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Dieses Thema hat 62 Antworten
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Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

29.12.2021 16:09
Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Ein Bau begleitender Werksattbericht


Nun ist es an der Zeit, daß ich wieder ein neues Modell hier vorstelle. Kürzlich hat Detlef Racky einen Kessel für die Plettenberg Kastendampflokomotive konstruiert, der bei Kalle Stümpfl als 3D Druck zu bekommen ist. Also nichts wie ran, einen Kessel bestellen und in den Schrank mit den vielen Bausätzen eingetaucht. So liegt nun das neue Projekt auf der Werkbank.

Basis für die entstehende Kastendampflokomotive ist der Bausatz, besser die Platine, von Uwe Ehlebrach) (U.E.). Mein Bausatz stammt aus der ersten Serie, also konzipiert für Spur 0e. Dazu kommen nun der Kessel und die Kleinteile von Detlef Racky und Kalle Stümpfl. Der Antrieb wird ein Eigenbau und dann werden natürlich noch einige Messing-Bauteile aus meinem Programm das Modell ergänzen.

Im Gegensatz zu meinen Bauberichten der letzten Jahre werde ich dieses Mal den Bau begleitend immer wieder Berichte und Fotos unter diesem Thema einstellen. Fragen zum Bau des Modells können gerne gestellt werde, die werde ich auch beantworten. Bitte jedoch keine Diskussionen entfachen, das würde den Werkstattbericht dann sprengen.

Vorne weg noch etwas zur Umsetzung des Vorbilds ins Modell. U.E. hat sich als Vorbild für seine Platine die Plettenberg Lokomotive Nr. 5.2 ausgesucht. Allerdings hat er den charakteristischen schrägen Kohlekasten an der Stirnseite des Führerstands nicht nachgebildet. Ebenso ist der Verlauf der Nietreihen nicht ganz identisch. Der Bausatz trotzdem empfehlenswert, wer will, der kann sich den Kohlekasten ja selbst bauen und ansetzen.

Dem Bausatz liegen zusätzliche Bleche für eine Pufferbohle mit Regelspurpuffern bei. Da die Lokomotive Nr. 5.2 um 250 mm schmaler ist wie die bekannten Plettenberg Lokomotiven mit den Regelspurpuffern, hat es sie nie mit Puffern zum Betrieb auf Dreischienengleis gegeben.

Soweit ich weiß ist die zweite Auflage des Bausatzes von U.E. in den Abmessungen identisch und nur auf die Spur 0m angepaßt. Die Platine enthält nun auch Rahmenbleche mit Niete Nachbildungen und es gibt dazu einen Antrieb, Räder und eine passende Steuerung. Dies alles basierte bei der 0e Variante noch auf einem modifizierten Magic Train Fahrwerk.

Wer mehr zu den Vorbildern wissen möchte, der sollte sich unbedingt das Buch „Plettenberger Kleinbahn“ von Wolf Dietrich Groote kaufen.

Genug des Vorgeplänkels, jetzt wird es ernst.


Bericht 1: Der Antrieb

Wie oben erwähnt ist von U.E. ein MT Fahrwerk vorgesehen gewesen. Vor Jahren hatte ich schon einen eigenen Antrieb konzipiert, der bei meiner Bausatzaktion der MEG Lokomotive Nr. 46 zum Einsatz kam. Diesen Antrieb habe ich jetzt wieder verwendet. Ein Modellbahnfreund hat mir die Rahmenteile CNC gefräst, so konnte ich relativ schnell alles zusammenbauen.

Beide Achsen haben Zahnräder z=22, die Zwischenzahnrädern z=18 alle Modul 0,5. Auf die Welle des Faulhaber Getriebemotors 1616 E012 ist eine entsprechende Schnecke aufgeschoben. Die Zahnräder mußten angepaßt werden. Sie bekamen alle einen zweiten Bund und wurden in der Breite über die Bünde so abgedreht, daß sie mittig im Rahmen liegen. Alle Zahnräder und die Schnecke wurden mit der rotierenden Drahtbürste entgratet. Als Räder hatte ich aus meinem Fundus noch vier sogenannte Polenräder mit 17,5 mm. Dies entspricht nicht ganz den 810 mm des Vorbilds (18 mm im Modell).

Die Teile des Antriebs sind mit Verschraubungen so zusammen gefügt, daß er jederzeit auseinander genommen werden kann. Auch die Radsätze können ohne Abziehen der Räder entnommen werden. Die Bodenplatte habe ich aus einer Pertinax Platte hergestellt. An dieser werden später seitlich die Radschleifer aus Bronzeblechstreifen montiert.

Der Antrieb ist nun fertig, fährt im analogen Probebetrieb ohne zusätzliche Belastung bei 0,8 Volt ruckfrei an. Jetzt kommt die nächste Herausforderung: wie wird dieser Antrieb in die Teile des Bausatzes von U.E. eingepaßt. Was muß geändert und wo müssen neue Teile hergestellt werden?

Grüße aus VAI
Armin.









GMWE Offline




Beiträge: 157

29.12.2021 17:20
#2 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Da baut doch einer tatsächlich ein Fahrwerk im Eigenbau. Chapeau!
Klingt alles sehr spannend. Mach ma!

Gruß, Peter


Peter.R. Offline



Beiträge: 20

29.12.2021 18:42
#3 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Hallo Armin,

bin schon gespannt wie es weiter geht.

Viele grüße nach VAI

Peter


Claus60 Offline




Beiträge: 793

29.12.2021 22:51
#4 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Hi.
Ich klinke mich hier auch mal ein, denn eine Kasten- Dampflok steht bei mir auch noch recht weit oben auf der Todo Liste. Allerdings bin ich viel zu unbegabt, besonders, wenn es um Metallbearbeitung geht, um auch nur davon zu träumen, ein Fahrwerk mit solch aufwändigem Antrieb selbst zu machen. Bei mir wird es mit Sicherheit bei (H0-) Großserien- Fahrwerken mit "Hütchentausch" bleiben... Aber du machst das schon, da bin ich mir ganz sicher. Bei dem, was du bisher so produziert hast, hege ich da keinerlei Zweifel, das auch diese Kasten- Dampflok ein absolutes Sahnestückchen wird.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)Ein Modellbahn- Blog


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

04.01.2022 12:33
#5 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Bericht 2: Entscheidung und Drehfenster

Lange habe ich mit mir gerungen, wie ich das Modell bauen möchte. Soll es so gebaut werden, wie es Uwe vorgesehen hat? Also ein kubischer Kasten mit geraden Kanten, so wie man die Plettenberger Kastendampflokomotiven kennt. Oder ist der Maßstab des Modellbauers das Vorbild, dann muß bei der Nachbildung der Plettenberg Lokomotive Nr. 5.2 der Kohlekasten nachgebildet und ergänzt werden.

Die Entscheidung ist gefallen, ich halte mich an das Vorbild und werde den Kohlekasten ergänzen. Das wird mein Modell ein Wenig exklusiver werden lassen, da wohl die meisten Modellbahner das gewohnte geradlinige Erscheinungsbild einer Plettenberger Kastendampflokomotive bevorzugen.

Um den nicht so Bewanderten in der plettenberger Fahrzeugkunde einen Eindruck zu geben stelle ich das Werksfoto von HENSCHEL zu dieser Lokomotive hier ein. Das Foto stammt aus der Sammlung von Wolf Dietrich Groote. Das Originalfoto befindet sich in der Sammlung des Heimathauses Plettenberg. Beide Quellen haben dem Einstellen des Fotos hier zugestimmt.



Als erstes mußte nun die Stirnwand auf der Lokführerseite für den Kohlekasten vorbereitet werden. Die Öffnung mit den beiden Klappen wurde verschlossen und das waagrechte Abdeckkprofil wurde Ergänzt.



Bevor der Korpus des Gehäuses rechtwinklig zusammen gelötet wird, ist es empfehlenswert einige Details anzupassen. Als ersten wurden die ovalen Fenster so vorbereitet werden, daß sie später beweglich eingebaut werden können. Zwar sind kleine „Stipsel“ an den Rahmen angeätzt, die jedoch nach dem Entfernen der Hinterätzung gegen Null strebten. Ich habe als Ersatz 0,5 mm Drähte aufgelötet und mit Bandagen aus Kupferfolie gesichert.



Die beweglichen Fensterrahmen werden nach der Lackierung von Innen eingelegt und mit einem aufgeklebten Blindrahmen ebenfalls von Innen gesichert. Die Verglasung wird erst nach der Lackierung erfolgen.





Als nächstes werden die vier Wände mit Anbauteilen ergänzt. Es sollten nur die Teile angebracht werden, die die rechtwinklige Montage der Wände nicht behindern. Das wird dann im nächsten Bericht beschrieben.

Grüße aus VAI
Armin.


rofra Offline




Beiträge: 1.162

04.01.2022 13:46
#6 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Zitat von Armin-Hagen Berberich im Beitrag #5
Die Entscheidung ist gefallen, ich halte mich an das Vorbild und werde den Kohlekasten ergänzen.


Das begrüße ich ;)

Der Kohlekasten macht die Geschichte wesentlich interessanter.

~ from prussia with love ~

der franke, der robert


lokonaut Offline



Beiträge: 180

04.01.2022 22:24
#7 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Guten Abend Armin,

kleine Zwischenfrage zum Bausatz: Sind die Nietreihen am Lokkasten geätzt? Zumindest sehe ich an der Innenseite keine Vertiefungen zum "Niete Drücken".


Viele Grüße aus Südhessen

Alexander


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

05.01.2022 10:12
#8 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

hallo Alexander,

ja, die Niete und Abdeck-/Eckprofile sind alle geätzt, selbst drücken ist nur bei eigenen Ergänzungsblechen erforderlich. Dazu schreibe ich noch etwas beim Bau des Kohlekastens.

Die geätzten Niete sind auch ein Wenig der Knackpunkt beim Löten. Durchs Ätzen sind die Bleche des Korpus nur halb so Dicke (ca. 0,25 mm). Das Löten mit der Flamme erfordert deshalb eine gewisse Erfahrung, da zu große Hitze sofort die Bleche verbiegt und ausbeult. Wie ich die rechtwinklige Verbindung zwischen den Wänden sauber hin bekomme weiß ich noch nicht. Vermutlich müssen die Teile noch stärker fixiert und gleichzeitg gekühlt werden damit sie sich an den Kanten nicht verwerfen. Alternativ wäre noch ein 30/50 W Lötkolben möglich. Den nehme ich nicht so gerne, da mit dem Lötkolben die Hohlkehle aus Lot nicht so gleichmäßig gezogen werden kann.

Grüße aus VAI
Armin.


RS1325 ( gelöscht )
Beiträge:

05.01.2022 11:02
#9 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Meine Lösung zum Löten von Rechtwinkeligen Eckverbindungen, fixieren mit starken Krokodilklemmen

Gruß
Roland


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

05.01.2022 11:38
#10 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

hallo Roland,

danke für den Tipp. Das Problem ist aber nicht der rechte Winkel und die Befestigung. Das Problem ist das Wölben in der Fläche beim Erwärmen des dünnen Blechs. Da kommt man mit Klemmen nicht hin. Ich werde es aber schon schaffen.

Grüße aus VAI
Armin.


buntmetaller Offline




Beiträge: 12

05.01.2022 13:12
#11 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Hallo Armin,
Im andern Forum hat Wolfgang Müllner (DT1) eine Lötvorrichtung vorgestellt. Ich habe so ein Teil und habe darauf gestern meine GthB Wagenkästen gelötet. Funktioniert hervorragend. Die Vorrichtung hat auch in der Mitte einen Steg, so daß das Blech recht gut aufliegt. Mit dem Kolben solltest du die Ätzbleche darin gut zusamnenbacken können.
Schönen Gruß vom Harzrand, Jürgen


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

05.01.2022 13:41
#12 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

hallo Jürgen,

die Lötlehre habe ich mir letztes Jahr auch besorgt, jedoch noch nicht verwendet. Ich glaube, daß ich diese zusammen mit der kleinsten Düse für das Lötgerät verwenden werde. Daduch, daß die Bleche nur seitlich und in der Mitte aufliegen gibt es praktisch keinen Wärmeabfluß. Es müßte dann ausreichen, wenn ich die Bleche in einem Abstand kühle und mit der Flamme relativ schnell über die Lötnaht ziehe. ... probieren geht über studieren.

Grüße aus VAI
Armin.


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 422

13.01.2022 20:38
#13 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Bericht 3: Wagenkasten

Wie im Bericht 2 angekündigt, wurden als nächstes die Wände mit einigen Details bestückt. Die abstehenden Gußteile wie Laternen, Bremsschläuche, Heizkupplungen und Schlußscheibenhalter werden erst ganz am Schluß angesetzt, da sie bei der weiteren Montage im Wege wären.

Beim Auflöten der Führungsschienen stellte ich fest, daß die Wände einen nicht auszugleichenden Fehler haben. Die äußeren Abmessungen sind zwar korrekt, die Höhen der Fenster, der ringsum laufenden Deckleisten und der Führungsschienen für die „Fensterläden“ stimmen jedoch nicht mit dem Vorbild überein. Zwischen der oberer Führungsschiene und der Dachkante müßte noch eine Stück Wand zu sehen sein. Bei Darstellung des Modells in Epoche III befindet sich in diesem Bereich die Regenrinne. Regenrinne und Regenfallrohre sind auf dem Werksfoto und einem Foto aus den 30er Jahren noch nicht vorhanden. Da ich mein Modell der Zeit vor 1930 nachempfinde, verzichtete ich auf diese Details und eine entsprechende Korrktur.

An den Pufferbohlen besitzt das Original über den Schienenräumern Konsolen zum Anheben der Lokomotive mit Wagenhebern, falls sie einmal aus den Schienen rutschte. Diese müssen wie auch andere Kleinteile selbst hergestellt werden oder kommen aus dem Bauteilesortiment.

Die angeätzten Pufferplatten wurden abgeschliffen und durch Gußteile mit einer 1,5 x 1,5 mm Öffnung ersetzt. Diese benötige ich zum beweglichen Einbau meiner eigenen Kupplungen, auf die ich später noch eingehen werde. In diese Öffnung könnten auch andere Kupplungssysteme eingesteckt werden.

Die dem Bausatz beiliegenden Türen wurden nicht eingelötet. Es gibt außer beim Werksfoto keinen Nachweis, daß es diese Türen gab. Auch auf den Fotos aller anderen Plettenberger Kastendampflokomotiven gibt es keine Türen. Alternativ gibt es Ketten oder eine Stange. Links und rechts neben den Türausschnitten wurden auf die Aussparungen für die Griffstangen von innen 3 x 2 mm U-Profile als Kasten angelötet. Die Griffstangen konnten mittig eingesteckt und ebenfalls gelötet werden.

Beim Anbringen der Details war schon klar geworden, daß beim Löten der Wände größte Sorgfalt notwendig ist. Sämtliche Ätzbleche sind aus 0,5 mm Blech hergestellt. Durch flächiges abätzen wurden die Niete, Stehfalze und Deckbänder hergestellt. Das hat leider zur Konsequenz, daß der flächige Teil der Wände nur noch 0,25 mm dick ist. Das Löten mit der Flamme und selbst das zu lange Anwärmen mit einem stärkeren Lötkolben wird zur Herausforderung. Die Bleche beulen durch Hitzeeinwirkung sehr schnell und können sich verziehen.

Ich habe das beim Zusammenlöten der Bleche so gelöst, daß in die Innenecken der Wände Ms Winkel eingelötet wurden. Diese wurden zuerst mit dem Lötkolben an die Stirnwände angelötet. Die Wände wurden anschließend in die Lötlehre von spur0-tuning gelegt und mit der Flamme an die Längsbleche angelötet. Auf den Fotos sieht man, daß ich dazu ein Stück 0,5 mm Lot an den Winkel anlege. Wann wird mit der Flamme das Blech und der Winkel angewärmt um schließlich vorsichtig entlang des Winkels die Flamme gezogen, bis das Lot fließt.







Jetzt mußte zuerst geklärt werden, wie der Antrieb in das Gehäuse eingebaut werden soll. Zuerst wurde eine neue 0,5 mm Bodenplatte gefertigt, die direkt auf den Antrieb geschraubt wird. Sie wird auch zur Befestigung der Zylinder und der Steuerungsträger benötigt. Dazu werde ich später berichten. Nun konnte ich anhand der unteren Bodenplatte die obere Bodenplatte aus 1 mm Blech herstellen.

Die 1 mm dicke Bodenplatte wurde in das Gehäuse mit 1 mm Versatz zur Unterkante der Wand eingelötet. Dabei habe ich wegen des starken Wärmeabflusses des dicken Blechs mit der Flamme gelötet. Die Flamme wurde dabei auf das dicke Bodenblech gerichtet, die dünnen Wandbleche haben sich dann durch die Streuwärme erwärmt.



Als nächstes wurde der für die Nr. 5.2 typische Kohlehasten hergestellt, er ist auf der Platine von Uwe Ehlebracht nicht enthalten. Dabei kam ein 0,3 mm Blech zur Anwendung. In diese Blechstärke können mit der Nietpresse ohne Probleme Niete gedrückt werden. Bei dickeren Blechen sollten die Niete von hinten angeätzt oder vorgefräst sein, sonst könnte das Blech evtl.durchstanzen und der Nietkopf in der Matrizen stecken bleiben. Die Abmessungen habe ich aus dem Plan zur Plettenberger Nr. 5.2 abgegriffen und übertragen. Das Nietbild entspricht den wenigen Fotos, die es dazu gibt. Auf den Fotos ist ungefähr die Dimension der beiden Deckel auf dem Kohlekasten zu erahnen, auch daß es jeweils zwei Scharniere gab. Einen Griff zum Öffnen gibt es nicht, vermutlich wurden die Klappen an dem leicht überstehenden Rand gefaßt um sie zu öffnen.













Und zum Schluß eine Stellprobe. Die Lage der Achse in Relation zum Gehäuse ist richtig. Die Wasserkästen passen zur hinteren Achse und die Aufstiegsleitern haben auch noch genügend Platz. Die Zylinder sind auf den Fotos noch nicht dargestellt, sehen aber auch schon ganz gut aus.

Das vorgebogene Dach mußte ich neu herstellen. Das Bleche hat sich wegen den eingeätzten Öffnungen vermutlich beim Rollen verzogen, ich konnte es nicht mehr richten. Das neue Blech ist gebogen, dem Gehäuse jedoch noch nicht 100prozentig angepaßt. Zum Bau des Dachs berichte ich später.





Bei der Stellprobe zeigte sich eine weitere Differenz. Der gedruckte Kessel von Detlef Racky und Karlheinz Stümpfl ist zu lang. Die Abmessungen von der Rauchkammer bis zur hinteren Kante des Sanddoms stimmen. Die Abweichung liegt zwischen dem Sanddom und der Rückwand. Der gesamte Kessel ist ca. 5 mm zu lang. Die Feuerbüchse wurde vom Konstrukteur vermutlich deshalb verlängert, um z.B. einen Faulhaber 2020 Getriebemotor unterzubringen. Wie ich dieses Problem löse, das wird beim Bau des Innenraums beschrieben.





Soweit mein Bericht von den Blecharbeiten. Wie schon angedeutet mache ich mich nun an die Steuerung. Dazu gibt es noch keinen genauen Plan. Da es für meinen Bausatz der ersten Genaration noch keine fertige Lösung gab, wird es wieder eine Tüftelei. Ich werde also versuchen aus Ätzt- und Gußteilen etwas zu bauen, da auch funktionieren muß. Ich fürchte, daß auch einige Teile neu angefertigt werden müssen. Laßt Euch überraschen, der Bericht dazu kommt bestimmt.

Grüße aus VAI
Armin.


Werner Martin Offline



Beiträge: 45

13.01.2022 21:13
#14 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Hallo,

die runden Abdeckbleche auf der Pufferbohle unterhalb des Kohlenkastens sind doch normalerweise da, um die Kolben der Dampfzylinder leichter ausbauen zu können? Dazu müssten sie allerdings vorne sein. Oder sind das Luken um die Wassertanks zu reinigen? Aber wie gewohnt wieder eine tolle Arbeit!

Grüße
Werner


Kleinbahner Offline



Beiträge: 16

13.01.2022 21:13
#15 RE: Eine Kastendampflokomotive fast nach Plettenberger Vorbild Antworten

Das sieht wieder richtig gut aus. Bin auf den weiteren Baubericht gespannt. Viel Spass beim Weiterbau. Viele Grüße Dierk der Kleinbahner.


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