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Dieses Thema hat 193 Antworten
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rofra Online




Beiträge: 1.193

05.03.2022 21:25
#46 RE: Schamloses Metzgern IV - Was für ein Kasten Antworten

In Beitrag #32 hatte mich schonmal zu meinem Projekt eines 2 Achsigen G-Wagens für 600mm Spurweite auf Basis der von div. Kleinbahnen der Lenz AG genutzen Vorbilds geäußert. Nachdem ich erste Versuche mit im Rahmenbau angestellt hatte, wurde sich in den letzten Tagen erst nur planerisch und dann konstruktiv mit dem Wagenkasten auseinander gesetzt. Heute entstand nun der Rohbau.

Die Konstruktion besteht aus 43x4x1 mm Kiefernholzleisten auf einem Skelett aus 2x2 mm Kiefernleisten und 2x2mm Winkelprofilen aus Messing. Eingezogen ist noch ein Zwischenboden aus 1x2mm L-Profilen.
Das Vorbild ist hier im Aufbau recht sparsam, was die Umsetzung recht einfach macht.



52 Brettchen Später standen dann alle 4 Wände. Die Profile an den Stirnseiten fehlen derzeit noch (genau wie Türen, Beschlagteile, ein Dach und und und). Und auch wenn die Bildqualität ob der Abwesenheit von vernünftigen Lichtverhältnissen etwas nachlässt ein paar Eindrücke vom Wagenrohbau:


Nicht nur durch die Perspektive wirkt der Wagen etwas schief. Die Materialien und mein handwerklichen Unvermögen fordern ihren Tribut. Ich zahle ihn gern.


Größenvergleich zur Lok. Wie groß die Abweichungen zum Vorbild werden, werde ich später herausfinden.


Größenvegleich zum Mensch.

Ich habe mich hier wieder für das nachträgliche Bemalen entschieden. Zum einen weil der Bau des Wagenkastenskeletts weit problematischer war als erwartet und zum anderen, weil ich mich hier mal am altern Versuchen möchte und mir noch nicht ganz klar ist wie. Insgesamt bringt der Wagen jetzt 39g auf die Wage.

Also Bonus noch kurz am Rande:

Zeitgleich kam heute noch, in Form von 2 Kipploren, etwas echte Handwerkskunst vom Profi. Die Modelle Stammen von Steiner. Einer kleinen Spur 1 Manufaktur die für 1f eine - ich schätze mal - 1m³ Lore für 600mm Spurweite in geschweißter oder genieteter Ausführung anbietet. Die Modell sind voll funktionsfähig, also in beide Richtungen kippbar und mit selbsttätiger Verriegelung, in 18,75mm Spurweite und Ganzmetallbauweise ausgeführt. Letztere fehlte mir bei den Kipploren von Feld, weswegen ich hier testweise zugeschlagen hab. Die geschweißten Loren, waren eigentlich schon ausverkauft und ich dürfte eher durch Glück eine der letzten erhalten haben (/edit: Auf der HP sind sie inzwischen entspr. Markiert). Der erste Eindruck ist äußerst Positiv und insgesamt sagen sie mir etwas mehr zu als die Loren von Feld (kosten aber auch etwas mehr). Beide Hersteller bewegen sich hier auf einem sehr angenehmen Niveau. Der Kippmechanismus ist auf jeden Fall ein kleiner Knaller. Man entriegelt die Mulde per Hand, danach lässt sie die Mulde problemlos Kippen, dabei springt ab einem gewissen Punkt die Verriegelung zurück. Beim zurückstellen der Mulde, gleitet die dann über die Verriegelung und sitzt wieder fest. So wie es sein muss, behaupte ich mal.

Ich muss aber auch festhalten, dass, ich nachdem ich heute die ersten male meinen halbfertigen G-Wagen durch die Gegend rangiert habe, mir "große" Eisenbahnen doch weit mehr Spaß machen, auch wenn es ganz witzig ist, auf meiner kleinen Anlage einen Zug aus 4 Wagen rumpeln zu sehen, ist an einem "echten" Wagen einfach mehr dran.



Die unterschiedlichen Ausführungen im Detail (links genietet, rechts geschweißt):



Vergleichsbild: links Feld; rechts Steiner

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der franke, der robert


trambahn Offline




Beiträge: 70

06.03.2022 08:23
#47 RE: Schamloses Metzgern IV - Was für ein Kasten Antworten

GuMo Robert,
kannst du von der Verriegelung bitte ein Detail Bild einstellen?

LG Bernd


rofra Online




Beiträge: 1.193

06.03.2022 14:28
#48 RE: Schamloses Metzgern IV - Was für ein Kasten Antworten

@trambahn: Ich habs mal versucht. So wirklich erfolgreich war ich nicht, nur auf einem Bild erkennt man halbwegs was aber ich probier trotzdem mal mein Glück:



Wir sehen den offenen Zustand. Wenn die Mulde jetzt zurück gelegt wird, drückt der mit 3 markierte Bolzen, den mit 2 markierten kleinen Hebel nach unten. Dadurch legt sich Hebel 1 über den Bolzen 3. Dadurch dass sich 1 und 2 an einem Bauteil, zusammen, mit dem geschickter weise nicht markierten, Griff befinden, wird der Griff "nach oben gedrückt". Durch nach unten drücken des Hebels, kann man das ganze dann wieder in in den hier zu sehenden Zustand bringen, also öffnen.

Davon ist jeweils ein Mechanismus pro Seite verbaut, so dass man zum kippen in eine Richtung, nur einmal entsichern muss. Ich würde hier nochmal versuchen den gesamten Hebel von frontal abzulichten. Ich habe nicht geahnt, dass die Führungsbleche und die graue Farbe, so stark die konturen Verwischen...

Seis drum.

Was etwas besser geklappt hat ist das:



Ich bin überrascht wieviel Holz der Wagen verschlingt... allein der Wagenboden sind fast 1m 4x1mm Kiefernholz.

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der franke, der robert


rofra Online




Beiträge: 1.193

07.03.2022 11:34
#49 Schamloses Metzgern V - The Doors (Vol. I) Antworten

Gestern hatte ich in animierter Form kurz meinen ersten Versuch einer Schiebetür in 1:32 gezeigt. Besonders zufrieden war ich nicht. Bevor ich hier in die Tiefe gehe, nochmal ein Vorbildbild als Vergleich, fürs direkte einbinden ist es zu groß, deswegen als Link:

https://asset.museum-digital.org/sachsen...-1895-12734.jpg

Tatsächlich habe ich diese Schiebetüren massivst unterschätzt. Bei genauerer Betrachtung fiel mir auf, das Tür im Gegensatz zur Außenwand des Wagens komplett eben sind. Nur die Beschlagteile für die Führung der Schiebebewegung stehen heraus. Bei meiner bisherigen Schiebetüren (also den, sage und schreibe, zweien die an meinem 0f Erstling verbaut hatte :D )wurden die einzelnen Bretter aber analog zum Wagenkasten irgendwie verbunden. In meinen ersten Versuchen in 1:45 waren diese Streben aus Holz, bei meinem Versuch gestern, habe ich die Türkonstruktion des Brigadewagens, für die Schiebetür adaptiert: die einzelnen Bretter werden außen durch Winkelprofile Verbunden. Die Messingprofile sind dünner als eine zweite Lage Holz, stabilisieren und geben noch etwas gewicht, dachte ich mir.

Neben der Vorbildfremde, hat diese Konstruktion einen Nachteil: Der Türgriff konnte keine Vertiefung bekommen. Die Tür stand zwar auf der einen Seite zu weit von der Wagenwand aber für einen zweite Schicht Holz hätte es nicht gereicht. Zumal die Tür am Original in etwa so dick wirkt, wie die Verstrebungen am Wagenkasten. Ein Eindruck gegen den ich mich gestern noch verwehrt habe, der aber immer schlüssiger erscheint.
Meine Tür ist selbst mit Beschlagteilen aus Metall dünner (ca. 1,5mm vs. die von mir für die die Wagenkastenprofile verwendeten 2x2mm), dafür viel zu Breit. Letztere ist in der Bretterauswahl begründet. Ich wusste zwar durchs vorherige durchrechnen, dass es knapp bzw. etwas breit wird aber mit den üblichen Ungenauigkeiten und der den Messingteilen, war es dann doch zuviel des Guten.



Daraus ergaben sich 2 Schlussfolgerungen - auch wenn mir die Materialstärke der Tür und deren Aufbau immernoch nicht ganz klar ist - die Tür kann stärker werden und kann dadurch 2 lagig ausgeführt werden, auch um die Vertiefung für den griff "anbringen" zu können. Die gesamte Tür musste irgendwie auch weniger breit werden um zwischen die, die Türöffnung begrenzenden, Verstrebungen zu passen.

Im zweiten Versuch wurde als ein Holzrahmen aus 2x2mm Profilen gebaut und mit Brettern aufgefüllt, diesmal sind aber zwei 3mm Bretter mit eingebaut, so wird die gesamte Tür 2mm schmaler. Im nach innen gerichteten bereich befinden sich jetzt Verstrebungen, die auch die Vertiefung für den Handgriff ermöglichen. Man sieht hier übrigens, im Vergleich zum görlitzer Werksbild, schön warum ich nicht im Handwerk arbeite:



Die "Fenster" sind etwas Größer als im Original, ihre Ausrichtung entspr. den verwendeten Brettern und ist deswegen unterschiedlich. Hier war ich generell sehr faul, aber zumindest der zweite Versuch wirkt hier ganz ansprechend. Das ganze dann nochmal offen (oben Seite 1 von gestern, unten der zweite Versuch):






Weiter geht es also mit noch einer Tür und dann mit der unteren Führung sowie den Begrenzungen und Veschlüssen selbiger. Ein Dach müsste auch langsam mal drauf, dass hätte ich aber immernoch gerne abnehmbar. Mal gucken, so ist es zumindest noch kein G-Wagen...

Auch ohne Dach, ist das aber ein genauso knuffiges wie beeindruckendes Wägelchen. Ich freue mich aufs erste mal "Türchen öffnen", wenn ein Dach drauf ist. Ein ganzer Zug von diesen kurzen Wagen, könnte ein witziger Anblick sein. Zumal man in 1:32 fast über eine "funktionierende" Seilbremsvorrichtung nachdenken kann :D

Zum Ende noch ein paar Worte zu meiner Herangehensweise: Ich Arbeite hier vom Groben ins Feine. Ich gehe davon aus, dass ich beim Bau eine bestimmte Menge an Fehlern mache, also begrenze ich den Aufwand und bleibe ersteinmal recht Grob, weil es so oder so zumindest noch eine zweite Iterationsstufe geben wird. Nicht alle Ergebnisse solcher Sparmaßnahmen, sehen immer gut aus, sie sollten aber grundlegend funktionieren. Die erste Tür ist ein gutes Beispiel für diese Herangehensweise und auch die zweite hier dürfte nicht das Ende der Geschichte sein. Allein weil mir der Aufbau im Original noch nicht klar ist und ich Depp das Ding seitenverkehrt gebaut habe (Türgriff).

/edit:



Und da steht er das erste mal in noch nicht ganz so voller Pracht. Ich kann die eigene Umsetzung - maßstabsübergreifend - nur empfehlen, man muss ja nicht meinen Aufwand betreiben. So hat man zwar schon vor dem Ende ein äußerst knuffiges Wägelchen, aber ich denke im 3D Druck oder gelasert kann man mit weniger Aufwand, ein bessere Ergebnis erzielen.

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der franke, der robert


trambahn Offline




Beiträge: 70

09.03.2022 21:09
#50 RE: Schamloses Metzgern V - The Doors (Vol. I) Antworten

Hallo Robert,
vielen Dank für deinen doch erfolgreichen Versuch. Wenn auf jeder Seite ein gegenläufiger Schließmechanismuß arbeitet, wird es deutlich. Die Frage bleibt, ob der Handgriff die ganze Mimik entriegelt oder etwas anderes (im Original).
Nun habe ich schon vier logische Bauweisen für beidseitige Entladung.

LG Bernd

Macht meine Welt nicht kaputt!


rofra Online




Beiträge: 1.193

09.03.2022 22:06
#51 RE: Schamloses Metzgern V - The Doors (Vol. I) Antworten

Ich denke da sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Die Methode hier ist clever, ich würde aber behaupten/vermuten am Vorbild dürfte es 4 dieser Mechanismem gegeben haben. Im Zweifelsfall mach ich nochmal ein Bild von der Stirnseite und dem "Riegel" sobald das meine Wenigkeit und bessere Lichtverhältnisse in der Werkstatt anwesend sind (im Regelfall bin ich dummerweise oben, wenn es grau oder dunkel ist, was generell doof für Photos ist, erst recht bei solchen Teilen.)

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der franke, der robert


rofra Online




Beiträge: 1.193

20.03.2022 11:47
#52 Landschaftsbau III: Sand im Getriebe Antworten

Was auch immer mich dazu treibt, Sand für die Bettung meines Oberbaus zu bevorzugen, es ist kein schönes Los.

Nach dem der Gleisbau im Großen und Ganzen abgeschlossen ist, lag es nahe diesen auch Stück für Stück zu gestalten. Gleichzeitig stieß ich vor einigen Tagen, auf einen durch die Frühlingswinde enntwurzelten Baum, dessen tiefer Fall glücklicherweise auch den berliner Boden so tief aufgerissen hat, dass die oberen Erd- und Schuttschichten abgetragen und die darunterliegende Sandschicht zum Vorschein kam. Recht fein, recht hell und erstaunlich einheitlich in seiner Körnung. Also wurde die Schippe geschnappt, den Ofen vorgeheizt und los gings.

Immer wieder spannend bis nervig ist dabei der Umstand, dass Sand eben nicht gleich Sand ist und sich entspr. unterschiedlich Verarbeiten lässt bzw. dann im verbauten Zustand mit Leim und im optischen Gesamtgefüge wirken. Nach den Anfänglichen erfolgen, mit dem oben Beschriebenen Sandfund im Plänterwald, bin ich gerade etwas ernüchtert. Ob ich hier einfach zu Großflächig gearbeitet hab, ich zu sehr mit unterschiedlichen Klebemethoden experimentiert oder hier etwas anderes schief läuft wird sich noch Zeigen. Ich warte gerade auf die Ergebnisse, des aktuellen Arbeitsschrittes. Zufrieden bin ich hier nicht.

Seis drum. Zumindest wurde im Zuge der aktuellen Ausgestaltung, das fehlende Gleisstück am Lokschuppenmodul nachgeholt. Hier ging mir damals mein alter Sand aus.




Da das kurze Stück mein Testkandidat war und dementspr. etwas länger liegt, sprießt hier schon etwas Grün. Bei diesem ersten Stück, bin ich mit der Gleisbettung recht zufrieden, was mich stört sind die dunkelgrünen Grasbüschel.
Sobald diese fertigen Graßbüschel div. Hersteller etwas satter im Farbton werden, wirken sie unnatürlich. Ursprünglich sah die Stelle noch etwas giftgrüner aus.

Etwas später ging es nach ersten Erfolgen, dann an das Weichenmodul. Rückblickend eine gute Entscheidung, so habe ich mir hier nicht gleich das dritte Modul versaut.



Hier sieht man auch schon einige Nacharbeiten, die aber die Sache eher schlimmer gemacht haben. Generell zeigt sich hier ein sehr brüchiges, teigiges Bild, mit stellenweise starker Kraterbildung durch zu hart auf schlagende Leimtropfen. Dazu kommen, je nach Leim / Fließverbesserer Verhältnis, extreme Farbunterschiede. Das hatte ich so bisher auch noch nicht. Die am vorderen Modulrand zu sehende Erde, stammt übrigens von 3m weiter und ca. 20cm weiter oben und machte auf keiner Ebene solche Probleme.

Ich sitze hier derzeit an der Prozessoptimierung und Werkstoffoptimierung. Es hat sich gezeigt, dass die bisher von mir genutzte Nadelkanüle, hier einfach zu viel Druck aufbaut und so zuviel Sand wegspühlt (das Problem hatte ich schon beim Schluff). Bei meinen heutigen versuchen, bin ich auf eine Spritze (ohne Kanüle) umgestiegen, was die Sache etwas verbessert hat.

/edit: Der Vergleich ist etwas witzlos da weder Licht noch Perspektive vergleichbar sind (wobei man schon im ersten Bild nur grob erahnen konnte was los ist). Nach dem trocknen, 'nem Bier und etwas abbürsten sieht das ganze so aus. Da ich hier durch Auftragen ausgebessert habe, liegt der Sand jetzt hier etwas höher... Vorbildgetreu aber die Schwellen waren halt teuer, da würde ich sie schon gerne sehen :/ Insgesamt sag ich mal "Mhh"



Seis drum, mit etwas Sonne, funktioniert das ganze bisher aber recht ordentlich, auch wenn ich mich bei den folgenden Gleisen extrem bei der Begrünung zurückhalten muss.



Da ich in den nächsten Tagen ein paar Wagen erwarte, werden wohl als nächste entspr. Photoshootings auf dem halbfertigen Gleis anstehen. Als kleinen Vorgeschmack (falls ick irgendwen überhaupt mit Bildern begeistern kann, protestieren wird hier aber wenig helfen), gibt es ein klassiches Motiv:

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der franke, der robert


Günni Offline




Beiträge: 519

20.03.2022 19:09
#53 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Hallo Robert

Habe eben deinen Betrag über's Gleise einsanden gelesen, bin daraufhin rüber ins Arbeitszimmer gepeest und habe auf die Schnelle einen kurzen Versuchsaufbau zusammengestroppelt. Ich bette meine Gleise ja auch vorwiegend in Sand, hier mal eine kleine Fotostrecke, wie ich's mache (neudeutsch: Tutorial).


Zuerst ein Stück Peco Gleis abgehackt und auf 'n Rest Pappe geklebt



Dann trocken Sand aufstreuen



Mit dem Pinsel in die gewünschte Form bringen



Jetzt kommt der Nasenspray zum Einsatz, genauer gesagt, eine ausgespülte, mit Wasser gefüllte Sprayflasche. Ich hab hier 'ne ganz vornehme aus Glas, die Plastikdinger aus dem Drogeriemarkt tuns ganz genauso gut. Diese Sprays erzeugen einen feinen Sprühnebel der unseren Sand zwar befeuchtet aber ihn nicht wegspült oder Tropfkrater verursacht



Wichtig ist, die haben am Sprühkopf einen kleinen Schlauch bis zum Flaschenboden, damit man nach oben spritzen kann. Den muss man abziehen, wir wollen ja nach unten spritzen



Beim Sprühen gefühlvoll pumpen um einen feinen Nebel zu erzeugen



Ich bin hier für's Foto ziemlich dicht dran, man sollte ruhig etwas mehr Abstrand halten, umso sanfter wird die Durchfeuchtung



Zum Verkleben, nicht nur für Sand, auch teilweise bei Grünzeug, nehme ich Tiefengrund (muss nicht gerade dieser sein, jeder andere ist auch OK). Wichtig ist nur, dass er auf Wasserbasis ist, sonst gibt's auf dem nassen Sand Schweinerei



Zum Auftragen verwende ich so eine billige Plastikpipette (gibt's fast überall zu kaufen, wo mit Farben rumgekütert wird).



Mit dieser tropfe ich aus ganz geringem Abstand langsam und vorsichtig den Tiefengrund auf den Sand.



Eigentlich drücke ich nur einen Tropfen aus der Spitze und tupfe ihn dann leicht auf den Sand. Durch die Nässe im Sand zerfließt er sofort in alle Richtungen und hinterlässt keinerlei Krater. Gut man kann das auch mit 'ner Injektionsspritze machen, aber deren Kolben ist deutlich schwergängiger und somit die Feindosierung des Tropfens schwieriger. Mit der Pipette geht das ganz feinfühlig.


Ich wollte micht abwarten bis es getrocknet ist, daher ein Foto von meinem Testgleis, das genauso entstanden ist.



Ist dadurch, dass ich es schon oft rumgezerrt habe, schon deutlich abgegrabbelt, besonders das Grünzeug. Aber es geht ja um den Sand, der hier übrigens auch schon mit Wasserfarbe aus dem Schulmalkasten gealtert ist (meine bevorzugte Alterungsmethode für saugende Untergründe).


Die Bilder sind teilweise leider nicht ganz scharf. Ist nicht so ganz leicht, bei 'ner Nahaufnahme mit der Kamera in der einen und der Sprayflasche oder der Pipette in der anderen Hand bei nicht zu üppiger Beleuchtung durch 'ne einfache Schreibtischlampe Hollywoodqualität zu erreichen

Günni

Je schmaler die Spur umso größer der Spaß


rofra Online




Beiträge: 1.193

20.03.2022 22:26
#54 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Garnicht so einfach, die Geschichte halbwegs sinnvoll ins Bild zu bekommen. Tatsächlich erinnerst du mich an etwas, das mit dem reinen Wasser wollte ich mal ausprobieren. Tiefengrund hatte ich auch schonmal auf dem dem Plan, findet sich aber nicht im Arsenal. Sollte das Zeug aber wirklich halbwegs ungiftig (einer der großen Vorteile von Weißleim) und farbecht sein, würde sich da eine kleine Verkaufseinheit (ich kenn das nur in Kanistern) lohnen.

Kurz zu meinem vorgehen, was am Ende analog sein dürfte:

Die zu sandende mit verdünnten Leim anpinseln (kann man sich vermutlich schenken, ich machs trotzdem immer, allein um die zu bearbeitende Fläche zu markieren). Beim Sanden wird analog mit einer kleiner Schippe (wirklich klein, wenn ich das nächste mal oben bin mach ich Bilder vom Werkzeug) und ein bis zwei (einmal Spitz einmal breit) Pinseln gestopft, verteilt und die Schwellen frei gemacht.
Das ganze wird dann mit "Fließverbesserer" eingenässt. Schwimmen sollte es nicht, würde ich behaupten, aber die Oberfläche feucht sein. Danach nehme ich im Regelfall eine ca. 0,5mm Kanüle auf einer kleinen Leimflasche zum kleben.

So kann man punktgenau Auftragen (kein leim auf die Schwellen) und im Sand verteilt sich dann der Tropfen recht großflächig (tatsächlich steht auf dem Fließverbesser zwar nicht drauf was es ist, der unterschied mit /ohne ist aber durchaus gegeben). Das System hatte hier 2 Schwächen: das Ganze darf nicht zu Feucht werden was passiert ist - wer genau hinschaut sieht, dass ich korkreste zwischen meinen Schwellen verbaue, um hier nicht zu viel Sand einfüllen zu müssen. Hier war es zuviel des guten und die Sandschicht war Schwellenhöhe nicht dick genug) und das oben beschriebene Druckproblem (was auch dadurch verstärkt wurde, dass ich eine größere Leimflasche hatte und stellenweise die Sandschicht halt sehr dümm) kam dann auch noch dazu... je nach Sandkörnung ist das ganze wie gesagt, anscheinend mit etwas Fingerspitzengefühl und ausprobieren Verbunden.

Zum Glück hab ich noch etwas Fläche zum üben übrig :D

@Dein Gleis: Hier sieht man schön mein Problem mit Peco: Die Gleisjoche sehen topp aus, den Schwellen sieht man nicht mehr an dass sie aus Plastik sind und dann kommen da diese riesen Plastiknöppel... trotzdem schönes Gleis (dein Patinierstiel, so nenn ich es mal, gefällt mir sowieso. Er ist schön plastisch.).

Zumal ich diesmal im Eifer des Gefechts die Pulverfarben nicht wieder vergessen darf. Da ich beim letzten mal - und jetzt wieder - recht übermotiviert ans Begrünen gegangen bin, kam das zu kurz (bzw. es ist nie passiert...).

Anbei noch Qual und Freude des Maßstabs in einem Bild



Beim Funktionstest heute hat sich wiedermal gezeigt, dass der Spaßfaktor analog zur Größe und zum Platzbedarf ziemlich ... groß ist. Auf der einen Seite ist es ein Fest den kleinen Zug so über die Anlage schleichen zu sehen. Auf der anderen Seite sind 120cm Gleislänge halt auch nicht so viel, zumal der Zug in dem Zustand länger als ein Modulkasten ist :D Aber dit hat wat... und der O-Wagen ist jetzt auch nicht wirklich ernst zu nehmen, leistet aber als Restekiste gute dienste.



Ich freu mich schon richtig drauf die Lok durch die Wüste schicken zu können. Ein solcher Zug sieht ja immer erstmal etwas absurd aus aber am Ende sahen normalspurige Übergaben mit Köf oder V15 (DR) auch nicht viel anders aus und auch für 600mm Kleinbahnen der DR dürften entspr. Züge gefahren sein.

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der franke, der robert


schmalspurloethi Offline



Beiträge: 156

20.03.2022 23:34
#55 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Hallo Robert,
ich habe kürzlich Günnis Methode ausprobiert und bin damit vollauf zufrieden. Ich schottere mit Terrariensand. Gesprüht wird mit einer manuell zu betätigen Sprayflasche, in der mal Haarlack war. Den Tiefengrund tropfe ich mit Spritze und Kanüle aus einem Nachfüllset für Tintenpatronen eines Tintenstrahldruckers auf. Es gibt keine erkennbaren Farbveränderungen und keine Krater. Meist streue ich über die noch feuchte "Schotterung" noch entwas Sand drüber.
Gruß Henning


Günni Offline




Beiträge: 519

21.03.2022 09:32
#56 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Zitat von rofra im Beitrag #54
Hier sieht man schön mein Problem mit Peco


Ja, mein Fall sind diese "Kleineisen" auch nicht. Ich hatte gerade 'n Stück von dem Zeug da und hab's als Testgleis verbaut. Normalerweise baue ich meine Gleise selbst. Die Schwellen sind mir bei Peco auch 'n bisschen zu kurz. Die haben eben nicht so viel Platz in England .

Günni

Je schmaler die Spur umso größer der Spaß


rofra Online




Beiträge: 1.193

21.03.2022 10:07
#57 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Wie immer Vorwurfsfrei. Ich hoffe mal das ich die Schwellen an meiner Pecoweiche (ich find die garnicht schlecht. Einfach, verfügbar, funktional. Gerade letzteres ist für mich ein ungewohnter Zustand bei Weichen. Da können die Kleineisen so Knubbelig sein wie sie wollen...) halbwegs nach deinem Vorbild hinbekomme, da hat man schon viel gewonnen. Aber das ist ein ganze anderes Thema :D...

Anderseits habe ich tatsächlich letztens ein Umspurbericht auf 18,75mm für die 0e Weichen von Peco gefunden... das sah mir schon etwas hart aus, aber wenn das halbwegs funktioniert...

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der franke, der robert


Armin-Hagen Berberich Offline




Beiträge: 432

21.03.2022 12:10
#58 RE: Landschaftsbau: Drumrum ohne Rum Antworten

Günni, nur eine kurze Verständnisfrage. Ich verwende auf meinen Testmodulen Gleisschotter, der Rest entspricht bei Material und Bauablauf Deiner Vorstellung.

Bei dem fertigen Muster fällt mir die Oberfläche der Schienenprofile auf. Sie wirken sehr rau und teilweise sind auch Grasfasern zu erkennen. Ist das für deine Feldbahngleise so gewollt oder hat sich das halt so ergeben. Mir ist das auch für Schmalspurgleise doch etwas zu morbide. Auch nicht so stak befahrene und alte Schienenprofile sind eher glatt und haben eine starke Rosteinfärbung.

Danke für den Beitrag, sehr gut finde ich die Hinweise auf die verwendeten Produkte.

Grüße aus VAI
Armin.


rofra Online




Beiträge: 1.193

22.03.2022 14:54
#59 Dingler MPSB GGw 96-01-62 Antworten

Etwas was mich immer wieder reizt sind hochwertige Metallmodelle. Als Modellbauer garnicht mein Werkstoff aber als Modellbahner mit das höchste der Gefühle. Generell sieht es bei meinen Vorbildvorlieben auf dem Gebietn aber eher mau aus. Es gibt zwar für alle Maßstäbe immer wieder mal ansprechende Modelle aber muss man zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Fokus oder auf dem Gebrauchtmarkt Glück haben. Gerade bei Vorbildern auf 600mm Spurweite, braucht man hier Maßstabsübergreifend Geduld und Spucke (wobei H0 dank Herrn Schlosser da mit das umfangreichste, verfügbarste und erschwinglichste Angebot haben dürfte).

Jetzt ist dieses Forum so eine Art "Glücksmagnet" was immer wieder dazu führt, dass ich hier auf einmal Schmuckstücke in den Händen halte, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Der Spur 1 Hersteller Dingler hatte vor und über div. Jahre eine Art kleines Programm mit Wagen und Lok nach MPSB Vorbild im Programm. Preis und Auflage der Nische entspr., in der man sich hier bewegt. Für mich damals zu Groß, zu unerschwinglich und zu spät hatte ich davon sowieso mitbekommen. Kommen wir zum Glück, zu diesem Forum und meiner kürzlichen Entscheidung sich mal diesen viel zu großen Maßstab genauer anzuschauen.



Spannendes Modell. Federpuffer, gefederte Drehgestelle, verstellbare Spurweite. Kein Funktionsmodell aber dafür schwer, was mit einer entspr. Geräuschkulisse verbunden ist. So macht das Spaß.

Überrascht hat mich, dass die Kupplungen meiner Modelle kompatibel sind und ich zumindest die Kupplung an der Lok übernehmen konnte. Mal gucken ob die Feld Modelle hier dann auch passen. Bzw. Generell hat sich hier bisher nur mein G-Wagen als nicht Kuppelbar erwiesen, was sich aber ändern lässt. Das wird wohl meine Feierabendbastelei: Kuppelketten.

Ich bin auch immernoch etwas überrascht, dass zumindest dieser Wagen sich Problemlos durch die viel zu engen Radien rangieren lässt. Meine Wagen hatten mir da zwar Hoffnung gemacht aber für meine Kurvenradien sollten weder Vorbild noch Modell ausgelegt sein. Am Ende bleibt der Gleisplan sehr feldbahnig und war eigentlich nur für Brigadewagen ausgelegt (wobei ich auch hier unter den für die Heeresfeldbahnen angedachten Kurvenradien bleibe)... Insgesamt ein richtiger Brocken auf meiner kleinen Modulanlage, obwohl er ja immer noch ein recht kleiner Wagen ist. Ich freue mich auf die nächsten Tage und darauf das Modell etwas genauer in Augenschein nehmen zu können (+ hier kann keiner ob meiner handwerklichen Arbeit rummeckern... :D Wobei das ein typischer Eigenbaukanditat gewesen wäre und ein ähnlicher Wagen (96-01-43/22) in 1:45 tatsächlich mein erster Versuch war, irgendwas selbst auf die Gleise zu stellen. Ein Unterfangen was u. U. nochmal wiederholt wird.).

~ from prussia with love ~

der franke, der robert


Günni Offline




Beiträge: 519

22.03.2022 15:42
#60 RE: Dinger MPSB GGw 96-01-62 Antworten

Armin:

Das gezeigte Stück Gleis ist beileibe nicht als Muster meines Modellbaus zu sehen. Ich hab irgendwann mal ein Stück Testgleis zum Ausprobieren eines Fahrzeugs gebraucht und einfach einen Rest verschrammtes Peco Gleis, der irgendwo noch rumflog, auf einen Sperrholzstreifen gepappt. Damit das nicht so schäbig aussah (ich wollt's halt auch für's eigene Auge 'n bisschen ansehbar haben) hab ich auf die Schnelle Sand draufgeschüttet, ein paat Grasfasern draufelektrisiert und mit dem Quast kurz verrostet. Alles ohne irgendwelchen Anspruch auf Schönheit oder gar modellbauerische Qualität. Und da das Ding, wenn's nicht gebraucht wird, irgendwo in der Ecke rumfliegt, runterfällt wenn man was sucht und daraufhiun in eine andere Ecke gepfeffert wird, ist es auch noch entsprechend vergrabbelt. Ich hab's hier nur wegen des Sandes gezeigt weil ich gerade nichts Anderes zur Hand hatte. Das soll und wird auch nie auf irgendeiner Anlage landen (ich hab sowas auch noch in Baugröße 09, das sieht genauso verranzt aus).

Günni

Je schmaler die Spur umso größer der Spaß


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