sind zugeschnitten und erstmal nur, probehalber, lose auf die Mauern gelegt :



Für die Überblattungen an den Ecken habe ich die Grundhölzer entsprechend ausgeklinkt :



... das sieht auf der Makro-Aufnahme schlimmer aus, als es am Modell ist, die Grundhölzer haben das Maß 5mm x 8mm.

Wenn der Schuppen später (viel später ...) seine Bretter-Verschalung bekommen hat, sieht man warscheinlich nichts mehr davon, es sei denn, ich mache das Dach abnehmbar.
Als Nächstes werden die Türpfosten und Ständer für die Wände zugeschnitten.

... hier ein Bild vom fast fertigen Ständerwerk der Schuppen-Rückwand :



Was der Wand noch fehlt sind die Sturz- und Brustriegel für die beiden Fenster, und ob das Rahmholz, welches in diesem Fall der Dachträger ist, an den Enden so lang bleibt, wird sich erst zeigen, wenn die Dachsparren montiert werden. Absägen kann man immer, nur mit dem "Ransägen" ist das nicht so einfach.

Damit die Wand auch gerade wird, habe ich die Hölzer auf einer Glasplatte liegend verklebt.

... mittlerweile ist auch das Ständerwerk der vorderen Wand des kleinen Schuppens fertig :



Wichtig sind die schrägen Streben, damit der Schuppen auch dem Winddruck standhält ...

Unsere beiden Freunde stehen auf einem kleinen Podest (in Höhe des Schuppenboden), damit Ihr eine Vergleichsmöglichkeit mit der Höhe des Schuppens habt.

Bei den Seitenwänden bildet ein Dachsparren das Rahmholz :



...und auch hier die Streben für die Windfestigkeit.

Da die oberen Abschlüsse der "Grundmauern" noch angepasst werden müssen, liegt das Ständerwerk nur lose auf diesem auf.

Hier habe ich die noch fehlenden Dachsparren gefertigt.
Dazu wurde zuerst, an jeweils dem hinteren Auflagepunkt auf den Dachträgern, ein leicht schräger Sägeschnitt mit der Laubsäge gemacht, nur etwa 1mm tief, zwei pro Sparren, freihand nach Gefühl :



Anschließend wurde mit dem "Zugeisen" die schräge Auflagefläche heraus gearbeitet. Das "Zugeisen" war in diesem Fall eine 18mm breite Klinge vom Cuttermesser :



So sieht es dann aus, wenn der Sparren lose auf dem Dachträger (Rahmholz) liegt :



Nun sind alle Sparren fertig und auf den Dachträgern verteilt. Die erste Fuhre Bretter für die Dacheindeckung ist auch schon da :



Die Sparren sind noch nicht verklebt und müssen vorher auf gleichmässige Abstände gebracht werden.
Aufgrund der zu erwartenden Schneelasten habe ich mich für einen Sparrenabstand von 80cm entschieden.
Damit ist das Dach (nach erfolgter Eindeckung) auch problemlos begehbar ...
Die beiden äußeren Sparren werden noch schmaler geschnitten, da sie nur etwa die Hälfte an Belastung tragen müssen.
Nach erfolgter Montage können die Dachträger passend gekürzt werden.

... jetzt sind die Dachsparren auf den Dachträgern (Rahmholz) im richtigen Abstand befestigt :



Die äußeren Sparren wurden auf der Kreissäge schmaler geschnitten und nach deren Befestigung wurden gleich die Dachträger passend gekürzt :



Die Enden der Dachträger und Sparren wurden auch gleich mit der "Kettensäge" in Form gebracht.
Hier die vordere Dachkante :



... und hier das hintere Ende :



Die Kettensäge war in diesem speziellen Fall die Proxxon Minibohrmaschine mit Schleifteller ...

Fortsetzung folgt ...


Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




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14.11.2021 17:53
#6 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

es geht wieder ein Wenig weiter ...

Nun kam das Problem, dass ich in die Rückwand gerne zwei Fenster haben wollte, damit wenigstens etwas Licht in den Schuppen fällt.
Aber woher nehmen ? Bei den bekannten Firmen wie Zapf, Bünning und wie sie alle heißen, habe ich nichts passendes gefunden.
Also erst mal einen Blick in die Bastelkiste mit den Resten von H0-Gebäude-Bausätzen geschaut. Auf den ersten Blick war da scheinbar auch nichts passendes dabei.
Hmm, - ich könnte doch vielleicht aus zwei Fenstern eins machen ... also mal ein wenig geschnitzt und hier ist das Ergebnis :



Links ist der Gussbaum mit den H0-Fenstern, oben rechts habe ich zwei davon zusammen geklebt, nachdem ich den Anschlag auf jeweils einer Seite mit dem Cutter-Messer abgeschnitten habe. Rechts unten ist das fertige Fenster, nachdem ich die Fenster-Kreuze heraus getrennt und den Rahmen verschliffen habe.



Das Fenster hat nun eine Breite von 29mm und eine Höhe von 24mm. Zum Größenvergleich habe ich das fertige Fenster neben unseren Freunden an die Schuppenwand gelehnt.
Da man Früher beim Bauen von "Nebengebäuden" oft auf vorhandenes "Altmaterial" zurückgegriffen hat, denke ich, dass meine Vorgehensweise hier durchaus gerechtfertigt ist.

... als Nächstes habe ich dem Schuppendach die Bretter-Verschalung aufgenagelt :



Damit das Dach auch eine gute Festigkeit erhält habe ich die Bretter im Verband verlegt :



Nachdem der Express-Leim abgebunden hat, habe ich die überstehenden Bretter abgesägt und die Dachkanten verschliffen :



An den seitlichen Dachkanten habe ich die Bretter etwa 2mm überstehen lassen.
Da kann dann die Steinpappe entsprechend befestigt werden und das Regenwasser tropft nicht direkt auf die Dachsparren :



So sieht's nun insgesammt von vorne aus - endlich ein kühles Feierabend-Bierchen im Trockenen :



Fortsetzung folgt ...


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Frank-Martin


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14.11.2021 18:36
#7 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

nun habe ich die erste Seitenwand mit den Brettern verkleidet. Da ich nicht wollte, dass der Wind quer durch den Schuppen "pfeift" habe ich mich für folgende Variante entschieden :



Nachdem die Bretter passend gekürzt wurden, schaut's so aus :



... und damit Ihr nicht glaubt, ich hätte eine vorgefertigte Bauplatte verwendet, gibt's noch ein Bild mit Blick auf die untere Schnittkante der Bretter :



Jetzt möchte ich Euch mit der Verschalung der linken Seitenwand zeigen, wie ich dabei vorgegangen bin.

Da das Dach mitsamt Dachträger über die Seitenwand hinaus steht, musste ich zuerst für einen sicheren Stand des Schuppens in "stabiler Seitenlage" sorgen.

Der Schuppen liegt mit der rechten Seite auf einer Styrodur-Platte und ist mit einem 500g-Gewicht beschwert. Damit mir diese "Konstruktion" beim Arbeiten nicht umfällt, steht vorne auf der Styrodur-Platte ein 1000g-Gewicht.

Die ersten Bretter der unteren Lage der "Boden-Deckel"-Schalung sind aufgenagelt und für einen gleichmäßigen Abstand zwischen den Brettern sorgt eine 2,5mm x 2,5mm-Eichenleiste :



Hier bin ich schon dabei die zweite Bretterlage aufzuleimen. Den Leim trage ich dazu vorsichtig mit einem Zahnstocher auf die Kante der unteren Bretter auf. Ein weiteres 500g-Gewicht und die Haarklammern sorgen für einen sicheren halt der Bretter, bis der Express-Leim abgebunden hat :



Nachdem alle Bretter der oberen Lage verleimt sind und der Leim abgebunden hat, müssen die Bretter an der unteren Kante passend abgesägt werden. Dazu wird der Abstand von der Innenseite her übertragen ... :



... und auf der Außenseite aufgezeichnet :



Anschließend werden die Bretter mit der Proxxon und dem Kreissägeblatt abgesägt ... :



... und die seitlich überstehenden Bretter vorsichtig mit dem "Zugeisen" angepasst :



Nachdem die drei Seiten der Schuppenwand mit der Proxxon und Schleifteller verschliffen sind, sieht die fertige Wand so aus :



... und weils soo schön ist, trinken unsere beiden Freunde schon wieder ein Feierabend-Bierchen :



Fortsetzung folgt ...

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Frank-Martin


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14.11.2021 19:55
#8 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

nun gehts mit der Verbretterung der Vorderseite des Schuppens weiter ...

Da ich die "Öffnungen" zwischen den Sparren nicht verschließen wollte, habe ich ein dünnes Furnierbrettchen als Anschlag unter die Sparren gelegt :



Dadurch hat sich fast von alleine ein gerader, oberer Wandabschluß ergeben :



Ob die Ecken der Boden-Deckel-Schalung so, wie ich sie ausgeführt habe, korrekt sind, muss ich noch nachschauen.

So sieht der Schuppen nun von vorne aus, nachdem ich die Toröffnung auch passend bearbeitet habe :



Bevor ich mit der Verbretterung der Rückwand anfange, muss ich mich noch "schlau-lesen", damit ich weiß, wie die Fenster richtig in das Ständerwerk eingepasst werden müssen ...


... manches Mal ist es nicht verkehrt, wenn man im Bücherregal ein paar sehr alte Fachbücher hat.

Was den Einbau der Fenster in eine Fachwerkwand betrifft, bin ich bei Adolf Opderbecke im Holzbaubuch von 1909 fündig geworden :

"... bei Fachwerkwänden wird er in einen Falz der Stiele und Riegel eingelegt oder er legt sich hinter sogenannte "Windleisten" die an die Stiele und Riegel geschraubt oder genagelt werden." ... "Er" ist selbstverständlich der Fenster- oder Futterrahmen.

Da es mir mit meinen Fingern und den vorhandenen Werkzeugen nicht möglich ist, diese Arbeiten innerhalb der Gefache durchzuführen, habe ich die entsprechenden Hölzer am Fensterrahmen montiert :

Hier die Ansicht von der Außenseite ... :



... und hier die Ansicht von der Innenseite :



Hier kann man deutlich sehen, dass der Fensterrahmen von innen gegen die Hölzer montiert wurde.

Auf dem folgenden Foto seht Ihr links den fertig verleimten "Rahmen" und rechts die 13 einzelnen Hölzer für den zweiten Rahmen :



Bevor der Rahmen eingebaut werden kann, muss er selbstverständlich mit dem Zugeisen und Hobel angepasst werden.
Die äußeren Fensterbänke werden erst nach dem Einbau des Rahmens montiert.

Während beim zweiten Rahmen der Express-Leim in Ruhe abbindet ...
... habe ich den ersten Rahmen schon an das Fach im Ständerwerk angepasst :



Nun wurde das zweite Fenster montiert ... :



... und anschließend habe ich auf die Schuppen-Rückwand die Schalung geklebt :



Hier eine Fenster-Öffnung aus der Nähe, noch ohne Fensterbank :



... und hier habe ich die Fensterbank bereits montiert, mit Gefälle nach vorn, damit das Regenwasser auch gut ablaufen kann :



Und nun eine "Totale" von der Rückseite meines kleinen Schuppens :



Fortsetzung folgt ...


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Frank-Martin


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16.11.2021 15:35
#9 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Hallo zusammen,

es geht wieder weiter ...

Nun werden die Torflügel erstellt.

Da die Tore möglichst gerade sein sollen, habe ich die Rührstäbchen-Bretter vorher auf der Glasplatte kontrolliert, ob sie plan aufliegen.

Nun wurden auf die Glasplatte ausreichend Bretter für beide Torflügel parallel, eng aneinander gelegt und mit zwei Streifen lösbarem Klebefilm gegen Verrutschen gesichert.
Der erste Riegel wurde mit einem kleinen Winkel rechtwinklig zu den Brettern ausgerichtet und mit Express-Leim verklebt :



Für den zweiten Riegel wurde der Abstand mit dem Stahlmaß aufgezeichnet :




Die Tor-Riegel sind dickere Rührstäbchen, die es vor einiger Zeit am Hamburger Hbf. in einem Café gab.
Vorn ein dünnes Rührstäbchen für die Bretter und hinten eins für die Riegel :



Nun wurden die Streben eingeklebt :



Die rechte, schmale " Tür" (4 Bretter) hat sich aus der "Überbreite" der Bretterlage ergeben und wird vielleicht Später mal für einen Geflügelstall verwendet ...

Nachdem die Verklebungen der Riegel und Streben gut getrocknet sind, werden die Bretter (auf die Höhe der Torflügel) zurecht geschnitten, anschließend die Riegel an den entsprechenden Stellen mit der Laubsäge durchgesägt und danach die Kanten der Torflügel verschliffen :



Um die Proportionen zu sehen, habe ich die Torflügel und die Tür an die vordere Schuppenwand gelehnt :



Dann wurden die Torbänder "geschmiedet".

Zuerst war da die Suche nach einem passenden Stück Messingblech mit der richtigen Dicke, aber das fand sich dann in einer der vielen Schubladen.
Ein Rest Ätzblech, 0.3mm dick von irgendeinem Bausatz, den ich vor Jahren mal zusammen gebaut habe.

Aus dem Messingblech habe ich erst vier, ca. 4mm breite, Streifen geschnitten, die auf jeden Fall lang genug waren, falls ich die Rundung falsch biegen sollte ...

Auf dem Foto seht Ihr von links nach rechts den Streifen Messingblech, beim zweiten Streifen habe ich die Rundung mittels sehr feiner Rundzange unter Zuhilfenahme des Ms-Nagels gebogen, beim dritten Streifen habe ich die Rundung schon verlötet und ganz rechts liegt das fertig in Form geschmiedete und polierte Torband :



Hier habe ich die vier Torbänder lose auf die Torflügel gelegt. Und wie das bei von Hand geschmiedeten Torbändern so ist, sieht auch hier jedes Band etwas anders aus :



Hier ein Foto von der Unterseite der Torbänder :



Fortsetzung folgt ...


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Frank-Martin


Frank-Martin Offline




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16.11.2021 15:43
#10 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

... weiter geht's :

wie ich leider feststellen "durfte", habe ich die Torflügel auf so eine Art zu groß gefertigt, dass ich sie nicht an die Toröffnung anpassen konnte ...

... also schnell neue, passende Torflügel gefertigt. Und weil die Bretter schon mal auf der Glasplatte fixiert sind, habe ich gleich wieder ein paar Türen und Luken mehr gefertigt.
Auf, dass das nächste Bauprojekt kommen mag :



Links ist die überzählige Tür aus der ersten Produktion, an die ich schon die Türbänder montiert habe.

Und wenn ich schon mal dabei bin und mir die Arbeit soo gut von der Hand geht, ... da habe ich auch gleich den Rest vom Ätzblech in passende Streifen für Torbänder geschitten :



In der blauen "Schale" liegen die Blechstreifen (ca. 25mm x 3mm), die gleich mit dem 100g-Hammer auf dem kleinen Amboß gerichtet werden.

Nun wurde wieder ein Wenig gelötet und nein, das wird keine überdimensionierte Harke.

Zuerst habe ich in ein Reststück 0,5mm-Messingblech vier 1,3mm-Löcher gebohrt, um darin die vier 1,2mm Messingnägel einzulöten :



Hier die Rück- oder Unterseite. Das sieht jetzt zwar katastrophal aus, aber das Meiste vom Lötzinn wird bei der weiteren Bearbeitung wieder abgeschliffen. Wichtig ist nur, dass die Lötverbindung des Nagels mit dem Blech gut ist :



Aus dieser "Harke" möchte ich die Maueranker (Kloben) fertigen, in die die Torflügel eingehängt werden. Dazu werden die Nägel mit der Laubsäge vereinzelt, passend gekürzt und das Blech in die richtige Form geschliffen :



Hier habe ich den Kloben mit dem eingehängten Torband als Makro-Aufnahme :



Fortsetzung folgt ...


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Frank-Martin


Frank-Martin Offline




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16.11.2021 15:51
#11 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

... und weiter geht's mit dem Schuppenbau :

Da mir zu dieser Zeit noch die richtige Idee fehlte, wie ich die Kloben in/an der Wand befestige, damit die Torflügel sich auch schön leicht öffnen lassen,
habe ich vorab den Schuppen mit Farbe eingesaut ... Hier die Rückwand, auf der erst die (aus drei farbtönen gemischte) Grundfarbe aufgepinselt ist :



Auf der vorderen Schuppenwand habe ich anschließend mit grau und weiß experimentiert :



Und wieder stelle ich fest : Das sieht bei Tageslicht ganz anders aus ...

... also wurde erstmal das Dach eingedeckt. Die Ausführung ist als doppellagiges Klebepappdach gemacht, d.h. erst eine Unterbahn auf die Schalung genagelt, die Stoßfugen mit Steinkohleteer verklebt und anschließend die Decklage vollflächig mit Steinkohleteer auf die Unterlage geklebt. Zum Schluß wird das Dach eimal vollflächig mit Steinkohleteer gestrichen :



Desweiteren habe ich auch ein mögliches Firmenschild erstellt, welches über dem Tor montiert werden könnte, fehlen nur noch die Befestigungs-Schrauben :



Das Zeitungspapier, welches ich als Decklage verwendet habe, hat dieses Mal (beim Verkleben) eine Menge Wellen "geworfen", die nach dem Lackieren mit REVELL-AquaColor, teerschwarz eigentlich gar nicht so schlecht aussehen ...

Nun wird noch die Schuppen-Rückwand gealtert und dann überlege ich mir, was ich noch mit dem Dach machen kann (Moos, Flechten, etc...).

Fortsetzung folgt ...


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Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

16.11.2021 16:11
#12 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Nun geht's wieder weiter :

Während der Kleber trocknet, mit dem an den Torflügeln die Bänder und am Schuppen die Kloben befestigt wurden, habe ich ein Wenig mit den Rührstäbchen experimentiert ...

... in einem anderen Forum kam die Frage nach rauhen Rührstäbchen auf, evtl. als Schalung für Sichtbeton, damit nach dem "Ausschalen" die Maserung der Schalbretter zu sehen bleibt.
Da ich solche Rührstäbchen nirgends finden konnte, habe ich mit den polierten Stäbchen und einer feinen Stahl-Drahtbürste herum probiert.

Ich habe einen der "Reserve"-Torflügel auf eine feste Unterlage gelegt und mit der feinen Stahl-Drahtbürste immer in Richtung der Maserung darauf herum geschrubbt.
Hier seht Ihr oben einen unbehandelten Torflügel, unten den mit der Drahtbürste bearbeiteten Torflügel, rechts die feine Stahl-Drahtbürste und links (zum Größenvergleich) eine 1-Euro-Münze :



Hier beide Torflügel mit der Makro-Einstellung der Kamera geknipst :



Anschließend habe ich dann ein Wenig mit Farbe experimentiert ...
Zuerst mit dunkelgrauer, brauner und grüner Wasser-Beize (Clou) und nach dem Trocknen wieder mit der Drahtbürste bearbeitet. Anschließend mit Acrylfarbe weiß und grau graniert :



Dann wurden die Schuppentore vervollständigt :

- eine Möglichkeit, um die Tore mittels Vorhängeschloss abzuschließen,
- ein geschmiedeter Griff, um den rechten Torflügel einfacher aufzubekommen
- ein aufgesetztes Brett am rechten Torflügel, damit man nicht durch den Spalt zwischen den Torflügeln in den Schuppen schauen kann
- und über dem Tor ist nun auch das Traufbrett montiert, damit das Regenwasser vor dem Tor abtropfen kann.

Hier das Tor im geschlossenen Zustand :



... und hier das geöffnete Tor :



Hier nur das Tor als Makro-Aufnahme :



... und noch dichter 'ran, um die Details vom "Verschließ-Mechanismus" besser zu sehen :



Nun muss das Tor und die Traufe erst farblich an den Schuppen angepasst werden, dann kommt noch das Dachblei auf die Traufe, damit das Wasser nicht dahinter laufen kann.
Und zum Abschluss muss jeweils über dem unteren Kloben der Torflügel ein Winkeleisen montiert werden, damit die Torflügel nicht unbeabsichtigt ausgehoben werden können.
Ach ja, - Schrauben an den Torbändern, dem Riegel und den Winkeleisen müssen ja auch noch d'ran ...

... nun wurde die Torflügel bemalt und entsprechend gealtert. Zur Verwendung kamen ausschließlich Acrylfarben aus der Tube.
Die Bänder wurden zuerst mit REVELL Aqua-Color, teerschwarz gestrichen und anschließend wurde mit den Acrylfarben der Rost aufgebracht :



Hier das Tor aus der Nähe, da kann man auch ganz deutlich den Streifen "Dachblei" auf dem Traufbrett sehen :



Zum Schluss wurde noch das Mauerwerk gealtert. Hier habe ich mit verschiedenen Pulverfarben und Pigmenten aus dem Künstlerbedarf experimentiert.
Da eine Versiegelung mit Mattlack dazu führen würde, dass die Farben deutlich dunkler werden, habe ich dieses Mal darauf verzichtet.

Hier Fotos von allen vier Schuppenwänden, zuerst von vorn :



... die linke Giebelwand :



... als Nächstes die Ansicht von der Rückseite mit den beiden Fenstern :



und nun die rechte Giebelwand :



Als Abschluss habe ich noch ein Foto mit unseren beiden Freunden gemacht, da sie nicht davon abzubringen waren .



Das war der Schuppenbau mit einfachen Mitteln und Resten aus der Bastelkiste.

Ich hoffe, es hat Euch ein Wenig Spass gemacht, mir dabei über die Schulter zu schauen und vielleicht hat ja mancher Einer von Euch ein paar Anregungen in die eigene Werktatt mitnehmen können ...



Grüße aus Leese

Frank-Martin


Frank-Martin Offline




Beiträge: 211

16.11.2021 16:24
#13 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Ach ja ... isch 'abe fertisch !


GMWE Offline




Beiträge: 159

16.11.2021 17:09
#14 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Zitat von Frank-Martin im Beitrag #12
Ich hoffe, es hat Euch ein Wenig Spass gemacht, mir dabei über die Schulter zu schauen und vielleicht hat ja mancher Einer von Euch ein paar Anregungen in die eigene Werktatt mitnehmen können ...


Hat es, Frank-Martin.
Vor allem die anschauliche Schilderung vieler handwerklichen Praktiken.
Sowas ist das Salz in der Forensuppe.
Danke fürs Zeigen.

Gruß, Peter


Günni Offline




Beiträge: 504

18.11.2021 11:29
#15 RE: Ein kleiner Schuppen für Hanenberg Antworten

Auch ich arbeite auch gern mit dieser Schaumpappe von Kappa. Ich habe letztens festgestellt, dass man das Zeug ganz prima auf 'ner Proxxon Kreissäge zuschneiden kann. Allerdings mit 'nem Metallsägeblatt, sonst reissts zu stark. Und man darf nicht zu fest drücken. Wenn sich das Sägeblatt erwärmt, klebt der Schaumstoff an. Aber ansonsten klappt's sehr gut.

Günni

Je schmaler die Spur umso größer der Spaß


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