Ich hatte ja schon mal über den Bau eines hölzernen Bergwerksgebäudes berichtet (www.schmalspur-treff.de/t99f20364-Holzgebaeude.html). Jetzt bin ich endlich drangegangen, die dazugehörige Anlage fertig zu bauen nachdem der Rohbau schon seit ein paar Jahren oben auf dem Regal vor sich hin verstaubt. Das Ganze hat wieder Baugröße 09. Die Landschaft ist im Großen und Ganzen fertig, ich muss nur noch ein paar Samen auswerfen, damit's ein bisschen grün wird und natürlich noch jede Menge Bergbaumüll in der Umgebung entsorgen. Zuerst aber brauchte es ein paar neue Fahrzeuge. Eine Lok und ein Kastenkipper existieren schon, harren allerdings noch des Einfärbens und der Verschmutzung (welch wunderschöner Genitiv). Da man später auch von hinten ein ganz kleines bisschen ins Bergwerk reingucken kann, wollte ich auch innen was Dekoratives haben. Also habe ich auch noch eine Bohrmaschine für die Sprenglöcher gebaut. Zwar am Vorbild orientiert aber ansonsten Freelance. Die ist schon fertig und so kann ich sie Euch zeigen.
Die haben zwar Räder aber ich fand Raupenketten dekorativer. Ich habe einfach alles Geeignete aus irgendwelchen Grabbelkisten rausgekramt und zusammengepappt.
Der Träger für den Bohrerschlitten sind zwei Rücken an Rücken geklebte Stiele von einen Plastikkaffeerührstäbchen, das Ding für den Tank hinten ist wer weiß wo her, die Schlittenführung des Bohrers ein altes Faller Kunstsoffstahlprofil. Der Bohrerantrieb ist "verziertes" Polystyrolrundmaterial, der Bohrer ein Stück Kupferdraht, vorne etwas breitgequetscht (Bohrspitze). Die Kettenantriebsräder sind wieder Rundmaterial und laufen komplett unten durch (sieht man ja von oben nicht). Als Druckschläuche dienen 1 mm isolierte Kupferdrähte, die Bedinungshebel sind wieder Oberhemdenstecknadeln, noch ein paar Polystyrolstücke und das war's im Großen und Ganzen.
Nach einigem Grübeln bin ich dann für die Raupenketten auf folgende Lösung gekommen: Ich habe mir auf dem Computer die Breite der Ketten und eine passende Teilung gezeichnet und ausgedruckt. Dann habe ich zur Verstärkung einen zweite Lage Papier druntergepappt und auf die Teilung Drahtstücke mit 1 mm Durchmesser (im Vordergrund des Fotos) aufgeklebt.
Schließlich beide Ketten vorsichtig mit einer Goldschmiedeschere (ja, ich hab sowas) ausgeschnitten und um die Antriebsräder geklebt. Die Teilung hatte ich mir natürlich vorher ausgerechnet, damit die Anzahl der Rippen am Ende auch aufgeht.
Als Letztes bekam das gute Stück noch eine Farbgebung, die langen pflegearmen Gebrauch unter Tage erahnen lässt. Und so sieht's jetzt aus:
Die teilweisen Unschärfen der Bilder sind der starken Nahaufnahme geschuldet (ich hab keine so ganz tolle Kamera).
Hier noch mal der eigentliche Bohrer.
Die "Gewindestange", an der sich der gesamte Bohrer nach vorne zieht, besteht einfach auch zwei verdrillten 0,5 mm Kupferdrähten.
Da die Maschine nur Hintergrunddekoration sein soll, habe ich es mit der Detaiilierung nicht auf die Spitze getrieben. So in der Nahaufnahme wirkt daher Manches etwas grob, aus normalem Betrachtungsabstand ist es aber einigermaßen passabel.
Ja, und jetzt kommt der große Wehrmutstropfen. Was heißt Tropfen, ein ganzes Fass voll! Das Ding passt nicht an die vorgesehene Stelle im Bergwerk!
Der Bohrer ragt ins Lichtraumprofil und weiter zurück kann man's nicht stellen. Vielleicht hätte ich doch vorher mal genauer messen sollen als das nur abzuschätzen . Mea culpa. Gut, so habe ich eben ein Modell im Vorrat, das irgenwann irgendwo sicher ein Plätzchen finden wird. Das Bauen hat auf jeden Fall Spaß gemacht und das ist doch schon was.
So weit erst mal. Die anderen Fahrzeuge und die eigentliche Anlage kommen demnächst auch bald, da muss ich aber noch ein bisschen dran prökeln.
könntest Du den Bohrer nicht ein wenig höher stellen, damit der Arm über das Lichtraumprofil ragt? Er könnte auf ein wenig ausgebrochenem Material stehen. Da könnte eine kleine Rampe vom Gleis hoch auf das Podest führen und da könnte man sogar ein paar Kettenspuren andeuten?
das Ding ist klasse! Herrlich kreativer Modellbau mit einem überzeugenden Ergebnis. Den Platzmagel müsste die Maschine aber doch eigentlich selbst in den Griff bekommen können?
Daniel: nee, Höherstellen des Bohrers geht nicht. Die Gubenbahn wird elektrisch fahren, also gibt's da noch 'ne Oberleitung. Ich hab' eben einfach ohne Sinn und Verstand drauflosgebastelt. Aber irgendeine Verwendung finde ich noch. Ich hab ja noch die Gynthrolith Grube.
Alexander: klar könnte die Maschine Sprenglöcher bohren und sich den Platz freisprengen . Aber dann wär auch keine Mine mehr da, denn an dieser Stelle ist die Landschaft tatsächlich nur ca. einen Zentimeter dick. Deswegen kann ich auch keinen weiteren Platz schaffen.
Wartet, bis der Bericht über die Mine kommt (dauert noch 'n Moment).
Ich war vor langen Jaheren mal auf der Hannover-Messe. Da stellte eine Firma aus, die Feinguss- und -stanzteile herstellte. Auf dem Thresen des Standes gab's eine große Schüssel voller kleiner Musterteile, von denen man sich welche mitnehmen konnte. Ich habe natürlich sofort das Potential erkannt und einen Moment der Unaufmerksamkeit des Standpersonals schamlos ausgenutzt . Mit etwas ausgebeulten Jackentaschen bin ich dann weitergegangen (der Inhalt der Schüssel hatte misteriöserweise deutlich abgenommen). Nun habe ich wohl bis ans Ende meines Lebens die schönsten Ausstattungsteile.
Zurück zur Anlage. Bei Bergwerken stehen draußen nicht selten jede Menge ausrangierte Gerätschaften rum. So soll's auch bei mir sein. Also habe ich mir aus den oben genannten Vorräten was gebastelt.
Zuerst die Auswahl der Teile
Nach Behandlung mit etwas Sekundenkleber sieht's dann so aus
Schließlich noch ein bisschen Dreck drauf und das Ding ist fertig zum Aufstellen
Was das nun für ein Ding ist? Keine Ahnung. Wenn man den Vorarbeiter der Mine fragt, kriegt man nur "that's not your business" zur Antwort. Jetzt muss es nur noch etwas im Gestrüpp einwachsen. Aber dazu später mehr.